03.03.2021

Chiles nationale Strategie für grünen Wasserstoff

Solaranlage

Diese Solaranlage in der Atacamawüste gewinnt sauberen Strom für die Produktion von grünem Wasserstoff. Foto: GIZ

Im November 2020 verkündeten Präsident Sebastián Piñera und der Energieminister, Juan Carlos Jobet, die ehrgeizige nationale Strategie für grünen Wasserstoff, die eine Entwicklung einer grünen Wasserstoffindustrie im Land ermöglichen soll.

Ein Startsignal für ambitionierte Ziele, die auch in den national bestimmten Klimaschutzbeiträgen (NDC) von Chile festgeschrieben sind. Chiles nationale Strategie für grünen Wasserstoff verfolgt drei Hauptziele: bis 2025 über fünf Gigawatt Elektrolysekapazität im Aufbau zu haben, bis 2030 den kosteneffizientesten grünen Wasserstoff zu produzieren, und bis 2040 zu den weltweit drei größten Exporteuren zu gehören.

Um diese Ziele zu erreichen, soll ein zu entwickelnder Aktionsplan den regulatorischen und normativen Rahmen schaffen, die lokale und internationale Nachfrage zu ermitteln, finanzielle und steuerliche Anreize zu schaffen und die lokale Entwicklung zu unterstützen. Diese Maßnahmen verfolgen das übergeordnete Ziel, den Aufbau der nationalen grünen Wasserstoffindustrie bis 2025 zu beschleunigen und ab 2030 grünen Wasserstoff und seine Derivate exportieren zu können.

Parallel dazu entwickelt eine operative Taskforce transparente Genehmigungsverfahren und Pilotprojekte für grünen Wasserstoff und seine Derivate. Minister Jobet führte aus, dass „wir auch eine weitere Taskforce bilden werden, die Chile auf internationaler Ebene positionieren, und in Chile drei internationale Konsortien für Elektrolysekapazitäten von jeweils mindestens einem Gigawatt gründen wird“.

Grafik Wertschöpfungskette grüner Wasserstoff

Um die Nachfrage nach diesem sauberen Treibstoff zu erhöhen, werden Quotenmechanismen für den Einsatz in Gasnetzwerken untersucht – ein ähnlicher Ansatz wurde bereits bei der Förderung erneuerbarer Energien zuvor bereits erfolgreich angewendet. Darüber hinaus soll eine Arbeitsgruppe, der auch Vertreter aus Unternehmen angehören, die Nutzung von grünem Wasserstoff in industriellen Prozessen beschleunigen. Zudem soll die Wasserstoffindustrie in politischen Entscheidungen über Raumplanung und -entwicklung und insbesondere in Bezug auf die notwendige Infrastruktur berücksichtigt werden.

Das Energieministerium will darüber hinaus kritische Hürden beseitigen und die erforderlichen Sicherheitsstandards etablieren, um die Planungssicherheit für die lokalen und internationalen Investorenzu gewährleisten. In Chile befinden sich derzeit bereits mehr als fünf Großprojekte für die Produktion von grünem Wasserstoff und/oder seiner Derivate in der Entwicklung, einige dienen der Erfüllung der lokalen Nachfrage, andere sind für den Export vorgesehen.

Zu weiteren wichtigen Maßnahmen der chilenischen Wasserstoffstrategie zählen der Aufbau von Kapazitäten sowie der Wissenstransfer, um den Bedarf an Arbeitskräften für diese neue Industrie decken zu können. Die Strategie sieht ebenfalls die Einbindung lokaler Gemeinschaften und Interessenvertretenden vor, um eine frühzeitige und kontinuierliche Beteiligung zu sichern. Dies soll die Wertschöpfung steigern, die von lokalen Lieferanten erbracht werden kann.

Alle Aktivitäten zur Entwicklung einer grünen Wasserstoffwirtschaft in Chile werden von dem IKI-Projekt „Dekarbonisierung des chilenischen Energiesektors“ unterstützt, das von der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) seit 2014 durchgeführt wird.


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