08.02.2011

Einsatz von Biokraftstoffen auf den Galapagos-Inseln

Die Galapagos-Inseln sind bekannt für ihren großen Artenreichtum. Sie sind als Nationalpark geschützt und als Biosphärenreservat von der UNESCO anerkannt. Doch haben die Inseln mit großen Umweltbelastungen zu kämpfen. So wird auf den bewohnten Inseln Strom überwiegend mit Hilfe Dieselkraftstoff erzeugt, der mit Tankschiffen vom Festland gebracht wird. Tankerunfälle und auslaufende fossile Treibstoff haben die Ökosysteme des Archipels bereits wiederholt geschädigt. Die ecuadorianische Regierung hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2015 die Energieversorgung der Galapagos-Inseln vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen. Vor allem sollen fossile Kraftstoffe durch umwelt- und sozialverträglich angebautes Pflanzenöl ersetzt werden. Hierfür eignet sich das Öl der in Ecuador heimischen Jatropha Curcas (Purgiernuss). 

Am 08. Februar 2011 wurden nun unter großer Medienaufmerksamkeit und Anwesenheit zahlreicher, hochrangiger Gäste auf der Insel Floreana zwei Generatoren eingeweiht, die ausschließlich mit Öl aus der Jatropha-Pflanze gespeist werden. Technik, Beratung und ein großer Teil der finanziellen Mittel dafür stammen aus Deutschland: Die Vereinigten Werkstätten für Pflanzenöltechnologie (VWP) rüsteten Deutz-Generatoren auf den Betrieb mit reinem Jatropha-Öl um. Die Gelder stellte das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) bereit. Zusammen mit einer Solaranlage, die mit Mitteln der spanischen Kooperation erbaut wurde, versorgt sich die Insel Floreana nun zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien – als weltweit erste und bisher einzige Insel.

Das von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführte IKI-Projekt hat auch eine soziale Komponente: Kleinbauern aus der armen Küstenprovinz Manabi ernten die Früchte für die Ölgewinnung aus bereits bestehenden Jatropha-Hecken und verarbeiten sie zu Pflanzenöl. So haben die Menschen eine neue, nachhaltige Einkommensquelle. Die Frucht ist für den menschlichen Genuss ungeeignet und beansprucht keine für die Nahrungsgewinnung nötige Anbaufläche. 

Die Inbetriebnahme der Generatoren ist ein wichtiger Schritt hin zu einer Klima schonenden und wirtschaftlichen Energieversorgung in der Region. Es kann als Modell für weitere Maßnahmen dienen und demonstriert den erfolgreichen Einsatz innovativer Technologie aus Deutschland. 


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