24.08.2015

Schutz von Feuchtgebieten im Nilbecken

Fischer im Papyrusboot am See

Fischer im Papyrusboot am Lake Tana. Foto: DW/Julia Henrichmann

Der Nil und seine Zuflüsse umfassen rund ein Zehntel der Fläche Afrikas und sind mit Abstand das wichtigste Süßwasserreservoir der Region. Fast ein Viertel der afrikanischen Bevölkerung lebt in den elf Anrainerstaaten. Im Jahr 1999 haben die Anrainerstaaten des Nils Ägypten, Äthiopien, Burundi, Kenia, Kongo, Ruanda, Sudan, Tansania und Uganda die Nilbeckeninitiative (Nile Basin Initiative, NBI) ins Leben gerufen, um einen gemeinsamen Rahmen für die Entwicklung und das Management der Wasserressourcen des Flusses zu schaffen. Deutschland unterstützt diese Initiative von Beginn an und steht unter anderem dem NBI Sekretariat beratend zur Seite.

Bisher wurden vor allem große Infrastrukturvorhaben für Wasserkraft und Bewässerung umgesetzt. Maßnahmen zur Sicherung der Ökosystemleistungen, z.B. von Feuchtgebieten, wurden bisher hingegen nicht ergriffen. Die Feuchtgebiete im Nilbecken sind sozioökonomisch und ökologisch jedoch von enormer Bedeutung. Sie dienen den großen Tierwanderungen z.B. im Südsudan und sind Lebensraum bedrohter Tierarten wie dem Schuhschnabel. Zugleich regulieren sie Hoch- und Niedrigwasser und die Gewässerqualität (regionale Ökosystemleistung) und decken zum Beispiel durch die Bereitstellung von Nahrungsmitteln und Baumaterialien oder durch Einkünfte aus dem Tourismus einen bedeutenden Teil des Lebensunterhalts der Bevölkerung (lokale Ökosystemleistung). Viele dieser bedeutenden, oftmals grenzüberschreitenden Feuchtgebiete sind allerdings durch zunehmende Drainage und Landnutzungsänderungen gefährdet, insbesondere durch ihre Umwandlung in Ackerland.

Aus diesem Grund haben sich die NBI Mitgliedsländer 2013 auf eine Feuchtgebietsstrategie ( "NBI Wetland Management Strategy") und auf ein ( "NBI Strategic Action Programm 2013-2017" geeinigt, um künftig verstärkt gemeinsame Maßnahmen zum verbesserten Feuchtgebietsschutz zu initiieren.

Das neue IKI Projekt unterstützt diese Ziele indem es hilft, Kenntnisse und Erfahrungen in den Planungen der NBI und der Anrainerstaaten zu verankern, die eine nachhaltige Bewirtschaftung grenzüberschreitend relevanter Feuchtgebiete stärken und die Nutzung von Ökosystemleistungen hervorheben.

Das Projekt wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GmbH) GIZ umgesetzt.


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