25.11.2020

Fortschritte bei der kohlenstoffarmen Entwicklung – IKI-Schnittstellen-Workshop in Indonesien

Foto: Adobe/ Peter Hermes Furion

Am 20. und am 21. Oktober veranstaltete die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Nationale Entwicklungsplanung Indonesiens (BAPPENAS) den dritten IKI-Schnittstellen-Workshop. 

Diese Workshop-Reihe bietet eine Plattform, um den Wissensaustausch und die Zusammenarbeit zwischen der IKI und der indonesischen Regierung sowie die Vernetzung zwischen den IKI-Projekten, die in Indonesien umgesetzt wurden, zu erleichtern.

Am ersten Tag gaben Vertreter der indonesischen Regierung, des Bundesumweltministeriums und der deutschen Botschaft einen Überblick über die kohlenstoffarme Entwicklung in Indonesien, die Bedeutung der Biodiversität in dem Land und die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Indonesien. In diesem Rahmen wurden auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie diskutiert.

Am zweiten Tag trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der indonesischen IKI-Projekte und tauschten sich in parallel laufenden Gruppendiskussionen aus. Die Diskussionen umfassten die folgenden Themen: 

  • Klimaschutzpolitik und Transparenz, 
  • Anpassung an den Klimawandel, 
  • Energie, 
  • Transport sowie 
  • Landwirtschaft, Forstwirtschaft und andere Landnutzung 
  • Biodiversität. 

Die wichtigsten Ergebnisse dieser Sitzung wurden in Form von thematischen und sektorspezifischen Postern festgehalten. Diese gaben einen guten Überblick über die Beiträge , mit denen die IKI die Ziele Indonesiens für den Klimaschutz und die biologische Vielfalt unterstützt. Darüber hinaus tauschten sich die Vertreter der verschiedenen Projekte über Maßnahmen in Verbindung mit Covid-19 und über die Anforderungen an eine zukünftig stärkere Zusammenarbeit aus. 

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Der Workshop im Detail – Einblicke in die Eröffnungsreden 

Der virtuelle Workshop wurde von Dr. Arifin Rudiyanto, dem stellvertretenden Minister für maritime Angelegenheiten und natürliche Ressourcen des Ministeriums für Nationale Entwicklungsplanung Indonesiens (BAPPENAS), und von Thomas Graf, dem stellvertretenden Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Indonesien eröffnet. 

Dr. Rudiyanto unterstrich die strategische Rolle, die dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit Deutschlands (BMU) bei der Beschleunigung der kohlenstoffarmen Entwicklung in Indonesien zukommt. In seiner Eröffnungsrede hob er hervor: „Wir haben nur zehn Jahre Zeit, um zu verhindern, dass sich die globale Erwärmung um mehr als 1,5 Grad Celsius erhöht, und um die UN-Ziele für eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Daran erkennen wir, dass die Regierung dies nicht allein bewältigen kann und mit anderen Akteuren zusammenarbeiten muss.“ 

Dr. Philipp Behrens, Leiter des Referats Internationalen Klimaschutzinitiative im BMU unterstrich die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Indonesien. Denn: Das Land hat eine enorme biologischen Vielfalt zu beiten und ist gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels in hohem Maße verwundbar. Darüber hinaus repräsentiert Indonesien eines der derzeit wichtigsten Schwellenländer. Behrens stellte den Teilnehmenden die IKI und ihre Finanzierungsmechanismen vor. Zudem informierte er über das IKI-Corona-Response-Paket, mit  dem 29 laufende Projekte in 25 Ländern mit zusätzlichen Mitteln in Höhe von 68 Millionen Euro ausgestattet wurden.

Im Anschluss daran folgte eine Gesprächsrunde im Talkshow-Format, in deren Verlauf Ir. Medrilzam, Umweltdirektor, Bappenas, Yulia Suryanti, stellvertretende Direktorin für die Überwachung der Anpassung an den Klimawandel, Nining Ngudi Purnamaningtyas, Leiterin der Unterdirektion Umsetzung internationaler Übereinkommen (KLHK) und Dr. Ir. Hariyanto, Direktor für Energieeinsparung, über den Stand der kohlenstoffarmen Entwicklung und Biodiversität während der Pandemie informierten. 

Herr Medrilzam lieferte Einblicke über den mittelfristigen nationalen Entwicklungsplan Indonesiens für 2020 bis 2024. Dies ist der erste Entwicklungsplan, der Ziele für die kohlenstoffarme Entwicklung enthält. Dazu gehört zum Beispiel, die Treibhausgasemissionen im Vergleich zum „Business as usual“ um 27,3 Prozent zu senken. Weiter führte er aus, dass das BAPPENAS vor kurzem ein Kurzdossier veröffentlicht habe, das beschreibt, wie sich die Pandemie auf die kohlenstoffarme Entwicklung auswirkt. Aufgrund von Umschichtungen in der Finanzierung, die für unmittelbare Maßnahmen zur Reaktion auf die Pandemie vorgenommen werden mussten, verringerte sich das Budget für die kohlenstoffarme Entwicklung im Vergleich zu 2019 um 0,7 Milliarden US-Dollar. Es wird jedoch erwartet, dass die Umsetzung mithilfe großer kohlenstoffemissionsarmer Entwicklungsprojekte, die 2021 beginnen, ab 2022 wieder voll in Gang kommen wird. 

Frau Suryanti sprach über die laufende Entwicklung verschiedener nationaler Strategien, mit denen die Umsetzung des national bestimmten Klimaschutzbeitrags (NDC) unterstützt werden soll. Als Beispiel nannte sie die NDC-Roadmap für den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel. Sie teilte mit, dass der aktualisierte NDC derzeit fertiggestellt wird. Eine entscheidende Frage sei jedoch, wie die Umsetzung in einzelnen Sektoren gewährleistet werden könne. 

Daraufhin hob Frau Purnamaningtyas hervor, dass die Pandemie von jedem Einzelnen ein Umdenken und eine neue Verbindung zwischen den Bedürfnissen der Menschen und der Natur erfordert. In diesem Zusammenhang ging sie auch darauf ein, wie die Natur zu einer sauberen und gesunden Umwelt beiträgt. 

Im Auftrag der RPJMN 2020-2024 arbeitet das Ministerium für Umwelt und Forstwirtschaft an der Überprüfung von 70 Millionen Hektar Naturschutzgebiet, beschäftigt sich mit dem Thema genetische Ressourcen und befasst sich eingehender mit der Frage, wie Beihilfen fair und gleichmäßig verteilt werden können. Herr Hariyanto kündigte die Entwicklung einer Präsidialverordnung an, mit der Investitionen für Anlagen für erneuerbare Energien (EE) in Indonesien gewonnen werden sollen. Bislang werden nur 10 Gigawatt des bestehenden Potenzials in Höhe von 420 GigawattW für erneuerbare Energien genutzt. Mangelnde Finanzierung, höhere Preise für Erneuerbare und die Notwendigkeit, Technologie zu importieren, sind Herausforderungen, die hier immer noch bestehen.