05.07.2017

CADI-Forschungsstipendium zum Schutz von Wüsten

Salzwüste (Solonchak) Basarkelmes; Foto: Alisher Atakhodjaev

Salzwüste (Solonchak) Basarkelmes; Foto: Alisher Atakhodjaev

Bis zum 16. Juli 2017 können sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus China, dem Iran, Kasachstan, der Mongolei, Turkmenistan und Usbekistan um ein Forschungsstipendium bewerben. Das von der Central Asian Desert Initiative (CADI) angebotene CADI Fellowship fördert Forschende, die sich in ihrer Arbeit mit den Besonderheiten, den Spezies und der spezifischen Dynamik der winterkalten Wüsten Zentralasiens befassen. Das Ziel des Programms besteht darin, Antworten auf die Frage zu finden, wie sich die fortschreitende Wüstenbildung, das Artensterben und die Zerstörung oder Verarmung von Lebensräumen aufhalten lassen.

Eine Agame klettert einen Fels hoch; Foto: Jens Wunderlich

Die winterkalten Wüsten erstrecken sich vom Norden des Iran über Zentralasien bis in die Mongolei. Es handelt sich um weltweit einzigartige Naturräume, über deren Biome jedoch nach wie vor wenig bekannt ist. Die Wüsten dieser Region stellen zahlreiche Ökosystemdienstleistungen bereit. Gleichzeitig sind sie wichtige Brut- und Nistplätze für Zugvögel. Außerdem haben hier einige der letzten in freier Wildbahn vorkommenden Tierarten ihr zu Hause - beispielsweise die Saiga-Antilope. CADI will die Biodiversität in diesen Wüsten erhalten und dafür sorgen, dass sie geschützt und nachhaltig genutzt werden. Die Initiative wird gemeinsam von der Michael Succow Stiftung (Deutschland), der Universität Greifswald und dem Subregionalbüro für Zentralasien der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) (Ankara, Türkei) umgesetzt und von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums (BMUB) finanziert.

Eine Forscher läuft durch eine abgesteckte Fläche mit Büschen und führt botanische Studien durch; Foto: Igor MazurkiewiczDas CADI-Fellowship-Programm leistet einen Beitrag zu einem der zentralen Ziele der Initiative: der Schaffung, Anwendung und Verbreitung von Wissen über Ökosystemdienstleistungen, Biodiversität, den Schutzstatus und die Landnutzung in den winterkalten Wüsten Zentralasiens. Das Forschungsstipendium richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die von den Institutionen ihrer Heimatländer unterstützt werden und die in ihrem Heimatland bereits eine wissenschaftliche Laufbahn eingeschlagen haben.

Die Zielgruppe umfasst Senior-Wissenschaftler, die idealerweise über mindestens drei Jahre Berufserfahrung in der Wissenschaft verfügen und nicht älter als 40 Jahre sind. Die Forschungsstipendiaten arbeiten an einem selbst gewählten Thema, das zum Projektziel und den damit zusammenhängenden Outputs passt und von den Projektpartnern unterstützt wird. Innerhalb des „Research for Development“-Rahmens muss das Projekt auch eindeutig für das Heimatland der Stipendiaten relevant sein und sollte die Nachhaltigkeit oder die Verbesserung der Lebensbedingungen in der Region in den Blick nehmen.

Das Stipendiatenprogramm findet an der Michael Succow Stiftung in Greifswald statt, wobei eine enge Zusammenarbeit mit der Universität Greifswald besteht. In Abhängigkeit vom Forschungsthema kommen in Ausnahmefällen auch andere wissenschaftliche Einrichtungen in Deutschland in Frage, sofern eindeutig Synergien mit den CADI-Projektzielen bestehen.

Das CADI-Fellowship-Programm beginnt am 1. Oktober 2017. Es umfasst ein monatliches Stipendium für einen Zeitraum von bis zu 12 Monaten, Zuschüsse zu den Kosten für Reisen und Ausrüstung, eine individuelle Betreuung sowie die Vernetzung mit internationalen Wissenschaftlern und Praktikern, die auf dem Gebiet der Erhaltung und nachhaltigen Nutzung von Wüsten arbeiten.

Informationen und Bewerbungen:
http://cadi.uni-greifswald.de/en/cadi-fellowship-call-for-applications/
http://succow-stiftung.de/cadi-fellowship.html