21.05.2014

Erbe einer einzigartigen Evolutionsgeschichte – Biologische Vielfalt auf Inseln

Grüne Meeresschildkröte

Grüne Meeresschildkröte, Quelle: ©Jan Steffen

2014 steht der Tag der Biologischen Vielfalt unter dem Motto "Biodiversität von Inseln". Ein brisantes Thema, denn gerade Inseln beherbergen eine Vielzahl endemischer Tier- und Pflanzenarten, die zunehmend bedroht sind. Die Internationale Klimaschutzhilfe des Bundesumweltministeriums fördert Projekte zum Biodiversitätsschutzauf Inseln.

Der 22. Mai gilt seit dem Jahr 2000 als der "Internationale Tag der Biologische Vielfalt". In Erinnerung an den 22.5.1992, als sich die internationale Gemeinschaft in Nairobi über eine Konvention zur Biologischen Vielfalt verständigte. Das Übereinkommen über die biologische Vielfalt CBD (Convention on Biological Diversity) trat 1993 in Kraft und ist mit 193 Vertragsstaaten eine der erfolgreichsten UN Konventionen. Das Ziel ist, bis 2020 den Verlust biologischer Vielfalt aufzuhalten. Der strategische Plan 2011-2020 liefert in den nächsten Jahren den Rahmen für eine globale und ambitionierte Biodiversitätspolitik.

Der 22. Mai steht jedes Jahr unter einem anderen Motto. Analog zu dem von der UN ausgerufenen Jahr "der kleinen Inselentwicklungsländer" lautet das CBD Motto für 2014 "Biodiversität von Inseln". Das Thema ist hoch brisant, denn gerade Inseln beherbergen eine Vielzahl endemischer Pflanzen- und Tierarten, die zunehmend bedroht sind. Durch die isolierte Insellage ist eine Ausbreitung dieser speziellen Arten kaum möglich, was sie besonders anfällig macht gegenüber veränderten Klima- und Lebensbedingungen, anderen, invasiven Arten, Flächenumwandlung, Ressourcenübernutzung und Umweltverschmutzung. Insofern ist der Artenverlust auf Inseln besonders gross: Von 724 Spezies, deren Aussterben in den letzten 400 Jahren dokumentiert wurde, stammten mehr als die Hälfte von Ökosystemen auf Inseln, ihren Küsten und angrenzenden Meeresgebieten.

Auch für die menschlichen Bewohner von Inseln sind diese einzigartigen Ökosysteme meist die Grundlage ihres Lebensunterhalts und somit Voraussetzung für eine funktionierende Wirtschaft, das Wohlbefinden und die kulturelle Identität von 600 Millionen Menschen weltweit, also rund einem Zehntel der Weltbevölkerung. Inselstaaten sind für die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums (BMUB) wichtige Partner bei der Umsetzung von Klima- und Biodiversitätsschutzmassnahmen. Mit rund 100 Millionen Euro fördert das BMUB über die IKI bislang zahlreiche biodiversitätsrelevante Projekte auf Inseln vor allem in den Bereichen ökosystemare Anpassung an die Folgen des Klimawandels sowie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt. Diese Projekte bieten oftmals auch über die Landesgrenzen der kleinen Inselstaaten hinaus für die gesamte Region wirksame Entwicklungsmassnahmen. So leisten die Projekte der Internationalen Klimaschutzinitiative in Inselregionen zudem einen beachtlichen Beitrag zur Förderung zwischenstaatlicher Biodiversitäts- und Anpassungsstrategien.