29.12.2016

Elektrofahrzeuge für klimafreundliche Mobilität in China

Mehrere kleine Elektroautos an einer Ladestation in China

Elektroautos beim Aufladen; Foto: GIZ China

Im letzten Monat kamen Vertreter von nationalen und lokalen chinesischen Behörden, Automobilherstellern, Nichtregierungsorganisationen und führenden Forschungsinstituten mit Vertretern des Bundesumweltministeriums (BMUB) zum Abschluss-Workshop des deutsch-chinesischen Projekts „Klimaschutz und Elektromobilität“ zusammen. Eines der wichtigsten Projektergebnisse waren verschiedene Szenarien, die zeigen, dass eine Verringerung des Treibhausgasausstoßes um bis zu 70 % möglich ist.

Seit 2010 steht die Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Förderung der Elektromobilität ganz oben auf der Agenda der beiden Länder. So wurde die bilaterale Zusammenarbeit bei Elektrofahrzeugen in Bezug auf zahlreiche Themen ausgebaut. Dazu gehört auch ein deutsch-chinesisches Kooperationsprojekt zu Elektromobilität und Klimaschutz in China, das von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des BMUB finanziert und von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH umgesetzt wird. Mit dem Projekt sollen die technischen Voraussetzungen für Strategien geschaffen werden, die eine klimafreundliche Entwicklung von Elektrofahrzeugen und deren Integration in ein nachhaltiges Verkehrskonzept ermöglichen.

Große sich kreuzende Straßen mit vielen Autos vor Hochhäusern in Beijing

Die Projektergebnisse wurden am 4. November 2016 auf einem Workshop in Peking vorgestellt. In seiner Eröffnungsansprache hob Dr. Nobert Salomon, Ministerialdirigent der Unterabteilung IG I Immissionsschutz, Anlagensicherheit und Verkehr im BMUB, die große Bedeutung von Elektrofahrzeugen für den Klimaschutz hervor: „Deutschland ist an den wertvollen Erfahrungen interessiert, die China bei der Entwicklung von Elektrofahrzeugen gesammelt hat. Wir hoffen, dass wir voneinander lernen können.“ Die Leiterin der Abteilung Automobilindustrie im chinesischen Ministerium für Industrie und Informationstechnik (MIIT), She Weizhen, ergänzte: „Dieses Kooperationsprojekt hat unseren politischen Dialog sowie den technischen Austausch zwischen der deutschen und der chinesischen Industrie gefördert. Wir hoffen, dass wir bei weiteren wichtigen Themen zusammenarbeiten werden und dass es uns gemeinsam gelingt, eine Senkung des Energieverbrauchs und der Treibhausgasemissionen herbeizuführen.“

Sprecher vor einer Präsentation zu Elektromobilität

Eines der zentralen Ergebnisse des Projekts ist eine Studie zur Abschätzung der Umweltfolgen bei einer Umstellung auf Elektrofahrzeuge. Im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor würden Elektrofahrzeuge selbst beim aktuellen Energiemix in China zu einer Verringerung des CO2-Ausstoßes beitragen. Wie die Analyse eines entsprechenden Szenarios ergab, würde eine massive Förderung von Elektrofahrzeugen dazu beitragen, den jährlichen CO2-Ausstoß von Pkw bis 2050 auf 0,24 Billionen Tonnen zu senken. Ein hoher Anteil von Elektrofahrzeugen an den Fahrzeugflotten sowie ein hoher Anteil von erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung würden den CO2-Ausstoß in China verglichen mit der aktuellen Situation um bis zu 70 % verringern. Außerdem könnten auch die Städte von Elektrofahrzeugen profitieren: Denn die Elektrifizierung der Fahrzeugflotten würde die Konzentrationen von Feinstaub (PM 2,5) und Stickstoffdioxid in den städtischen Ballungsräumen Chinas zurückgehen lassen. So plant die chinesische Hauptstadt, ihre Busflotten innerhalb des fünften Stadtautobahnrings in den nächsten zwei bis drei Jahren vollständig auf Elektrofahrzeuge umzustellen.

Großer öffentlicher Bus hält am Gehweg einer Straße

Neben der Dekarbonisierung des Energiesektors gilt es, die Energieeffizienz der Fahrzeuge in den Blick zu nehmen, um den Klimaschutzeffekt von Elektrofahrzeugen zu verbessern. Deshalb hat das Projekt gemeinsam mit dem China Automotive Technology and Research Center (CATARC) verschiedene Maßnahmen zur Ermittlung des Stromverbrauchs von Elektrofahrzeugen bewertet und ermittelt, wie sich der Stromverbrauch durch Elektrofahrzeuge auf die Einsparziele des Automobilsektors insgesamt auswirkt. Die Projektergebnisse zeigen, dass der Energiesparvorteil von Elektrofahrzeugen gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor schrittweise steigen wird, weil der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung in China kontinuierlich zunimmt. Strenge Abgasvorschriften für herkömmliche Fahrzeuge könnten also künftig durch die Energieeffizienz von Elektrofahrzeugen und deren Marktanteil beeinflusst werden. Die Projektergebnisse werden den zuständigen chinesischen Behörden als technische Unterstützung und Referenzmaterial zur Verfügung gestellt.

Die auf dem Workshop vorgestellten Ergebnisse haben gezeigt, dass Elektrofahrzeuge ein großes Potenzial bieten, um Energie zu sparen, den Treibhausgasausstoß im Verkehrssektor zu senken und die Luftqualität in den Städten zu verbessern. Sowohl China als auch Deutschland brachten ihre Absicht zum Ausdruck, auch künftig gemeinsam an der Entwicklung eines CO2-armen Transportsektors zu arbeiten.