07.02.2019

Elektro-Mobilität in Costa Rica auf dem Vormarsch

Stark befahrene Straße in Costa Rica; Foto: Pablo Cambronero/GIZ

Stark befahrene Straße in Costa Rica; Foto: Pablo Cambronero/GIZ

Costa Rica hat Anfang Juni 2018 eine Umweltinitiative ins Leben gerufen, deren Ziel es ist, den öffentlichen Nahverkehr schrittweise zu elektrifizieren und immer weniger traditionelle Dieselmotoren einzusetzen. "Costa Rica muss einen grundlegenden Wandel im Transportsektor bewirken, der nicht nur Treibhausgasemissionen, sondern auch Luftverschmutzung und Lärm in unseren Städten reduziert", erklärte Umweltminister Carlos Manuel Rodríguez in San José bei der feierlichen Verkündung der Initiative am 5. Juni 2018, dem internationalen Umwelttag.

Am 24. Februar 2019 kündigt Costa Rica außerdem einen langfristig angelegten, sektorübergreifenden Plan zur nationalen Treibhausgasminderung an. In drei Strängen sollen bis 2050 gezielte Maßnahmen in der Industrie, dem Energiesektor, der Abfall- und Agrarwirtschaft und dem Transportsektor umgesetzt werden. Aktuell trägt letzterer in Costa Rica 44 Prozent der Netto-Emissionen des Landes bei. Das mittelamerikanische Land will gemäß seiner national bestimmten Klimaschutzbeiträge (NDC) sektorübergreifend 44 Prozent der Emissionen reduzieren (verglichen mit dem Business-As-Usual-Szenario) und 25 Prozent im Vergleich zu 2012. Das wären 170.500 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr bis 2030. Der neue Dekarbonisierungsplan verankert wichtige notwendige Meilensteine für das ambitionierte Unterfangen, wie etwa die Modernisierung des ÖPNV, die Einführung eines Schnellzuges und die Elektrifizierung von Bussen, Zügen und Taxen.

Schlange von Bussen auf einer viel befahrenen Straße; Foto: Pablo Cambronero/GIZIm Rahmen eines Pilotprojekts werden derzeit die Voraussetzungen für die erfolgreiche Einführung der Elektromobilität in Costa Ricas Nahverkehr geprüft, potentielle Fahrtrouten analysiert und geeignete Plätze für die Installation der Ladeinfrastruktur definiert. Neue Preistarife für die Fahrkarten müssen ebenso entwickelt werden, wie Energiepreistarife für die Busunternehmen. Mit dem Energieversorger ICE wird an einer optimalen Ladestrategie gearbeitet. In einer Vielzahl an Workshops werden Busunternehmer über Finanzierungsmodelle informiert und Busfahrer im Umgang mit den Elektro- oder kurz "E-Bussen" geschult werden.

Zunächst sollen in der sogenannten GAM - Gran Area Metropolitana - drei E-Busse auf ausgewählten Routen eingesetzt und die dazugehörige Ladeinfrastruktur geschaffen werden. Experten aus Chile, wo kürzlich 100 E-Busse im ÖPNV der Hauptstadt Santiago eingeführt wurden, stehen für den Erwerb der Busse beratend zur Seite. Die GAM umfasst die Hauptstadt San José und deren Umgebung (Alajuela, Heredia und Cartrago) und besteht aus 164 Distrikten. Hier lebt etwa 60 Prozent der Bevölkerung Costa Ricas. Das Bundesumweltministerium (BMU) fördert die Initiative im Rahmen seiner Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) mit 2,5 Millionen Euro. Weitere umgerechnet gut 660.000 Euro kommen aus dem Fonds der Costa Rica - United States Foundation for Cooperation (CRUSA). Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH unterstützt die Initiative im Rahmen des IKI-Vorhabens "MiTransporte" gemeinsam mit den nationalen Umwelt- und Transportministerien, sowie dem United Nations Environment Programme (UNEP). Die GIZ arbeitet dabei eng mit dem Privatsektor, zahlreichen Busunternehmen, nationalen Nichtregierungsorganisationen sowie multilateralen und lokalen Banken zusammen.

Busse sind in Costa Ricas Verkehr keine Seltenheit; Foto: Pablo Cambronero/GIZ"Wir freuen uns sehr, die costa-ricanische Regierung bei der Förderung eines menschenwürdigen, klimafreundlichen öffentlichen Verkehrssystems zu unterstützen, das die Lebensqualität der Nutzer und Nutzerinnen erhöht und durch neue saubere Technologien Treibhausgasemissionen reduziert", bekräftigt Andreas Villar, Landesdirektor der GIZ in Costa Rica.


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