22.12.2016

Freiwillige Kompensation

Tropischer Regenwald

Tumpor Cloud Forest; Foto: Jeremy Holden / SNV REDD

Das Bundesumweltministerium (BMUB) und die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch legen neue Empfehlungen und Kriterien für Klimaschutzprojekte im Waldsektor vor, die für den freiwilligen Kohlenstoffmarkt Emissionszertifikate liefern wollen. Ziel des Berichts ist es, eine eindeutige Leitlinie für die Verwendung eines oder mehrerer REDD + -Standards für die Nutzung durch die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) des BMUB und darüber hinaus zu liefern. Wer sinnvolle und nachhaltige Projekte zur freiwilligen Kompensation von Treibhausgasen sucht, die sowohl anspruchsvolle ökologische als auch soziale Standards einhalten, erhält damit mehr Orientierung.

Die Zertifizierungssysteme auf dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt weisen bei Sozial- und Umweltstandards zum Teil hohe Qualitätsunterschiede auf und haben unterschiedliche Schwerpunkte. Aus diesem Grund hat das BMUB zusammen mit Germanwatch eine Richtlinie für Projektdurchführer entwickelt, die die Minimalanforderungen an derartige Zertifizierungssysteme klar benennt.  

Die Grundlage der Richtlinie bildet eine gemeinsame Studie von BMUB und Germanwatch, die sich bei der Auswahl an vier Kriterien orientiert: Klimaintegrität, Aspekte zum Schutz der biologischen Vielfalt, Menschenrechte und Rechte der lokalen Bevölkerung, sowie Nachhaltigkeit. Im Hinblick auf diese Kriterien wurden in der Studie acht bestehende Zertifizierungssysteme analysiert. 

Als Ergebnis empfehlen BMUB und Germanwatch die Kombination bestehender Standards, die Emissionseinsparungen als auch Biodiversitäts- und Sozial-Vorgaben zertifizieren. Dies sind die bestehenden Zertifizierungs-Standards:

  • Verified Carbon Standard” (VCS) oder American Carbon Registry Forest Carbon Project Standard” (ACR) zur Bewertung der Emissionseinsparungen
  • „Climate, Community and Biodiversity Standard“ (CCBS) zur Bewertung der Einhaltung von Biodiversitäts- und Sozial-Vorgaben

Sowohl VCS als auch CCBS sind praxiserprobte Standards, die bereits häufig in Kombination zur Anwendung kommen. Die nun vorgestellte Richtlinie geht über diese Standards noch einen Schritt hinaus: es wird zusätzlich gefordert, die Achtung von Menschenrechten stärker zu berücksichtigen und die Projekte auf die Ziele der jeweiligen nationalen Waldpolitik abzustimmen. Entscheidend für ihren Erfolg ist natürlich auch die praktische Umsetzung, durch Zertifizierungs-Organisationen, Zivilgesellschaft und Regierungen.