04.09.2012

Erste Projekte im neuen Förderbereich "biologische Vielfalt" bewilligt

Ein Schmetterling hängt von einem Blatt, im Hintergrund ein kleiner Wasserfall

Quelle: iStockphoto/HowenSia

Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) fördert bereits seit 2008 Klima-Projekte, die auch zum Schutz der biologischen Vielfalt beitragen. Seit 2011 hat die IKI nun einen eigenständigen Förderbereich "Biologische Vielfalt", der gezielt Projekte finanziert, die die Umsetzung des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) unterstützen. Die Mittel dafür stammen aus dem Energie- und Klimafonds, der sich aus den Versteigerungserlösen der Emissionszertifikate speist. Im August 2012 wurden die ersten Projekte in diesem Förderbereich bewilligt.

So befasst sich ein Projekt in Brasilien mit dem langfristigen wirtschaftlichen Potential von intakten Ökosystemen. Es sensibilisiert private und öffentliche Schlüsselakteure für den sozioökonomischen und kulturellen Wert von Ökosystemdienstleistungen und Biodiversität –  zum Beispiel Nahrungs- und Wasserversorgung oder Kohlenstoffspeicherung. Sie werden dazu angeregt, die Wertschöpfung natürlicher Ressourcen in Entscheidungsprozessen zu berücksichtigen. Der Schutz von Ökosystemen hilft, Emission zu mindern, Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel zu erhöhen und die biologische Vielfalt zu erhalten. Das Vorhaben ordnet sich in die internationale "Economics of Ecosystems and Biodiversity" (TEEB)-Agenda ein und trägt durch einen aktiven Lern- und Erfahrungsaustausch in Politik und Wirtschaft zur internationalen TEEB-Wissensplattform bei. In lokalen und regionalen Pilotbeispielen gesammelte Erfahrungen zur ökonomischen Bewertung und zur Kompensation von Ökosystemdienstleistungen fließen in die nationale Politik- und Strategiegestaltung Brasiliens ein.

Auf den Philippinen unterstützt ein anderes IKI-Projekt die nationale Regierung, die gesetzlichen Voraussetzungen für den Schutz und das Management von ausgewiesenen Schutzgebieten in marinen und terrestrischen ‚Key Biodiversity Areas‘ zu verbessern. Durch Trainingsmaßnahmen und Workshops zum Erfahrungsaustausch stärkt es die Fähigkeiten des philippinischen Umweltministeriums im Schutzgebietsmanagement. Zudem fördert das Projekt bessere Verwaltungsstrukturen und -methoden in 60 bereits existierenden Schutzgebieten sowie die Einrichtung von 100 neuen terrestrischen und marinen Schutzgebieten.

Zwei weitere neue IKI-Projekte setzen sich für den Schutz und die nachhaltige Nutzung von Küsten- und Meeresgebieten ein. In Indien entwickelt und implementiert ein Projekt Modelle für eine Beteiligung der lokalen Bevölkerung am nachhaltigen Management von biologischer Vielfalt in ausgewählten Küsten- und Meeresschutzzonen. Dabei bindet es die Bevölkerung eng mit ein, schafft alternative Einkommensquellen durch Ökotourismus und sichert die Lebensgrundlagen zum Beispiel durch sich erholende Fischbestände. Aufklärungskampagnen, Aus- und Fortbildungen und Ausrüstung wie zum Beispiel Boote und Kommunikationstechnologie stärken die Managementfähigkeiten der beteiligten Institutionen und Interessensgruppen. Das zweite Projekt im mexikanischen Golf von Kalifornien unterstützt die Partner vor Ort, den Schutz der Küsten- und Meeresbiodiversität und die nachhaltige Nutzung der biologischen Ressourcen des Golfes zu verbessern. Es berät die Schlüsselakteure dabei, Grundlagen für abgestimmtes Handeln zu entwickeln. Weiterhin baut das Projekt die Kompetenzen der Schutzgebietsverwaltungen aus, vereinheitlicht unterschiedliche Systeme zum Monitoring der biologischen Vielfalt, integriert Informationen zum Klimawandel in die regionalen Schutzaktivitäten und fördert die Vernetzung der Schutzgebietsverwaltungen. Sondernutzungszonen und „no take zones“ wirken dem Einfluss der industriellen Fischerei entgegen und erweitern die Handlungsspielraum der Schutzgebietsverwaltungen.

Weiterführende Informationen zu den genannten Projekten werden in Kürze auf der IKI-Website in der Rubrik "Projekte" publiziert. In den kommenden Monaten und darüber hinaus laufen außerdem nach und nach weitere Projekte im neuen IKI-Förderbereich an.