29.03.2017

Auszeichnung für Erneuerbare Energien-Projekt auf den Galapagosinseln

Zwei Arbeiter mit Schutzhelömen stehen auf einer Solardachanlage und säubern sie mit Wasser und Wischer.

Purgiernuss (Jatropha); Foto: Forest & Kim Starr, CC BY 3.0.

Das Projekt „Renewable Energy Resources for the Galapagos Islands“ (ENERGAL) wurde am 22. März 2017 in Lissabon mit dem ARE-Award der internationalen Allianz zur ländlichen Elektrifizierung (Alliance for Rural Electrification, ARE) ausgezeichnet. ENERGAL erhielt die Auszeichnung für das beste Off-Grid-Projekt in der Kategorie „Internationale Organisation“.

Unter 60 Bewerbungen wählte die Jury das ENERGAL-Projekt aus, das die Förderung von Biotreibstoff aus Jatropha-Öl für die Stromerzeugung auf den Galapagosinseln Floreana und Isabela unterstützte. Soraya Villaroya vom IICA (Instituto Interamericano de Cooperación para la Agricultura) und Dr. Georg Gruber von den Vereinigten Werkstätten für Pflanzenöltechnologie (VWP), die als Durchführungspartner im Projekt tätig waren, nahmen die Auszeichnung im Namen der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH entgegen.

Entgegennahme der ARE Auszeichnung: Ein Glaspokal wird von einem Vertreter von ARE an die Projekt-Vertreterin Soraya Villaroya übergeben, daneben steht als weiterer Projekt-Vertreter Dr. Georg Gruber; Foto: Miguel Baltazar.

ENERGAL wurde im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) gefördert. Von 2012 bis 2015 beriet das Projekt die ecuadorianische Regierung bei der Entwicklung eines umfassenden Portfolios für erneuerbare Energien auf den Inseln Floreana und Isabela.

Dabei förderte das Projekt insbesondere den Ersatz fossiler Brennstoffe durch den Einsatz von Pflanzenöl. Das Öl stammt von der Purgiernuss (Jatropha), die in Ecuador heimisch ist und dort an Hecken wächst. Die Jatropha-Nüsse werden vom ecuadorianischen Festland bezogen, wo 2012 eine vom Projekt bereitgestellte mobile Pressanlage zur Jatropha-Öl-Gewinnung in Betrieb genommen wurde. Der Verkauf der Nüsse generiert so zusätzlich eine Nebeneinkunft für Bauern, die die Nüsse anderweitig nicht nutzen würden. In diesem Zusammenhang unterstützte das Projekt auch die Gründung einer Kooperative von Jatropha-Produzenten.

Für die Stromerzeugung setzte das Vorhaben sogenannte Hybrid-Systeme ein, bei denen mit Jatropha-Öl betriebene Generatoren mit anderen erneuerbaren Energieträgern, wie Windkraft oder Photovoltaik, kombiniert werden. Ziel des Projektes war es, Diesel und seine Derivate durch Biokraftstoffe für die Stromerzeugung zu ersetzen. Mit Erfolg: Auf der Insel Floreana versorgen seit Projektende zwei umgerüstete und mit Jatropha-Öl betriebene Generatoren, im Zusammenspiel mit einer Photovoltaikanlage, die Bevölkerung mit erneuerbarer Energie.

Die ecuadorianische Regierung verfolgt mit ihrem Programm „Null fossile Treibstoffe auf Galapagos“ die vollständige Umstellung der Energieversorgung auf dem Galapagos-Archipel auf erneuerbare Energien bis zum Jahr 2020. Effizienterer Energieeinsatz, Wind- und Sonnenenergie sowie der Ersatz fossiler Kraftstoffe durch reines Pflanzenöl sind dabei von zentraler Bedeutung. Die Auszeichnung mit dem ARE-Award hebt den ganzheitlichen und nachhaltigen Ansatz des IKI-Projekts ENERGAL hervor und zeigt die anhaltend positive Entwicklung des ecuadorianischen Energiesektors über die Projektlaufzeit hinaus.