13.07.2017

Gemeinsam für nationale Anpassungsmaßnahmen in Benin und Senegal

Straße in Cotonou im Juni 2017; Foto: © Gratien Cakpo

Überflutete Straße in Cotonou im Juni 2017; Foto: © Gratien Cakpo

Benin und Senegal wollen die Prozesse zur nationalen Anpassungsplanung (NAP) voranbringen. Vor diesem Hintergrund fand im März in Benin eine Veranstaltung statt, mit der die kontinuierliche Zusammenarbeit und der Austausch zwischen Regierung, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft offiziell eingeläutet wurde. Im April folgte eine entsprechende Veranstaltung in Senegal. Der Prozess wird von dem Projekt „Wissenschaftsbasierte Unterstützung nationaler Anpassungsplan (NAP)-Prozesse in frankophonen LDC in Subsahara-Afrika“ (PAS-PNA) unterstützt, das von der Internationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums finanziert wird.

Seit 2013 bzw. 2015 arbeiten Benin und Senegal an der Formulierung, der Umsetzung, dem Monitoring und der Evaluierung ihrer jeweiligen NAP-Prozesse. Diese sollen die Anpassung an den Klimawandel in der Entwicklungsplanung verankern und die Vulnerabilität gegenüber dem Klimawandel durch Stärkung der Anpassungsfähigkeit und Resilienz der Bevölkerung und der Ökosysteme steigern. Die Anpassung an den Klimawandel und die Stärkung der Resilienz sind dringend erforderlich, weil sich die Folgen des Klimawandels bereits jetzt bemerkbar machen.

In Benin – einem Land, das im Süden an den Atlantik und im Norden an die Sahara grenzt – gelten Überschwemmungen, Dürren, eine unregelmäßige Niederschlagsverteilung sowie starker, heftiger Wind als die größten Klimarisiken. So wurden 2010 durch Hochwasser und Überschwemmungen 50.000 Häuser zerstört, wodurch 150.000 Menschen ihr Zuhause verloren. Anpassungsmaßnahmen stellen die einzige Alternative dar, um die Bevölkerung, die Ökosysteme, die Wirtschaft und die Infrastruktur des Landes zu schützen und eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten. Im Rahmen von staatlichen Programmen werden deshalb zahlreiche dringliche Maßnahmen umgesetzt, um kurzfristig eine Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels zu erreichen. Mit dem NAP-Prozess möchte Benin nun seine Vulnerabilität mittel- bis langfristig minimieren und seine Entwicklungsfortschritte vor den Folgen des Klimawandels schützen.

Überflutete öffentliche Toiletten; Foto: © Direction Générale de l'Environnement et du Climat

Etwa 90 Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen am NAP-Prozess beteiligten Stakeholder nahmen an der Veranstaltung teil. Dabei aktualisierten sie eine Karte, die einen Überblick über die beteiligten Akteure und ihre jeweilige Funktion im NAP-Prozess bietet. Im selben Monat hat das PAS-PNA-Projekt den Planungs- und Budgetierungsprozess in Benin definiert und dabei auf nationaler, sektoraler und lokaler Ebene Anknüpfungspunkte für die Integration von Anpassungskonzepten ausgemacht.

Offizieller Beginn des PAS-PNA-Projekts in Benin. Foto: © GIZ

Ein Teilnehmer nimmt am Ende der NAP-Fortbildung seine Teilnahmebestätigung entgegen. Foto: © GIZWährend eines darauffolgenden Workshops im April wurde für mehr als 30 Stakeholder aus Regierung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft des Landes eine Fortbildung zum NAP-Prozess durchgeführt. Dabei kamen Module aus der NAP-Fortbildung für die Länder zum Einsatz. Gemeinsam haben die Fortbildungsteilnehmenden eine Roadmap für die nächsten Schritte des NAP-Prozesses in Benin entwickelt.

In Senegal fand der Auftakt-Workshop für das PAS-PNA-Projekt am 11. und 12. April 2017 in Dakar statt. Daran nahmen knapp Hundert Personen der Regierung, der Zivilgesellschaft, der Privatwirtschaft, des Parlaments, der lokalen Gemeinden und der Hochschulen teil.

Die Teilnehmenden diskutierten über den NAP-Prozess in Senegal sowie über ihre Erfahrungen mit der Klimaanpassung auf nationaler und lokaler Ebne. Im Mittelpunkt standen dabei die Themen Hochwassermanagement, Fischereiwirtschaft sowie der nationale Fischerei-Anpassungsplan. Die Teilnehmenden schlugen die Einführung eines politischen Steuerungs- und technischen Koordinationsrahmens für die Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen vor. Der Steuerungsausschuss übernimmt die politische und fachliche Abstimmung der Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel.

Start des PAS-PNA-Projekts in Senegal. Foto: © GIZ

Darüber hinaus lag das besondere Augenmerk auf der Rolle der Privatwirtschaft, für die sich aus dem Klimawandel Chancen, aber auch immer größere Risiken ergeben. So werden beispielsweise bei Überschwemmungen vielfach Betriebsgebäude zerstört, und Hitzewellen führen zur Überhitzung von Maschinen und lassen die Produktivität sinken. Die Teilnehmenden waren sich darin einig, dass von Wissenschaft und Forschung entscheidende Impulse für den NAP-Prozess ausgehen, da die Wissenschaft sich mit den direkten und indirekten Wirkungen von klimawandelbedingten Katastrophen befasst. Dazu gehören in Senegal vor allem Überschwemmungen, Hitzewellen oder der steigende Meeresspiegel.

Das PAS-PNA-Projekt wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in Zusammenarbeit mit Climate Analytics, dem Ministerium für lebende Umwelt und nachhaltige Entwicklung (MCVDD) von Benin sowie dem Ministerium für Umwelt und nachhaltige Entwicklung (MEDD) von Senegal umgesetzt.