23.08.2021

Bonn Challenge: Lateinamerika und Karibik 2021

Ein Setzling ist soweit: Im Rahmen eines Wiederaufforsungsprojekts wird er an einen Hang gepflanzt. Foto: Oscar Rodriguez / GIZ El Salvador

Nachdem im Jahr 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie keine regionalen Treffen möglich waren, fand das Treffen zur „Bonn Challenge Lateinamerika und die Karibik“ in diesem Jahr in einem digitalen Format statt. Das sechste Treffen wurde virtuell von Costa Rica ausgerichtet und fand vom 28. bis 30. Juli 2021 statt. Während des Treffens bekräftigten Vertreterinnen und Vertreter aus 16 Ländern ihre Verpflichtung zur Wiederherstellung von Ökosystemen als wirkungsvolle naturbasierte Lösung, die Klimaschutz, Biodiversität und eine „Blue-Green Recovery“ (siehe Infokasten für weitere Erläuterungen) miteinander verbindet. 

Die Gastvortragenden, die wertvolle Themenbeiträge zur Finanzierung, zum Monitoring und anstehenden internationalen Verhandlungen lieferten, kamen vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), von der zentralamerikanischen Umwelt- und Entwicklungskommission (CCAD), der Internationalen Weltnaturschutzunion (IUCN), der Globalen Umweltfazilität (GEF), des Grünen Klimafonds (GCF), dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der Europäischen Union (EU). Letztere hat über den Grünen Entwicklungsfonds (FDV) erhebliche Mittel für die Wiederherstellung von Ökosystemen in der SICA-Region bereitgestellt. SICA, das Zentralamerikanische Integrationssystem, ist eine zwischenstaatliche Organisation zentralamerikanischer Staaten. 

Das regionale Treffen war auch das erste seit dem Beginn der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen im Juni 2021. Die UN-Dekade, die in der Region initiiert wurde, läuft von 2021 bis 2030 und soll bestehenden Initiativen wie der Bonn Challenge neuen Schwung verleihen. 

Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Wiederherstellung von Ökosystemen

Im Verlauf des dreitägigen Treffens diskutierten die Teilnehmenden aktiv über ihre Erfahrungen, die erzielten Fortschritte und die Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Wiederherstellung von Ökosystemen. In den Gesprächen zu den Themen Monitoring und Finanzierung wurde insbesondere hervorgehoben, wie wichtig es ist, innovative Mechanismen zu entwickeln, um den privaten Sektor stärker miteinzubeziehen. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Bedeutung integrierter und sektorübergreifender Ansätze. Diese erfordern eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Sektoren und den zuständigen Behörden, vor allem in den Sektoren Umwelt und Landwirtschaft. 

Im Sinne einer langfristigen Zusammenarbeit und zur Stärkung der Eigenverantwortlichkeit ist es darüber hinaus notwendig, die Interessensgruppen auf allen Ebenen miteinzubeziehen. Dies umfasst die Zivilgesellschaft, Lokalverwaltungen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs), indigene Gemeinschaften sowie den akademischen und privaten Sektor. 

Integrierte Landschaftsansätze wie die Wiederherstellung von Wald und Landschaften (FLR) und Ridge to Reef (siehe Infokasten für weitere Erläuterungen) ermöglichen es, verschiedener Sektoren, Interessengruppen und Ökosysteme unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Ökosystemdienstleistungen, Flächennutzungen und Werte einzubeziehen. 

Synergien schaffen und nutzen

Der nächste Schritt wird die weitere Integration der drei großen Initiativen sein: der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen, die eng mit den drei Umweltabkommen von Rio verbunden ist, der Bonn Challenge und der globalen Bewegung für eine Blue-Green Recovery. Gesunde Ökosysteme bilden die Grundlage für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum und das Gesamtwohl – und sie dienen der Verwirklichung der Ziele für eine nachhaltige Entwicklung. Daher ist es wichtig, Synergien zu schaffen, um die größtmögliche positive Wirkung zu erzielen.

Das nächste wichtige Ereignis für die Bonn Challenge und die Wiederherstellung von Ökosystemen sind die bevorstehenden Klimaverhandlungen der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC), die vom 31. Oktober bis 12. November 2021 in Glasgow, Schottland, stattfinden werden. Die 26. Vertragsstaatenkonferenz (CoP26) bietet die Möglichkeit, sich auf natürliche Klimaschutzmaßnahmen und naturbasierte Lösungen zu konzentrieren, die Synergien zwischen Klimaschutz und Biodiversität schaffen. 

Hintergrund: Die Bonn Challenge

Die Bonn Challenge ist eine freiwillige internationale Initiative, die 2011 im Rahmen eines von der deutschen Bundesregierung und der IUCN organisierten Treffens von Ministerinnen und Ministern mit Unterstützung der Globalen Partnerschaft zum Wiederaufbau von Waldlandschaften ins Leben gerufen wurde. Die Bonn Challenge hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 350 Millionen Hektar geschädigte und abgeholzte Landflächen mit einem Ansatz zur Wiederherstellung von Wald und Landschaften (FLR) zu regenerieren. 

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Weitere Erläuterungen

Das Konzept einer Blue-Green Recovery betont, dass sowohl land- (grüne) als auch meeresbezogene (blaue) wirtschaftliche Aktivitäten in einer nachhaltigen Strategie für einen Wiederaufbau nach Covid-19 berücksichtigt werden müssen.

Ridge to Reef ist ein ganzheitlicher Ansatz zum Schutz von Küstengebieten, der anerkennt, dass Umweltprozesse an Land und auf See eng miteinander verknüpft sind. Dieser Ansatz umfasst die Bekämpfung von Umweltschäden im Hochland („Ridge"), die sich durch Sedimentation auf die Ökosysteme von Küstenregionen auswirken, sowie die Wiederherstellung der Küstenlinien und den Schutz der Meeresökosysteme („Reef").
 

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