11.10.2017

Auszeichnung für IKI Projekt in Brasilien

Fels mit Bromelien und Sandbank eines Flusses in Naturschutzgebiet der Serra do Mar mit Mangrovenvegetation auf der Ilha Grande, Mata Atlantica; Foto: Werner Rudhardt

Fels mit Bromelien und Sandbank eines Flusses in Naturschutzgebiet der Serra do Mar mit Mangrovenvegetation auf der Ilha Grande, Mata Atlantica; Foto: Werner Rudhardt

Das Projekt „Biodiversität und Klimaschutz in der Mata Atlântica“ wurde im Rahmen eines vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UN Environment) initiierten Wettbewerbs in Lateinamerika und der Karibik als eines von zehn Fallbeispielen zur innovativen und reproduzierbaren Implementierung von Technologien und Praktiken zur ökosystembasierten Anpassung an den Klimawandel (Ecosystem-based Adaptation, EbA) ausgewählt. Es unterstützt Brasilien bei der Verbesserung des Biodiversitätsschutzes und der Wiederherstellung ursprünglicher Waldgebiete in den Regionen ausgewählter Schutzgebietsverbundsysteme (Mosaike) in der Mata Atlântica.

Das Vorhaben entwickelte eine EbA-Capacity-Building-Strategie, bildete insgesamt mehr als 260 lokale, regionale und nationale Akteure des öffentlichen und privaten Sektors in Seminaren zu den Themen Klimaschutz und EbA aus und versorgte sie mit didaktischem Material. Die Teilnehmenden konnten so den EbA-Ansatz in Raumplanungsprozesse und nationale Politiken einbringen und dazu beitragen, dass Maßnahmen zur ökosystembasierten Anpassung identifiziert, priorisiert und umgesetzt wurden. Darüber hinaus beinhaltet die Strategie auch die Schulung von über 60 EbA-Trainern, um so Schlüsselakteure zu befähigen ihrerseits das EbA-Konzept zu verbreiten. Diese Maßnahmen unterstützen die Vorbereitung des Nationalen Plans Brasiliens zur Anpassung an den Klimawandel und die Integration des EbA-Ansatzes in territoriale Planungsinstrumente.

Workshop zu EbA in Mata Atlantica; Foto: GIZ.

Der atlantische Regenwald Mata Atlântica liegt an der Ostküste Brasiliens und zählt zu den fünf wichtigsten Biodiversitäts-Hotspots der Welt. Seine Funktion als Kohlenstoffsenke ist von globaler Bedeutung und erfüllt lebenswichtige Funktionen für die brasilianische Bevölkerung, wie etwa die Trinkwasserversorgung von Metropolen wie São Paulo und Rio de Janeiro. Die Entwaldungsraten waren im 20. Jahrhundert besonders hoch, sind aber in den vergangenen Jahren schrittweise zurückgegangen. Dennoch bedroht die starke Fragmentierung der verbliebenen Waldflächen weiterhin den Erhalt der Biodiversität. Darüber hinaus stellt der Klimawandel eine zusätzliche Herausforderung für die Region dar. Extremwetterereignisse führten in den vergangenen Jahren zu erheblichen sozioökonomischen Schäden. Der Schutz und die Wiederherstellung der Mata Atlântica ist aktuell eine zentrale Herausforderung für die Region.

Der Wettbewerb wurde vom Regional Gateway for Technology Transfer and Climate Change Action for Latin America and the Caribbean (REGATTA) des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UN Environment) initiiert. Die ausgewählten Fallstudien werden in dem Sammelband: „Mostrando evidencia alrededor de la Adaptación basada en Ecosistemas: Casos en América Latina y el Caribe“ (in Spanisch und Englisch erscheinend) veröffentlich.

Das Projekt Mata Atlântica ist Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums (BMUB) und wird durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) umgesetzt und auf brasilianischer Seite durch das Umweltministerium Brasiliens koordiniert.

Das Webinar zu den Fallstudien steht zur Verfügung auf Englisch und Spanisch.