20.12.2018

Digitalisierung des Energiesektors – Eine Chance für den Klimaschutz?

Teilnehmende der Studienreise; Foto: @GIZ 2018

Teilnehmende der Studienreise; Foto: @GIZ 2018

Der Energiesektor spielt bei der Umsetzung von Klimaschutzzielen eine wichtige Rolle, auch in Mexiko. Das IKI-Projekt „Stärkung der Kohärenz der Klima- und Energiepolitik in Mexiko“ unterstützt das mexikanische Energieministerium SENER (Secretaría de Energía) und das Umweltministerium SEMARNAT (Secretaría de Medio Ambiente y Recursos Naturales) bei der Harmonisierung der Politikfelder Klima und Energie zur Erreichung der nationalen mexikanischen Minderungsziele (NDC). Insbesondere die Digitalisierung des Energiesektors bietet vielversprechende Ansätze für den Klimaschutz sowohl in Mexiko als auch in Deutschland, sodass innerhalb dieses IKI-Projekts ein reger Austausch zum Thema zwischen den beiden Ländern stattfindet. 

Mexiko bekennt sich klar zum Klimaschutz und hat mit einer Energiereform und einem Energiewendegesetz Rahmenbedingungen geschaffen, um die klimafreundliche Transformation seines Energiesektors zu beschleunigen und den Anteil der sauberen Energien im Stromsektor bis 2024 auf 35 Prozent zu erhöhen. 2015 hat sich Mexiko im Rahmen seines NDC-Beitrags auf internationaler Ebene dazu bereit erklärt, bis 2030 die Treibhausgasemissionen gegenüber Business as Usual (BAU) um 22 Prozent, mit internationaler Unterstützung sogar um 36 Prozent, zu senken. Wie diese Transformation gelingen kann und welchen Beitrag die Digitalisierung in der Energiewirtschaft für den Klimaschutz spielen kann, waren Themen einer Studienreise mexikanischer Energieexpertinnen und -experten nach Deutschland im September 2018 und eines internationalen Forums, das Mitte Oktober 2018 in Mexiko-Stadt ausgerichtet wurde.

Besuch des Europäischen Energieforums (EUREF) Campus in Berlin von den Teilnehmenden während der Studienreise; Foto: @GIZ 2018Studienreise nach Deutschland

Als Vorbereitung für das internationale Forum wurde im September eine Studienreise nach Deutschland organisiert, mit 16 Teilnehmenden verschiedener mexikanischer Regierungsinstitutionen und Startups. Zu den Höhepunkten gehörten die Besuche im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), im Umweltbundesamt (UBA), beim Start-Up Accelerator Spin Lab in Leipzig sowie eine Unternehmerveranstaltung in der mexikanischen Botschaft.

Digitalisierung und Klimaschutz: Internationales Forum lotet Chancen aus

150 Entscheiderinnen und Entscheider aus Politik, Forschung und dem Privatsektor diskutierten auf Einladung des IKI-Projekts im Oktober in Mexiko-Stadt über die Potenziale der Digitalisierung des Energiesektors für den Klimaschutz. Mexikanische und internationale Energie- und Klimaexpertinnen und -experten sowie Vertreterinnen und Vertreter aus wissenschaftlichen Einrichtungen und der Privatwirtschaft stellten in Impulsvorträgen aktuelle Entwicklungen der Digitalisierung des Energiesektors vor. In gemeinsamen Workshops zu den Themen Smart Grids (intelligente Übertragungs- und Verteilnetze), Smart Markets (digitale Lösungen zur Integration von Angebot und Nachfrage in Märkten mit einem hohen Anteil variabler erneuerbarer Energien) und Energieeffizienz entwickelten sie zahlreiche Ideen, wie neue Digitalisierungstechnologien die Nutzung erneuerbarer Energien verbessern und zur Einsparung von Energie und somit zu einer besseren Klimabilanz beitragen können. Die Vorschläge reichten von der Verwendung optimierter Prognoseinstrumente zur Stromerzeugung über dezentralen Stromhandel mit Hilfe von Blockchainanwendungen bis hin zum Aufbau einer Startup-Plattform zwischen Mexiko und Deutschland. Auch der Austausch zu digitalen Schlüsseltechnologien im Bereich der Energieeffizienz und deren Anwendung in Pilotprojekten wurde als vielversprechend identifiziert.

Podiumsdiskussion zum Thema Energiesektorreform in Mexiko; Foto: @GIZ 2018

Deutlich wurde auch, dass die notwendige Dekarbonisierung des Energiesektors beide Länder vor große Herausforderung stellt und die Umsetzung nur durch sektorübergreifende Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft möglich ist.