07.05.2020

Dezentrale Solarstromversorgung auf Indiens Dächern

Photovoltaik-Anlage auf Flachdach

PV-Anlage Indien. Foto: GIZ

Die indische Regierung hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesteckt: Das Land möchte bis 2022 bereits 100 Gigawatt Solarenergiekapazitäten aufgebaut haben. Innerhalb der Solarstromerzeugung besitzen dezentrale Photovoltaik-Installationen, insbesondere auf Dächern, ein besonders hohes Potenzial. 40 Prozent des Aufbaus sollen mit ihnen bewältigt werden. Zum Vergleich: In Deutschland werden 2019 etwa 42 Gigawatt durch Solarinstallationen produziert, davon mehr als 70 Prozent durch Dachanlagen. Trotz ambitionierter Ziele bleibt der Aufbau der Erneuerbaren Energien in Indien bisher noch hinter den eigenen Erwartungen zurück.

Das IKI-Projekt Integration Erneuerbarer Energien in das indische Elektrizitätssystem (I-RE)Integration Erneuerbarer Energien in das indische Elektrizitätssystem (I-RE)unterstützt das indische Ministerium für neue und erneuerbare Energie (MNRE) dabei, den Strommarkt in Indien klimaschonend weiterzuentwickeln und den Anteil erneuerbarer Energien zu vergrößern. Dazu verbindet es Klima- und Energiepolitik insbesondere bei der Stadtentwicklung miteinander und unterstützt insbesondere Verteilnetzbetreiber beim Übergang zu einem emissionsarmen Energiesektor.

Das Projekt analysiert dafür zum einen den Strommarkt die bestehenden Energiesysteme. Darauf aufbauend erarbeitet es Rahmenbedingungen für eine dezentrale Energieversorgung mit Photovoltaik (PV) und demonstriert die Machbarkeit von PV-Aufdachanlagen mittels eines Prototyps. Zudem zeigt es die wirtschaftlichen und technischen Vorteile eines zügigen Ausbaus auf und entwickelt Fördermechanismen zur Verbreitung von dezentraler Photovoltaik. Gemeinsam mit Pilotstädten des indischen Smart-Cities-Programms werden Empfehlungen zur Unterstützung des Ausbaus erarbeitet und umgesetzt. Studien und Fortbildungsveranstaltungen stärken die Expertise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ministerium zu diesen Themen. Das Projekt baut so Vorurteile gegenüber erneuerbaren Energien ab, die bisher als zu teuer, zu unzuverlässig oder zu kleinteilig angesehen werden und unterstützt Indien, die nationalen Klimaziele und NDC zu erreichen.

Indien als wichtiger Klimapartner

Die Wichtigkeit einer engen Zusammenarbeit von Deutschland und Indien in der Umwelt- und Klimapolitik betonten auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze und ihr indischer Amtskollege Harsh Vardhan im Februar 2019 in Neu-Delhi beim dritten Deutsch-Indischen Umweltforum. „Wir brauchen Indien, um die globalen Umweltprobleme zu lösen. Ob beim Kampf gegen den Klimawandel, beim Einsatz gegen die Vermüllung der Meere oder beim Schutz der Artenvielfalt – Indien ist einer unserer wichtigsten Partner“, unterstrich die Ministerin.