05.04.2017

Ausbildung der Kohlenstoff-Experten von morgen

Zwei Arbeiter mit Schutzhelömen stehen auf einer Solardachanlage und säubern sie mit Wasser und Wischer.

Die Partner und Berater des Carbon Institute auf einer Exkursion in Big Sur, Kalifornien; Foto: © Eric Ingram.

Im März 2017 hat das internationale Beratungspanel des Carbon Institute einen neuen Bericht mit Best-Practice-Empfehlungen zur Entwicklung von Curricula für Kurse im Bereich Terrestrial Carbon Accounting (Berechnung des Kohlenstoffs in terrestrischen Ökosystemen, TCA) an anerkannten Hochschulen in China und Indonesien herausgegeben. Zu den wichtigsten Erkenntnissen gehört, dass es sinnvoll ist, die staatlichen Stellen verschiedener Ebenen in die Lehrgangsplanung einzubeziehen (Empfehlung 1) und die Motivation und Entwicklungsmöglichkeiten der Kandidateninnen und Kandidaten genau zu analysieren, um das berufliche Fortkommen der Teilnehmenden zu fördern (Empfehlung 2). Wenn diese und andere Empfehlungen umgesetzt werden, sind junge Führungskräfte eher in der Lage, die Reduktionsziele ihres Landes in messbare Fortschritte zu übersetzen.

Terrestrial Carbon Accounting nutzt Fernerkundungsmethoden (Satellitenbilder), die Vermessung von Wäldern am Boden sowie mathematische und statistische Methoden, um die Richtlinien des Intergovernmental Panel on Climate Change zur Bilanzierung von Kohlenstoffbeständen in Ökosystemen und die Erfassung entsprechender Veränderungen anzuwenden. TCA spielt eine wichtige Rolle bei der Erfüllung der Transparenzanforderungen des Klimaschutzabkommens von Paris und dem Zugang zu einer ergebnisbasierten Klimafinanzierung im Waldsektor. Da die mit der Durchführung des TCA betrauten Mitarbeitenden staatlicher Stellen (darunter Forstexperten und politische Entscheidungsträger) häufig nur über geringe Ressourcen verfügen und für diese Aufgabe oft nicht ausreichend qualifiziert sind, gilt es, den Fachkräftenachwuchs besser zu qualifizieren. Die Hochschulen bieten ein ideales Umfeld für ein nachhaltiges und modernes Capacity Building auf dem Gebiet des Terrestrial Carbon Accounting sowie bei anderen fachlichen Themen.

H.E. Mr. Manuel Pulgar Vidal und Dr. Ralph Keeling sind Berater des von der IKI finanzierten Carbon Institute-Projekts und haben im September 2016 zu einem Internationalen Beratungspanel zu Terrestrial Carbon Accounting in Kalifornien eingeladen. Zehn Beraterinnen und Berater aus sieben Ländern diskutierten über Grundlagen leistungsfähiger universitärer Fortbildungen zum Thema Carbon Accounting. Der Bericht des Panels enthält Empfehlungen zur Gestaltung moderner, landesspezifischer Schulungsprogramme im Bereich Klimaschutz. Diese sollen im Laufe der Zeit nachhaltig wirken und die auf Seiten des Staates bestehenden Bedarfe decken.

Außerdem wird in der Publikation das Carbon Institute vorgestellt, das die internationale Zusammenarbeit von Akteuren aus Wissenschaft und Regierung fördert, um die Erfassung und das Management von Kohlenstoffbeständen zu unterstützen. Das Carbon Institute wurde mit Mitteln der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums gegründet und setzt auf ein replizierbares Modell zur Schaffung nachhaltiger TCA-Lehrgänge im jeweiligen Land. Bisher sind TCA-Programme in China und Indonesien geplant. Das Institut steht nun vor der Aufgabe, die 11 Empfehlungen in dem kürzlich vorgelegten Bericht umzusetzen. Dazu muss es eine klimaschutzorientierte Kohlenstoffbilanzierung vornehmen, Online- und Präsenzschulungen miteinander verbinden, erstklassige Carbon Accounting-Zertifikate entwickeln und langfristige Partnerschaften zwischen staatlichen Akteuren und Hochschulen fördern.

Die ersten TCA-Programme des Carbon Institute in China und Indonesien sollen 2018 beginnen. Dabei sollen die elf Empfehlungen des Panels umfassend berücksichtigt werden, um einen Beitrag dazu zu leisten, die Carbon Accounting-Experteninnen und Experten von morgen auszubilden und die Transparenzanforderungen des Klimaschutzabkommens von Paris zu erfüllen.

  • Hier können Sie den neuen Bericht herunterladen, lesen, kommentieren und weiterempfehlen.

Dr. Ralph Keeling und Manuel Pulgar-Vidal auf dem Campus der Scripps Institution of Oceanography, wo die Sitzungen des International Advisory Panel stattfanden; Foto: © John Niles.