12.03.2020

Gendersensible Konferenzplanung

Teilnehmerinnen auf der NDC-Konferenz 2019

Mit der Organisation der Globalen NDC-Konferenz 2019 leisteten mehrere IKI-Projekte und internationale Partner Pionierarbeit: mit einem gendersensiblen VErantsaltungskonzept. Foto: GIZ

Eine erfolgreiche Klimapolitik braucht vielfältige Ideen, Kompetenzen und Perspektiven. Die Aspekte Gender und soziale Integration müssen daher verstärkt in alle Prozesse des globalen Klimaschutzes einbezogen werden. Das fängt bereits bei der Planung von Veranstaltungen an, denn die vielfältige Zusammensetzung der Teilnehmenden ermöglicht ein breiteres Spektrum von Lösungen, die zudem integrativer, nachhaltiger und innovativer sind.

Mit der Organisation der Globalen NDC-Konferenz 2019 leisteten mehrere IKI-Projekte und internationale Partner hier Pionierarbeit: Denn sie integrierten das Thema Gendergerechtigkeit über einen gendersensiblen Ansatz umfassend in das Konzept der Veranstaltung.

Dabei setzten sie auf eine Strategie, die die drei Teile „Gender-Narrativ“, „Gender Voices“ und die „Anti-Belästigungspolitik“ umfasste. Das „Gender-Narrativ“ diente als übergreifender Rahmen. Das Konzept „Gender Voices“ stellte über  eine designierte Person sicher, dass Gender-Verknüpfungen in jeder Session hergestellt wurden.  Gleichstellungsaspekte wurden so in die gesamte Konferenz eingewoben und nicht nur in einzelnen thematischen Sitzungen.. Weiterhin gewährleistet eine „Anti-Belästigungspolitik“, dass die Konferenz zu einem Raum für einen produktiven Austausch für alle wurde – unabhängig von Geschlecht, geschlechtlicher Identität, Alter, Religion, Aussehen, sexueller Orientierung, Herkunft und körperlichen Einschränkungen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich unbehaglich oder belästigt fühlten, konnten sich an zwei Kontaktpersonen wenden. Das Organisationsteam behielt sich als Sanktion das Ausschlussrecht von der Konferenz vor. Die Strategie steht  auf der Veranstaltungswebsite zum Abruf bereit.

Die Genderstrategie trug nicht nur dazu bei, das Thema der Gendergerechtigkeit auf der Konferenz selbst zum Leben zu erwecken, sondern spielte bereits bei deren Vorbereitung eine wichtige Rolle. So wurden beispielsweise über das „Gender Voices“ Konzept Schlüsselakteurinnen und -akteure als Gender-Stimmen identifiziert und für ihre Konferenzaufgabe geschult. Die Aufgabe: Während der Veranstaltung bewusst genderspezifischen Sichtweisen aufzuzeigen, beispielsweise durch gezielte Fragen oder den Austausch von Beispielen. Die Organisatorinnen und Organisatoren erarbeiteten zudem eine Reihe von Richtlinien, um eine gendersensibel ausgewogenen Teilnehmerliste zu erstellen und konnten die besonderen Bedürfnisse von Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit kleinen Kindern berücksichtigen, indem  beispielsweise  eine Kinderbetreuung angeboten wurde.

Die gendergerechte und integrative Global NDC Conference 2019 zeigt, wie gezielt bei  Veranstaltungsplanungen eine geschlechtsspezifische Sichtweise eingebracht werden kann. Mit dieser einfach anzupassenden Genderstrategie können Projektverantwortliche für gleiche Rechte und gleichen Zugang zu Ressourcen aller Teilnehmenden sorgen - so dass wir gemeinsam ehrgeizigere Klimaziele für die Zukunft erreichen.


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