22.05.2020

Biodiversität – Ernährungssicherheit – Gesundheit

Fotos: Miguel Schmitter, Julie Steinen, Collage: ZUG

In der Vergangenheit war der Internationale Tag der biologischen Vielfalt ein Gedenktag unter vielen. In diesem Jahr macht die weltweite COVID 19-Pandemie drastisch sichtbar, welche Auswirkungen die Zerstörung von Ökosystemen für die menschliche Gesundheit haben kann – und welchen Wert der Schutz der biologischen Vielfalt hat.

Denn: Gebietsschutz, Naturreservate und andere Schutzgebietsformen dienen auch als natürliche „Schutz-Barrieren“ zwischen Menschen und Tieren, um das Übertragungsrisiko von Krankheitserregern so gering wie möglich zu halten (lesen Sie mehr zum Thema im Artikel Intakte Ökosysteme zur Vorbeugung von Pandemien).

Von Tansania über Indien bis zur Ukraine: IKI fördert 19 neue biodiversitätsrelevante Projekte

Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) adressiert den Schutz der biologischen Vielfalt und damit auch der Ökosysteme seit Beginn ihres Bestehens im Jahr 2008. 2019 wurden in der IKI 19 neue biodiversitätsrelevante Projekte bewilligt und Fondseinzahlungen mit einem Fördervolumen von insgesamt fast 140 Millionen Euro getätigt. Das Spektrum der Projekte reicht vom Schutz der Primärwälder in der Ukraine über ökosystembasierte Anpassungsmaßnahmen für integriertes Küsten- und Meereszonenmanagement in Peru bis zum nachhaltigen Management von Ressourcen, die die Flüsse im nordöstlichen Himalaya bieten.

Das Ziel ist klar: Die Projekte leisten einen Beitrag dazu, die Ursachen für den Rückgang der Artenvielfalt zu bekämpfen und Naturschutzgebiete und Ökosysteme zu erhalten, wiederherzustellen und nachhaltig zu nutzen. So wird langfristig die Gesamtheit der Ökosystemleistungen, also die „Dienstleistungen“ der Natur für den Menschen, gesichert. Dazu gehören neben der nachhaltigen Nutzung von Rohstoffen auch die Widerstandsfähigkeit gegen die Folgen des Klimawandels – und nicht zuletzt der Schutz unserer Gesundheit.

Bilanz zum Artenverlust macht Handlungsbedarf deutlich

Der Mensch hat den Verlust von rund einer Million Tier- und Pflanzenarten auf der Erde zu verantworten. Nutzungsänderungen an Land und im Meer, die direkte Nutzung von Tier- und Pflanzenarten sowie Umweltverschmutzung und der Klimawandel stellen hierbei die größten Treiber des Biodiversitätsverlustes dar. An diesen Punkten setzt die IKI mit ihrer Projektförderung zum Schutz von Ökosystemen und Biodiversität an.

Eine Bilanz des Weltbiodiversitätsrats (IPBES) zum Verlust der Artenvielfalt und der Ökosysteme macht deutlich, wie drängend der Handlungsbedarf ist. 2019 hat IPBES seinen Bericht zum Zustand der Natur vorgestellt. Demnach hat die Zerstörung der Artenvielfalt und der Ökosysteme ein Niveau erreicht, das unser Wohlergehen mindestens genauso bedroht wie der durch den Menschen verursachte Klimawandel.

Erhalt der biologischen Vielfalt braucht ambitionierten politischen Rahmen

Wichtig ist und bleibt, dass die Mitgliedstaaten auf der kommenden 15. Vertragsstaatenkonferenz (COP15) zum Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) ein ambitioniertes globales Rahmenwerk für die biologische Vielfalt nach 2020 verabschieden: Es muss einen transformativen Wandel voranbringen und die Treiber des Biodiversitätsverlusts angehen. Die CBD-COP sollte ursprünglich im Oktober 2020 stattfinden und wurde aufgrund der COVID-19-Pandemie vertagt.

Hintergrund: Der Internationale Tag der biologischen Vielfalt

Seit 2001 wird der 22. Mai als Internationaler Tag der biologischen Vielfalt gefeiert. Er erinnert an den 22. Mai 1992, an dem der Text des Übereinkommens über die biologische Vielfalt offiziell von der Weltgemeinschaft während der Vertragsstaatenkonferenz in Rio de Janeiro angenommen wurde.

Sehen Sie hier die Videobotschaft der Bundesumweltministerin Svenja Schulze zum Tag der biologischen Vielfalt 2020!