10.06.2016

Deutschlandjahr in Mexiko

Delfine im Wasser

Im Golf von Kalifornien leben unter anderem Delfine und fast alle auf der Welt vorkommenden Walarten/ Foto: Volker Koch/GIZ

Am 6. Juni 2016 ist das „Deutschlandjahr in Mexiko“ offiziell von Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier eröffnet worden. In den kommenden zwölf Monaten werden nun Deutschland und Mexiko das Motto “Allianz für die Zukunft“ mit Leben füllen und so die guten Beziehungen zwischen beiden Ländern noch weiter vertiefen. Dazu dienen bis Juni 2017 mehr als 1000 Veranstaltungen, auf denen unter anderem auch Projekte dargestellt werden, die das Bundesumweltministerium im Rahmen seiner Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) finanziert. Gleich im Juni wird auf einer Konferenz im Rahmen der Woche der Nachhaltigkeit „Dialoge für eine nachhaltige Zukunft“ auf die Themen „Nachhaltige Energie und Klimawandel“, „Schutz und nachhaltige Nutzung der Biodiversität“ und „Städtische Nachhaltigkeit“ eingegangen.

Bereits seit 2010 fördert das Bundesumweltministerium im Rahmen seiner IKI die mexikanische Klima- und Umweltpolitik durch eine Vielzahl an Klimaschutz- und Biodiversitätsprojekten. Zudem unterstützt die IKI des Bundesumweltministeriums Mexiko bei der Vorbereitung des 13. Treffens der Vertragsstaaten (Conference of the Parties, COP 13) des Übereinkommens über die biologische Vielfalt in Cancún (4.-16. Dezember 2016).

Montage von SolardächernEin von der IKI gefördertes Projekt ist die Mexikanisch-Deutsche Klimaschutzallianz. Sie berät den mexikanischen Partner unter anderem über mögliche Maßnahmen zur Minderung von Treibhausgasemissionen und erarbeitet auch Anpassungsstrategien, um negativen Folgen des Klimawandels entgegenzuwirken. Dazu wurde das erste und zweite Klimaschutzprogramm Mexikos (PECC I & II) überprüft und im Anschluss entsprechende Vorschläge zur Weiterentwicklung im Bereich Minderung und Anpassung erarbeitet. Einzelne Bundesstaaten, wie z.B. Veracruz, wurden in der Folge bei der Umsetzung des nationalen Klimagesetzes (LGCC) beraten. Diese und viele weitere Maßnahmen trugen dann dazu bei, dass Mexiko als erstes aufstrebendes Schwellenland im März 2015 seinen nationalen Klimaschutzbeitrag (INDC) für das Klimaschutzabkommen in Paris veröffentlichte.
Ein weiterer Fokus der Zusammenarbeit liegt auf dem Ausbau erneuerbarer Energien und auf der Einführung national angemessener Klimaschutzmaßnahmen (NAMAs) in Mexiko auf der Ebene von (Teil-) Sektoren. Im NAMA-Programm wurden derartige Maßnahmen für Energieeffizienz in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie für den Frachtverkehr entwickelt, die auch zur Wettbewerbsfähigkeit der mexikanischen Wirtschaft beitragen würden. Außerdem ist im Sektor für Wohngebäudeneubau die Emissionsminderung vorbereitet und pilothaft bereits angewendet worden. Das Wohnungsbau-NAMAs wird derzeit mithilfe der NAMA-Fazilität umgesetzt. Dadurch soll eine nachhaltige Entwicklung mexikanischer Städte gefördert werden.

Auch im grünen Bereich zeichnet sich die Zusammenarbeit durch höchst innovative Projekte aus. So unterstützt ein IKI-Projekt die nationale Schutzgebietskommission (CONANP) dabei,
die Kenntnisse über den Wert, insbesondere den ökonomischen, von Ökosystemleistungen in föderalen Schutzgebieten Mexikos zu verbessern. Die Kenntnisse sollen breitenwirksam kommuniziert und in politischen Entscheidungsprozessen eingebracht werden. Dadurch sollen zusätzliche finanzielle Mittel für das Schutzgebietsmanagement mobilisiert werden. Im Februar wurde eine Konferenzreihe (Webinar) zum Thema Bewertung von Ökosystemleistungen initiiert. Im Dezember begann die Studie zur Bewertung des ökonomischen und sozialen Beitrags der föderalen Naturschutzgebiete in Mexiko für ausgewählte Wirtschaftssektoren (Landwirtschaft, Fischerei, Forstwirtschaft und Tourismus). Bei den ausgewählten Wirtschaftssektoren handelt es sich um die Schwerpunktsektoren, die von Mexiko für die 13. Vertragsstaatenkonferenz der CBD für das Thema Mainstreaming. Die Studienergebnisse sollen auf der Vertragsstaatenkonferenz vorgestellt werden.

Ganz konkret arbeitet ein IKI-Projekt am Schutz der Meeres- und Küstenbiodiversität im Golf von Kalifornien. Die Region ist Heimat einzigartiger und artenreicher Ökosysteme, die unter anderem durch industrielle Fischerei, touristische Großprojekte und Agroindustrie bedroht sind. Maßnahmen werden umgesetzt, die der lokalen Bevölkerung ein Einkommen sichern und gleichzeitig auch die biologischen Ressourcen erhalten. Insgesamt werden die Parkverwaltungen von 21 Meeresschutzgebieten in der Region unterstützt, indem sie eine engere gemeinsame Strategie verfolgen, sich enger untereinander abstimmen und über angrenzende Sondernutzungszonen ihren Einfluss auf den Schutz der Meeresbiodiversität erweitern. Es wurden bereits 16 erfolgreiche lokale Modelle einer nachhaltigen Nutzung der Meeresbiodiversität in der Region breitenwirksam repliziert.
Zudem wurde ein deutsch-spanischer Blog eingerichtet, der über klimarelevante Vorhaben in Mexiko informiert und ein Newsletter, der über die deutsche Zusammenarbeit im Bereich Biodiversität berichtet.

Mann in WerkstattEs ist weiterhin geplant, dass die mexikanischen Partner auch in folgenden Bereichen über die IKI unterstützt werden. Bei der Förderung der Kohärenz zwischen Klima- und Energiepolitik im Zuge der Liberalisierung des Energiemarktes und bei der Vorbereitung der Umsetzung eines Emissionshandelssystems. Ebenfalls soll der Wert von Biodiversität und Ökosystemleistungen in produktiven Sektoren, wie den Agrarsektor integriert und die Fähigkeiten zur Anpassung an den Klimawandel und nachhaltigen Nutzung von natürlichen Ressourcen in der Viehwirtschaft und im Tourismussektor gestärkt werden. 


Weitere Informationen

Projektbeschreibung Mexikanisch-Deutsche Klimaschutzallianz

Projektbeschreibung 25.000 Solardächer

Projektbeschreibung NAMAs in Mexiko

Projektbeschreibung Schutz und nachhaltige Nutzung der Meeres- und Küstenbiodiversität im Golf von Kalifornien

Projektbeschreibung Bewertung von Ökosystemleistungen in föderalen Naturschutzgebieten Mexikos

Blog der Klimaallianz Deutschland-Mexiko
http://climate.blue/de/

Youtube Kanal der GIZ Mexiko