17.11.2016

Anpassung der Landwirtschaft im Klimawandel

Eine kenianische Frau arbeitet auf dem Feld

Landwirtin in Kenia befreit Süßkartoffelfeld von Unkraut. Sie teilt ihre Erfahrungen zur Gewinnung und Nutzung von Regenwasser mit landwirtschaftlichen Beratern; Foto: FAO/Christena Dowsett

Während die 21. Vertragsstaatenkonferenz (COP 21) die Konferenz der Entscheidungen war, ist die 22. Vertragsstaatenkonferenz (COP 22) die Konferenz des Handelns. In diesem Moment verhandeln die Staaten der Welt in Marrakesch über die Umsetzung des Klimaschutzabkommens von Paris. Laut einer Analyse der Welternährungsorganisation (FAO) zeigen die in den (geplanten) Treibhausgasminderungsbeiträgen ([I]NDCs) festgeschriebenen Zusagen, dass dem Agrarsektor bei der Verringerung des Treibhausgasausstoßes besondere Bedeutung zukommt. So sehen 94 Prozent aller Staaten Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen in der Landwirtschaft vor. Der zunehmende Druck auf die Ernährungssysteme zwingt zur Stärkung der Anpassungsfähigkeit und Resilienz des Agrarsektors – ob nun in der Pflanzenproduktion, der Viehhaltung, bei Aquakulturen oder in der Fischerei. Die Landwirtschaft ist beim Umgang mit dem Klimawandel von zentraler Bedeutung, denn dieser Sektor steht nicht nur für politische, wirtschaftliche und moralische Notwendigkeiten, sondern bietet auch neue Chancen.

So besitzt der Agrarsektor ein enormes Potenzial zur Bewältigung von gleich drei globalen Herausforderungen, nämlich Armut, Hunger und Klimawandel. Investitionen in die Entwicklung der Landwirtschaft und die entsprechenden Wertschöpfungsketten können Synergien freisetzen und die wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung voranbringen. Dabei besteht ein enger Zusammenhang mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, denn die Landwirtschaft leistet einen Beitrag zu vielen der darin vereinbarten Nachhaltigkeitsziele.

Das Programm „Integration des Agrarsektors in Nationale Anpassungspläne“ (NAP-Ag), arbeitet mit den Landwirtschafts- und Umweltministerien zahlreicher Länder sowie mit wichtigen nationalen Stakeholdern zusammen, um geeignete Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel in der Land- und Forstwirtschaft sowie in der Fischerei zu identifizieren und in den jeweiligen nationalen Planungs- und Budgetierungsprozessen zu berücksichtigen. Zu den Partnerländern von NAP-Ag gehören Kolumbien, Gambia, Guatemala, Kenia, Nepal, die Philippinen, Thailand, Uganda, Uruguay, Vietnam und Sambia. Das Programm wird im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) vom Bundesumweltministerium (BMUB) gefördert und von der FAO und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) umgesetzt.

Ein Landwirt bewässert ein Feld in Tansania

Ziele des NAP-Ag Programms sind der Aufbau von Kapazitäten, die Entwicklung integrierter Fahrpläne für Nationale Anpassung, die Verbesserung evidenzbasierter Ergebnisse und das Mainstreaming von Genderkonzepten in der Anpassungsplanung. Ebenso im Fokus stehen die Bewerbung und das Teilen von Wissen zu Klimafolgenanpassung im Agrarsektor.

Das auf vier Jahre angelegte Programm wurde 2015 mit einem Budget von 15 Mio. EUR auf den Weg gebracht. Von den innovativen Konzepten des NAP-Ag könnten neue Impulse für die am wenigsten entwickelten Länder sowie die Entwicklungsländer ausgehen. Vor diesem Hintergrund findet das Programm auf den globalen UNFCCC-Foren, in der Expertengruppe der am wenigsten entwickelten Länder sowie im Anpassungsausschuss verstärkt Beachtung.