12.04.2017

Energie aus landwirtschaftlichem Abfall in Peru

Zwei Arbeiter mit Schutzhelömen stehen auf einer Solardachanlage und säubern sie mit Wasser und Wischer.

Beispiel einer Biogasanlage in ländlichem Peru, Foto: SNV

Im Februar präsentierte ein Vorhaben der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) in Lima Pilotprojekte für erneuerbare Energien. Geschäftsmodelle für den häuslichen Zugang zu Biogas, für ländliche Regionen und für städtische Ballungszentren wurden den Akteuren des Energiesektors, darunter hochrangige Vertreter der Regierung, der Entwicklungszusammenarbeit, der Forschung und der Finanzinstitute, vorgestellt. Die Pilotprojekte sollen die Nutzung von Bioenergie in Peru unterstützen.

In den ländlichen Gebieten Perus ist die Stromversorgung für die oftmals von Armut betroffene Bevölkerung sehr teuer. Der Zugang zu kostengünstigen, erneuerbaren Energien für Familien und Gemeinden kann somit nicht nur zum Klimaschutz, sondern auch zur ländlichen Entwicklung beitragen. Das IKI-Vorhaben „Entwicklung eines strategischen Bioenergie-Modells zur Unterstützung eines Energie-NAMA in Peru“, im Land auch „Qanchary Llaqta“ genannt, der Niederländischen Entwicklungsorganisation (SNV), etabliert seit März 2016 ein umfassendes Management des Bioenergiemarktes.

Bei der Veranstaltung wurden die Nutzung erneuerbarer Energien in der Entwicklung Perus und die gemeinsame, internationale Zusammenarbeit hervorgehoben. Verfügbare Alternativen der Energieerzeugung zu identifizieren und die Einführung des Bioenergiemarktes durch Projekte wie dem Qanchary Llaqta zu fördern, sind von wesentlicher Bedeutung zur Erreichung der Klimaschutzziele. Dazu zählen beispielsweise die Stärkung der technischen und finanziellen Kapazitäten auf lokaler Ebene sowie die Implementierung von Maßnahmen zur Erzeugung erneuerbarer Energien, Energie- und Ressourceneffizienz.

Qanchary Llaqta hat vier Geschäftsmodelle – dargestellt in Pilotprojekten – entwickelt, die land- und forstwirtschaftlichen Betrieben die Nutzung lokal erzeugter Bioenergie ermöglichen soll.

Die Geschäftsmodelle wurden insbesondere mit Blick auf zwei Märkte präsentiert: Partnerschaften mit 20 Mitgliedern sowie Städte bis 30.000 Einwohner profitieren von Investitionen im Bereich zwischen 30.000 USD und 1 Mio. USD pro Partnerschaft für einen regionalen Bioenergieplan. Ein mittlerer Investitionsmaßstab über 8 Mio. USD eignet sich in städtischen Ballungszentren mit mehr als 30.000 Einwohnern. Die kleiner skalierten Modelle beschäftigen sich mit dem häuslichen Zugang zu Biogas sowie der Elektrifizierung isolierter, ländlicher Städte und Regionen mit Biogas. Für größere Städte können sogenannte Bioparks errichtet werden, die Strom mit einer Leistung bis 3 MWh aus den anfallenden Siedlungsabfällen erzeugen. Gleichzeitig trägt die Verwertung der Abfälle zur Verbesserung des Stadtbilds und der hygienischen Situation bei.

Das Potenzial durch die Nutzung von Bioenergie sieht auch die peruanische Regierung. Durch öffentliche Investitionen wie „Invierte Perú“, können nachhaltige Infrastrukturvorhaben finanziert werden, die zu einer umwelt- und klimafreundlichen Entwicklung beitragen. Gemeindeverwaltungen werden unterstützt, Anreize zur Optimierung des Abfallmanagements und Verwertung der Abfälle zu entwickeln.

Durch Projekte wie diese wird eine zuverlässige Energieversorgung gestärkt, während die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wie Diesel oder Erdöl abgebaut wird. In isolierten oder entfernten Regionen wird der Zugang zu Strom auch für eine einkommensschwache Bevölkerung ermöglicht, der aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugt wird. Ein ordnungsgemäßes Abfallmanagement, mit der Nutzung der Reststoffe als Energiequelle, kommt neben den sozialen Aspekten vor allem auch der Minderung von Treibhausgasen und somit unserem Klima zugute.

Foto zeigt einen Beutel auf dem das Logo des Qanchary Llaqta Projekts (bunte dynamische Streifen, die den Schriftzug umrunden) aufgedruckt ist; auf dem Beutel liegt eine Broschüre zum Projekt auf deren Titelbild das Logo sowie die in mehreren Grüntönen gehaltene grafische Darstellung einer Weide, mit Kühen, Schweinen und Schafen und im Hintergrund vereinzelten Bäumen, abgedruckt ist. An die Broschüre ist ein hölzerner Kugelschreiber geklemmt; Foto: SNV.