08.08.2018

Bedeutung von Inventarisierung und Standards im Kühlungssektor

Zuhörerende bei einer Präsentation über eine neue Publikation zu Standards während der OEWG in Wien; Foto: GIZ Proklima

Zuhörerende bei einer Präsentation über eine neue Publikation zu Standards während der OEWG in Wien; Foto: GIZ Proklima

Zwischen dem 11. und 14. Juli fand in Wien die 40. Sitzung der Offenen Arbeitsgruppe (OEWG) der Vertragsparteien zum Montreal-Protokoll über Stoffe, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen, statt. Die Mitgliedstaaten des Montreal-Protokolls treffen sich zweimal im Jahr, um Hindernisse bei der Umsetzung dieses Umweltabkommens zu prüfen bzw. zu identifizieren und Entscheidungen zur Umsetzung zu treffen. In Wien lag ein besonderer Schwerpunkt auf den Chancen zur Steigerung der Energieeffizienz im Zuge der Reduzierung der teilhalogenierten Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW). In einem zweitägigen Workshop wurden Markttrends aufgezeigt, Politikempfehlungen ausgesprochen und technologische Möglichkeiten vorgestellt. Damit sollen die Mitgliedstaaten in die Lage versetzen werden, energieeffizientere Kältetechnik und Kältemittel mit geringerem Treibhauspotenzial zu fördern.

Am 1. Januar 2019 tritt die in Kigali beschlossene Änderung des Montreal-Protokolls in Kraft. Damit beginnt die Auslaufphase für klimaschädliche Kältemittel wie teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW). Die Überwachung der Treibhausgasemissionen, die durch Lagerung, Verbrauch und Vernichtung dieser Stoffe verursacht werden, ist jedoch noch lange kein standardisierter Prozess, und vielen Ländern fehlt es an Erfahrung, um eine effektive und korrekte Inventarerhebung sicherzustellen.

Angesichts dieser Herausforderung hat das Projekt „GIZ Proklima“ in einem Side-Event zum Arbeitsgruppentreffen effektive Vorgehensweisen zur Ermittlung der Emissionen im Kälte- und Klimatechniksektor präsentiert. Dabei wurde auch ein speziell entwickeltes Emissions-Berichtstool vorgeführt, das die Berichterstattung über die H-FKW-Emissionen an das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen zu Klimaänderungen (UNFCCC) erleichtert.


Marindany Kirui (ganz links) - Ozon-Beauftragter Kenia - teilt seine Erfahrungen zum Inventarisierungsprozess in Kenia; Foto: GIZ ProklimaDie Länder sind bei der Datenerhebung gleich mit mehreren Herausforderungen konfrontiert. Zum Beispiel kann die Erhebung sehr umfangreich sein und Personal oder Berater vor Ort erfordern. Außerdem enthalten die statistischen Daten oft nicht die benötigten technischen Parameter. Eine ordnungsgemäße Erhebung und Meldung von relevanten Daten eröffnet jedoch Möglichkeiten, zum Beispiel bei der Unterstützung von der Entwicklung, Umsetzung und Evaluierung politischer Maßnahmen. Alle drei Länder - Kenia, Tunesien und Vietnam - die ihre Erfahrungen vorstellten, betonten, dass die erhobenen Daten bei der Entwicklung möglicher Minderungsmaßnahmen für die Nationalen Klimabeiträge (NDCs) helfen können.

Die Veranstaltung wurde durch die Projekte „Cool Contributions fighting climate change“ und „Management und Entsorgung bestehender, ozonschädlicher Substanzen in ODS Banken“ organisiert, die von der Internationalen Klimainitiative des Deutschen Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) finanziert und von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH durchgeführt werden.

Bei einem zweiten Side-Event, organisiert in Zusammenarbeit mit der Environmental Investigation Agency (EIA), wurde die klimapolitische Notwendigkeit einer Modernisierung der Sicherheitsstandards mit Blick auf eine erfolgreiche Umsetzung der Kigali-Änderungen und die laufende Reduzierung der teilhalogenierten Fluorchlorkohlenwasserstoffe (H-CFKW) diskutiert. Es wurden verschiedene Voraussetzungen für die Entwicklung intelligenterer Standards herausgestellt, u.a. zeitgemäße und koordinierte Strukturen, mehr Transparenz und eine breite Stakeholder-Beteiligung, eine umfassende synchrone Untersuchung aller Alternativen sowie ausreichende Ressourcen für technische Fachkräfte.

Der Prozess zur Verbesserung der Sicherheitsstandards ist komplex, doch sehr wichtig. GIZ Proklima hat dieser Situation Rechnung getragen und ein neues Dokument vorgestellt, das politischen Entscheidungsträgern, Regulierungsbehörden und Vertretern der Privatwirtschaft einen Überblick und Orientierung bzgl. internationaler Sicherheitsstandards für Klimaanlagen, Kältetechnik & Wärmepumpen (ACR&HP)-Systeme bieten soll. Damit werden insbesondere Entwicklungsländer angesprochen, die den Einsatz umweltfreundlicher Kältemittel auf sichere Weise ausweiten wollen.

GIZ Proklima Ausstellungsstand während der OEWG in Wien; Foto: GIZ ProklimaIm Dokument ist festgehalten, was derzeit im Rahmen der bestehenden Sicherheitsstandards machbar ist und welche Möglichkeiten bestehen, um Hindernisse abzubauen und die Sicherheitsstandards für die Zukunft zu verbessern. Dabei geht es insbesondere um die wichtigsten Sicherheitsstandards für ACR&HP-Systeme, wie diese Standards angewendet werden können, welche Sachzwänge mit den einzelnen Standards verbunden sind und schließlich welche Chancen und Möglichkeiten zur Verbesserung der Sicherheitsstandards auf internationaler und/oder nationaler Ebene bestehen.

Die Publikation "Internationale Sicherheitsstandards für Klimaanlagen, Kältetechnik und Wärmepumpen" (PDF, 5,9 MB, Englisch) ist im Rahmen der Green Cooling Initiative (GCI) entstanden, die von der IKI des BMU finanziert wird.


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