03.01.2022

#GenerationRestoration: Naturpositive Lieferketten

Auf der diesjährigen Klimakonferenz des Global Landscape Forum stellten IKI-Projekte ihre Ansätze für naturpositive Lieferketten vor. Foto: Tobias Buchberger

Weltweit gehen jedes Jahr 10 Millionen Hektar Wald verloren. Dabei sind es nur sieben landwirtschaftliche Güter, die für ein Viertel des weltweiten Verlusts des Baumbestandes verantwortlich sind: Für die Produktion von Rindfleisch, Palmöl, Soja, Kaffee, Kakao, Holz und Kautschuk wurde zwischen 2001 und 2015 eine Fläche doppelt so groß wie Deutschland benötigt (WRI 2021). 

Der Wald ist jedoch eines von zahlreichen Ökosystemen, die uns mit frischer Luft, gefiltertem Wasser, Nahrung und Medizin versorgen. Besonders wichtig: Seine Bäume speichern große Mengen Kohlenstoff und wirken so dem Klimawandel entgegen. Durch die Entwaldung und Nutzung als Monokultur kann das Ökosystem diese wertvollen Dienstleistungen nicht mehr erbringen. Ohne gesunde Ökosysteme und ihren Dienstleistungen können wir dem Klimawandel und Artensterben nicht erfolgreich entgegenwirken.

Die UN-Dekade für die Wiederherstellung von Ökosystemen (2021-2030) ist deshalb ein Aufruf an alle. Denn egal ob man Produzent oder Konsumentin ist, Lieferantin, Kleinbäuerin oder Unternehmen, wir können nur gemeinsam unsere Ökosysteme schützen und wiederherstellen. Können also auch die Lieferketten von weltweit nachgefragten Agrargüter positiv für die Natur gestaltet werden? Können sie ein wirksames Instrument der UN-Dekade sein, um Ökosysteme aktiv zu regenerieren? 

Auf der diesjährigen Klimakonferenz des Global Landscape Forum (5.-7. November 2021) stellten die IKI-Durchführungsorganisationen Proforest, IUCN und OroVerde ihre innovativen Ansätze für naturpositive Lieferketten vor. In der Veranstaltung "Rethinking Supply Chains – Transforming Business Practices to Enable Ecosystem Restoration" diskutierten sie mit Wirtschaftsvertreterinnen und -vertreterm wie Risiken entlang der Lieferkette identifiziert werden können, welche Planungsinstrumente in einem Landschaftsansatz hilfreich sind und wie sich alle Gruppen und Gemeinden vor Ort beteiligen können. 

Das Ergebnis: Naturpositive Lieferketten sind nicht nur möglich, sondern helfen Unternehmen sich gegen zukünftige Risiken, zum Beispiel durch den Klimawandel, abzusichern. Neben dem Engagement von Unternehmen, muss die Politik diese Entwicklung mit geeigneten Gesetzen und finanziellen Anreizen steuern. Eine klare Botschaft richtete sich an die Entscheidungstragenden der parallel stattfindenden Klimakonferenz in Glasgow (COP26): Der Wandel von Lieferketten muss eingebettet sein in einen transformativen Wandel unseres heutigen Finanz- und Wirtschaftssystems. Nur so wird der Wert von Sozial- und Naturkapital erkannt und unsere Abhängigkeit von gesunden Ökosystemen endlich verstanden.  

Mehr Informationen zum Thema gibt es im Whitepaper der Veranstaltung.