04.01.2018

China startet das größte Emissionshandelssystem der Welt

Smog über der Verbotenen Stadt im Zentrum Pekings; Foto: Sophia Benzman/ GIZ.

Smog über der Verbotenen Stadt im Zentrum Pekings; Foto: Sophia Benzman/ GIZ.

Am 19. Dezember 2017 startete China offiziell sein Emissionshandelssystem (ETS). Obwohl das chinesische ETS bisher nur den Stromsektor umfasst wird es bereits von Beginn an das größte ETS der Welt sein. Mit 4,5 Milliarden Tonnen gehandelten CO2 übertrifft das chinesische System das EU ETS mit seinen rund 2 Milliarden Tonnen bei weitem. Allein im Stromsektor umfasst es bereits 1700 Firmen. Ursprünglich sollten auch Industrie und Verkehr beim Start des ETS enthalten sein. Diese Sektoren werden nun in den nächsten Jahren folgen.

Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums (BMUB) unterstützt mit ihrem Projekt „Capacity Building zur Unterstützung des Aufbaus eines nationalen Emissionshandelssystems (ETS) in China“ bereits seit 2012 durch fachliche Beratung und Schulungen. Themen sind hierbei rechtliche Grundlagen und Verfahrensstrukturen, Marktaufsicht, Definition von Emissionsobergrenzen, Allokationsmechanismen, Handelsplattformen und Kohlenstoffregister. Wie in einem derart komplexen System zu erwarten, stehen dabei die Anforderungen zu Monitoring und Berichterstattung (MRV) im Vordergrund. Zudem werden der regionale Wissensaustausch und die Einbindung Chinas in internationale Netzwerke zum Kohlenstoffmarkt unterstützt.

Im Jahr 2017 organisierte das Projekte unter anderem eine Fachstudienreise von Experten der Pilotregion Shanghai zum Thema ETS-Gesetzgebung nach Deutschland und Großbritannien, sowie einen gemeinsamen Workshop mit Experten des BMUB und der Deutsche Emissionshandelsstelle. Dabei stellte die chinesische Planungskommission (NDRC) ihren erarbeiteten ETS Gesetzesentwurf vor. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ) und dem Öko-Institut wurde ein Policy Paper für die NDRC erstellt. Es beleuchtet verschiedene Aspekte und Auswirkungen auf die Ausgestaltung des MRV Systems.

Um die Aufnahme der weiteren Sektoren vorzubereiten, fanden verschiedene Informations- und Trainingsveranstaltungen für die chinesische Industrie, beispielsweise im Stahl- und Zementsektor in Guangzhou und Shenzhen, zur qualitativ robusten Messung und Berichterstattung von THG-Emissionen an Industrieanlagen statt. In Shenzhen unterstützte das Projekt die Entwicklung und Anpassung von technischen Richtlinien zum Messen und Berichten von THG-Emissionen für Bus- und Taxi-Flotten.

Mit einem Beginn des tatsächlichen Emissionshandels wird im Jahr 2020 gerechnet. Das IKI-Projekt wird die Entwicklung des chinesischen ETS daher noch bis in das Jahr 2019 begleiten.

Illustration aus dem IKI Jahresbericht 2015-2016, S. 31, Grafik: SCHUMACHER.

IKI Jahresbericht 2015-2016