21.05.2021

#ForNature: Internationaler Tag der Biodiversität

Fotos: Miguel Schmitter, Julie Steinen, Collage: ZUG

„Wir sind Teil der Lösung #ForNature “. Unter diesem Thema steht der diesjährige Internationale Tag der Biodiversität am 22. Mai. Das Motto, vom Sekretariat der Biodiversitätskonvention (CBD) gewählt, schließt an das Thema an, das im vergangenen Jahr unter dem Eindruck der Corona-Pandemie festgelegt wurde: „Unsere Lösungen sind in der Natur“. Es erinnert daran, dass die Vielfalt an Ökosystemen, Arten und Genen die Antwort auf viele gesellschaftliche Herausforderungen bereithält. Naturbasierte Lösungen gegen den Klimawandel und seine Auswirkungen, für menschliche Gesundheit, für Ernährungs- und Trinkwassersicherheit sowie nachhaltige Lebensgrundlagen. Biodiversität, so das CBD-Sekretariat, ist das Fundament auf dem wir nach den Einschränkungen der Pandemie besser wieder aufbauen können.

Natur - existentiell

Das Motto deutet an, dass nicht alles ‚in Butter ist‘ in der und für die Natur. Berichte und Fakten zum Zustand der globalen Biodiversität vertiefen die Sorge um die biologischen Lebensgrundlagen mit jeder Neuauflage. Wissenschaftliche Befunde zeigen auf: Weltweit sind Ökosysteme irreversibel degradiert oder zerstört, der Mensch gefährdet eine Million Arten bis zur unwiederbringlichen Ausrottung. 

"Wir sind Teil der Lösung #ForNature" impliziert auch, die ästhetischen und gesundheitsfördernden Dimensionen von Natur- und Biodiversitätsschutz in den Blick zu nehmen. Der Mensch braucht die Natur nicht nur als Lebensgrundlage, wir brauchen sie auch für unser Glück und unser Wohlbefinden. Neben Motivationsstrategien und Bildungskonzepten, die naturfernen Menschen die Wichtigkeit und die Erdsystemrelevanz der Biodiversität verdeutlichen, braucht es auch Ansätze, die das Glück und seine Dimensionen aufarbeiten. 

"Wir sind Teil der Lösung #ForNature" bedeutet einen grundlegenden transformativen Wandel zu nachhaltigen Nutzungen natürlicher Ressourcen, so der Global Assessment Report on Biodiversity and Ecosystem Services des Weltbiodiversitätsrats (IPBES). Dies beinhaltet auch die Wiederherstellung degradierter Landschaften und Ökosysteme zum Erhalt der Artenvielfalt und von Kohlenstoffsenken sowie der Ernährungssicherung.

Post-2020 Global Biodiversity Framework

Die Weltgemeinschaft zählt die Tage, bis der neue globale Rahmen für biologische Vielfalt (2020 global biodiversity framework) vereinbart wird. Auf der 15. Vertragsstaatenkonferenz (COP15) der CBD sollen ambitionierte Ziele bis 2030 und langfristig bis 2050 zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung von Ökosystemen und Habitaten, von Flora und Fauna sowie zur Wiederherstellung degradierter Ökosysteme unterzeichnet werden, um die Vision 2050 ‚Living in harmony with nature‘ zu realisieren. 

Verschiedene politische Meilensteine wie der „Leader’s Pledge for Nature“, den 84 Staats- und Regierungschefs unterzeichnet haben, und die High Ambition Coalition, der über 60 Staaten zum Schutz von jeweils 30 Prozent terrestrischer und mariner Ökosysteme beigetreten sind, lassen die Hoffnung anklingen, dass die Staatengemeinschaft bereit ist, neue ambitionierte Ziele festzulegen und sie durch transformative nationale Biodiversitätsstrategien und Aktionsprogramme umzusetzen.

IKI verbindet Schutz von Klima und Biodiversität – Projektbeispiele 

In der IKI wird der Biodiversitätsschutz von Beginn an gemeinsam mit dem Klimaschutz gedacht und bearbeitet, seit 2011 in einem eigenen Förderbereich. IKI-Projekte setzen das Motto "Wir sind Teil der Lösung #ForNature" aktiv um. Sie tragen dazu bei, dass Deutschland im Rahmen seiner internationalen Verpflichtungen die CBD Mission 2030 "To take urgent action across society to put biodiversity on a path to recovery for the benefit of planet and people" verwirklicht.

In Costa Rica wurden 34 Prozent der Landesfläche im Rahmen des Nationalen Biokorridor-Programms (PNCB) als Biokorridore ausgewiesen, um die Biodiversität und deren Ökosystemleistungen zu erhalten. Dank des PNCB werden staatliche Umweltprogramme nicht nur in staatlichen Schutzgebieten, sondern auch außerhalb umgesetzt. Das Projekt „Umsetzung des Nationalen Biokorridor-Programms (PNCB) im Rahmen der Nationalen Biodiversitätsstrategie Costa Ricas“ unterstützt die nationale Schutzgebietsbehörde, Lokalregierungen sowie die Bevölkerung dabei, gemeinsam Strategiepläne zu erarbeiten. [mehr … ]

Im Rahmen der Global Partnership on Forest Landscape Restoration (GPFLR) arbeitete das IKI-Vorhaben „Förderung der Wiederherstellung von Wäldern und Landschaften“ von 2013 bis 2018 in Afrika, Zentral- und Lateinamerika und Asien an der Wiederherstellung von Wäldern und Landschaften. Durch die Gründung eines globalen Rates für Wald- und Landschaftsrestaurierung sowie regionaler Veranstaltungen wurde das Bewusstsein für und die Verpflichtung zur Wiederherstellung von Wäldern und Landschaften gefördert. Auch sollten weltweit Handlungskompetenz und Wissen zum Thema vermittelt werden. [mehr…]

Das IKI-Projekt "Schutz von Bestäubervielfalt für verbesserte Klimaresilienz“ engagiert sich in Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens. Es entwickelt unter anderem eine globale Produktverpflichtung (Produktqualität und Bestäuberfreundlichkeit der Erzeugung). Der Einkommensgewinn, der durch Verbesserungen der Lebensbedingungen für Bestäuber erzielt wird, dient Bauern und politischen Gestaltern als Anreiz, Bienen, Wespen, Fliegen, Käfer und Schmetterlinge als wichtige Bestäuber von Wild- und Kulturpflanzen zu schützen. [mehr …]

Aufgrund seiner Projektregion spricht das IKI-Projekt „Landscapes - Securing ecological connectivity of high conservation value areas“ die psychologischen Dimensionen des Natur- und Biodiversitätsschutzes an, denn: Es wird in Bhutan durchgeführt, dem einzigen Land der Welt, das sich Glück anstelle des Wirtschaftswachstums zum Staatsziel gesetzt hat. Im Südwesten Bhutans sollen besondere schützenswerte Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen unter dauerhaften Schutz gestellt werden. [mehr … ]

Ausblick 

„Wir sind Teil der Lösung #ForNature“ – das kann sich nur realisieren, wenn wir Menschen uns bewusst werden, dass unser Überleben von einer intakten Natur abhängt. Engagement und Einsatz für die Biodiversität, wie sie die IKI leistet, entwickelt und stärkt auf vielfältige Weise die Mensch-Natur-Beziehungen. Nachhaltiges Engagement in Form von Initiativen und Aktionsprogrammen gegen den fortschreitenden Biodiversitätsverlust kann auch ein wirksames Mittel sein, um Glück für und mit der Natur zu erleben.