20.08.2021

Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Holzkohleproduktion

Luftbild von der Baumschule in der Projektgemeinde Mognori, Savannah Region. Foto: A Rocha Ghana

In Ghana pflanzten zehn ländliche Gemeinden innerhalb von drei Monaten mehr als eine halbe Million schnell wachsende Bäume. Diese Bäume werden als Ressource für die nachhaltige Produktion von Holzkohle und Brennholz dienen. Mit 34,1 Prozent ist Holzkohle in Ghana der wichtigste Brennstoff zum Kochen, gefolgt von Brennholz (33,3 Prozent) und Flüssiggas (LPG, 24,5 Prozent – Statistisches Amt Ghana, GLSS 7, 2019). Die Nachfrage nach Holzkohle in Ghana steigt weiter an, und ihre Herstellung erfolgt hauptsächlich durch Abholzen von Hartholzarten aus natürlichen Wäldern, vor allem in der Übergangs- und Savannenzone. Das führt zu einer starken Abholzung und Schädigung des Waldes in diesen Zonen. Die Gründe dafür sind nicht nachhaltige und nicht regulierte Praktiken sowie die ineffiziente Herstellung von Holzkohle, die hauptsächlich in traditionellen Erdhügelöfen erfolgt.

IKI fördert das Anpflanzen von Energieholzplantagen

Mithilfe der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) werden Verfahren für eine nachhaltige und effiziente Holzkohleproduktion etabliert. Gemeinsam mit den lokalen Projektpartnern wurden in den zwei Hauptregionen (Savannah und Bono East Region) zehn ländliche Gemeinden für die Holzkohleproduktion ausgewählt. In Zusammenarbeit mit der Forstkommission wurden drei gemeinschaftsbasierte Baumschulen mit einer Kapazität von mehr als einer Million Setzlingen eingerichtet. Die lokale Abteilung der Forstverwaltung schulte Gemeindemitglieder, hauptsächlich Frauen, in der Aufzucht von Setzlingen und im Verwalten von Baumschulen.

Mit dem Beginn der Regenzeit wurde im Mai 2021 mit dem Anpflanzen der Baumsetzlinge begonnen. Ziel ist es, in jeder Gemeinde Energieholzplantagen anzulegen. Ausgewählt wurden schnell wachsende Bäume, die die Fähigkeit zum Stockausschlag haben, das heißt: Die Bäume treiben nach dem Verlust der primären Sprossachse neu aus dem Stumpf aus und eignen sich daher besonders gut für die Niederwaldwirtschaft. Daher können die sogenannten „Woodlots“ – Waldstücke – alle vier vier bis fünf Jahre geerntet werden und erzeugen so eine große Menge an Biomasse, die sich als Brennholz oder zur Holzkohleproduktion einsetzen lässt. 

Schutz vor Buschbränden 

Eine große Herausforderung und Gefahr in diesen Waldgebieten sowie für die „Woodlots“ und wiederhergestellten Waldlandschaften sind unkontrollierte Buschbrände, die in der Trockenzeit regelmäßig auftreten. Diese stören die natürliche Regeneration, zerstören die gepflanzten Setzlinge und fördern das Graswachstum, was zu einem noch höheren Potenzial für Buschbrände führt – ein Teufelskreis. Um das Risiko zu verringern, wurden mehrere „Woodlots“ in einem Abstand von 40 bis 100 Metern um die wiederhergestellten Flächen herum gepflanzt. Sie dienen als grüne Feuergürtel und gleichzeitig als Quelle für Biomasse. Darüber hinaus werden in jeder Gemeinde freiwillige Feuerwehrleute ausgebildet und ausgerüstet, um unkontrollierte Buschbrände zu verhindern und zu bekämpfen. 

Neue Techniken für eine effiziente Nutzung der Holzkohle

Um die Effizienz bei der Umwandlung von Holz in Holzkohle zu steigern, werden in Kombination mit den „Woodlots“ verbesserte Brenntechniken wie der neu erfundene Adam-Kastenofen eingeführt. Zusätzlich werden in den Gemeinden verbesserte Kochherde eingeführt. Sie sollen für eine effizientere Nutzung der Holzkohle in den Haushalten sorgen.

Politischer Rahmen für eine nachhaltige Holkohleproduktion

Das Energieministerium und die Energiekommission in Ghana erhielten Unterstützung bei der Formulierung von zwei neuen Zielen für national bestimmte Klimaschutzbeiträge (NDC). Dies dient dazu, auf nationaler Ebene eine nachhaltige und effiziente Wertschöpfungskette für Holzenergie umzusetzen. Die Ziele betreffen die Förderung von effizienten Brennöfen zur Herstellung von Holzkohle und die Einrichtung von Woodlots. Derzeit werden diese Ziele auf nationaler Ebene überprüft.

Ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem Energieministerium, der Energiekommission sowie dem Zentrum für Erneuerbare Energie und Energieeffizienz der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft wird die Entwicklung eines nationalen Aktionsplans für Bioenergie und einer nationalen Verordnung für Holzenergie unterstützt. Diese Verordnungen und Strategien werden einen Rahmen schaffen und die Umsetzung einer nachhaltigen und effizienten Holzkohleproduktion auf lokaler und nationaler Ebene unterstützen.