14.09.2018

Erstes französischsprachiges Forum zum NAP-Prozess

Während des Feldbesuchs erfahren die Teilnehmenden des NAP-Forums mehr über die von Erosion besonders stark betroffene Küste Benins; Foto: GIZ/Sönke Marahrens

Während des Feldbesuchs erfahren die Teilnehmenden des NAP-Forums mehr über die von Erosion besonders stark betroffene Küste Benins; Foto: GIZ/Sönke Marahrens

Vom 28. bis 31. August fand in Grand-Popo in Benin das erste Frankophone Forum zum Nationalen Anpassungsplan (NAP)-Prozess statt. Es schließt die Lücke zwischen dem hohen Bedarf an Informationen und Austausch zu Anpassungsplanung in frankophonen Ländern Afrikas und den bisher hauptsächlich englischsprachigen Veranstaltungsformaten zu dem Thema. Organisiert wurde es vom beninischen Umweltministerium (MCVDD) und dem IKI-Projekt „Wissenschaftsbasierte Unterstützung nationaler Anpassungsplan (NAP)-Prozesse in frankophonen LDC in Subsahara-Afrika“, unterstützt durch das NAP Global Network.

In den am wenigsten entwickelten Ländern (LDCs) des frankophonen Subsahara-Afrikas sind die negativen Auswirkungen des Klimawandels bereits heute stark zu spüren. So kommt es in immer kürzeren Abständen zu Dürren, Hitzewellen, Stürmen und Überschwemmungen durch Starkregen. Gleichzeitig verfügen die Länder nur über begrenzte Kapazitäten, sich an die Veränderungen anzupassen. Neben fehlenden finanziellen Mitteln stehen Informationen zur effektiven Anpassungsplanung oft nicht oder nur in englischer Sprache zur Verfügung. Internationale Veranstaltungen unter Expertinnen und Experten sowie politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern werden meist auf Englisch durchgeführt. Eine aktive Partizipation von Teilnehmenden aus frankophonen Ländern wäre jedoch wichtig, um von den positiven Beispielen aber auch den Herausforderungen anderer Länder zu profitieren.

Das Forum wurde durch die Repräsentantinnen und Repräsentanten des BMU und des beninischen Umweltministeriums offiziell eröffnet; Foto: MCVDD/Raoul Hounkpe

Das viertägige Forum Ende August wurde durch Vertreterinnen und Vertreter des Bundesumweltministeriums (BMU) und des beninischen Umweltministeriums eröffnet. Anschließend tauschten sich die Teilnehmenden aus elf Ländern unter anderem zur Integration von Anpassung in die Haushaltsplanung und der strategischen Kommunikation von Anpassung aus und präsentierten Beispiele aus ihren Ländern.

Die Integration von Anpassung in die Haushaltsplanung wurde dabei als ein integraler Bestandteil von allen Anpassungsanstrengungen herausgestellt. Nur wenn in den nationalen und in den sektoralen Haushalten der Länder ausreichend finanzielle Mittel für Anpassungsmaßnahmen vorgesehen sind, können diese auch realisiert werden. Eine verbesserte strategische Kommunikation von Anpassung könne hierzu ebenfalls beitragen, indem Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger für das Thema sensibilisiert werden – aber auch um andere Akteure wie beispielsweise den Privatsektor und die Öffentlichkeit zu Klimawandel und Anpassung zu informieren.

Der Austausch im Forum wurde dadurch verstärkt, dass neben den mehr als 50 Teilnehmenden aus frankophonen Ländern (Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Haiti, Madagaskar, Mali, Senegal und Togo) auch drei Teilnehmende aus nicht-frankophonen Ländern (Ghana, Jamaika und Nigeria) ihre Erfahrungen aus den dort bereits fortgeschrittenen Anpassungsstrategien einbrachten.

Auf einem „Marktplatz“ diskutieren die Teilnehmenden Praxisbeispiele aus Nigeria und Ghana; Foto: GIZ/Sönke Marahrens

Zum Abschluss des Forums besuchten die Teilnehmenden drei Orte in Grand-Popo und Cotonou an der Küste Benins, die besonders stark von Erosion betroffen sind. Dabei konnten sie Anpassungsmaßnahmen, wie etwa Buhnen, kennenlernen und mit Expertinnen und Experten sowie Anwohnenden diskutieren. Angesichts der Lage der Orte in unmittelbarer Nähe zur beninisch-togolesischen Grenze wurde hierbei auch deutlich, welch wichtige Rolle die grenzüberschreitende Koordinierung von Maßnahmen spielt, um positive Effekte zu verstärken und negative Auswirkungen zu verhindern.

Ein weiteres Frankophones Forum zum NAP-Prozess ist bereits in Planung. Es soll das neue Netzwerk stärken und die Kapazitäten von Expertinnen und Experten sowie politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger weiter ausbauen.