29.03.2016

Gender in der Klimadebatte

Drei Frauen

Mujeres Yucaleras. Foto: Barbara Lehnebach

Das Klimaabkommen von Paris hat zum Ziel, die globale Erderwärmung auf unter 2°C zu beschränken. Politik und Wirtschaft setzen hier vor allem auf technische Entwicklungen und eine gesteigerte Effizienz. Klimabewusstes Handeln ist allerdings auch ein gesellschaftlicher Prozess, der bisherige Verhaltensmuster kritisch hinterfragen muss. So lösen die Auswirkungen des Klimawandels Verteilungskonflikte aus, die Gerechtigkeitsfragen betreffen. Neben der Nord-Süd-Gerechtigkeit spielen die Generationengerechtigkeit und vor allem die Geschlechtergerechtigkeit dabei eine wichtige Rolle.

Obwohl die Zusammenhänge zwischen Gender und Umwelt schon seit dem Rio-Gipfel 1992 auf der Agenda der internationalen Klimaschutzpolitik stehen, hat das Thema in den letzten Jahren deutlich mehr Aufmerksamkeit gewonnen. So hat zum Beispiel der GCF als erster multilateraler Klimafonds das Mandat, seine Gelder geschlechtersensibel umzusetzen. Paris enthält immerhin in den Abschnitten über Anpassung und Kapazitätsaufbau zwei ausdrückliche Verweise auf einen "gendergerechten" Ansatz. Denn der Klimawandel wirkt sich unterschiedlich auf Gruppen von Frauen und Männern und die Geschlechterverhältnisse aus. Zum einen haben Frauen weniger Einfluss-, Gestaltungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten und Rechte, wenn es um die Teilhabe an politischen Prozessen geht. Zum anderen sind laut den Vereinten Nationen zirka 70% der ärmsten Menschen der Welt Frauen, die die Wetterextreme wie Dürren und Überflutungen am härtesten treffen. Generell ist es für Frauen im internationalen Entwicklungskontext schwieriger, Zugang zu Technologien und finanziellen Mitteln zu bekommen, was im Rückschluss ihre Fähigkeit einschränkt, Lösungen einzubringen, umzusetzen und ihr Know-how anzuwenden.

Mit einem Projekt unterstützt die Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums (BMUB) die Integration von Geschlechtergerechtigkeit in Strategien zum Klimaschutz. "Gender into Urban Climate Change Initiative" arbeitet zusammen mit nationalen Frauenorganisationen in Indien, Indonesien und Südafrika, um Geschlechtergerechtigkeit in kommunalen Klimaprogrammen umzusetzen. Das globale Netzwerk GenderCC – Women for Climate Justice e.V. ist Durchführer des Projekts und berät die lokalen Organisationen in sechs Pilotstädten (Mumbai, Kalkutta, Jakarta, Makassar, Johannesburg und Tshwane) bei der Ausarbeitung von Methoden, Strategien und praktischen Ansätzen sowie Trainings- und Informationsmaterial.


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