21.04.2020

Gerechter Strukturwandel und nachhaltige Landnutzung in Südafrika

Die Flagge Südafrikas.

Die süfafrikanische Flagge. Foto: Shutterstock

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) unterstützt seit vielen Jahren die Klima- und Artenschutzpolitik Südafrikas. Das BMU stärkt diese Zusammenarbeit mit zwei neuen Projekten, die im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative gefördert werden. Das Auswahlverfahren hat begonnen, die Ausschreibung läuft bis 31. August 2020.

Südafrika ist von den Folgen des Klimawandels stark betroffen. Steigende Temperaturen und Dürreperioden gefährden die Wasserversorgung und führen zu Ernteverlusten. Zudem bedroht in einigen Teilen des Landes die hohe Schadstoffbelastung der Luft die Gesundheit der Bevölkerung. Gleichzeitig gehört das Land zu den 20 größten Treibhausgasemittenten der Welt, weil der Energiesektor von fossilen Brennstoffen, vor allem von Kohle, abhängt. Das heißt: Südafrika hat auch ein großes Potenzial zur Minderung der Treibhausgase und somit zur Umsetzung der globalen Klimaziele.

Kohleausstieg sozial gerecht gestalten

Die notwendige Energiewende stellt Südafrika vor große soziale Herausforderungen: Mehr als 120.000 Arbeitsplätze sind direkt oder indirekt vom Kohleabbau abhängig; Armut, Ungleichheit und Arbeitslosigkeit kommen erschwerend hinzu. Hier setzt der Förderschwerpunkt „Gerechter Strukturwandel (Just Transition) zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft für Südafrika“ der aktuellen Ausschreibung an. Auf nationaler Ebene und in besonders betroffenen Provinzen soll die Politik dabei unterstützt werden, den Kohleausstieg sozial gerecht zu gestalten.

Potenziale einer nachhaltigen Landnutzung ausschöpfen

Der zweite Förderschwerpunkt „Landnutzung und Minderung des Klimawandels“ zielt darauf ab, Emissionen unterschiedlicher Landnutzungssysteme zu reduzieren und durch eine nachhaltige Landnutzung zum Klimaschutz beizutragen. Die Funktion als Kohlenstoffspeicher erfüllen vor allem die Forstwirtschaft und andere Landnutzungsformen, wie zum Beispiel die Grünlandbewirtschaftung. Südafrika beabsichtigt daher die Senkenfunktion der Böden zu verbessern, beispielsweise über ökosystembasierte Anpassungen und Wiederherstellung von Ökosystemen. Intakte Ökosysteme wirken sich zudem positiv auf die Wasserverfügbarkeit, die Ernährungssicherheit, die biologische Vielfalt und die Klimaresilienz aus.

Förderschwerpunkte unterstützen Klimastrategie Südafrikas

Die beiden Förderschwerpunkte unterstützen den strategischen Ansatz Südafrikas für den Klima- und Artenschutz, den das Land unter anderem in seinem nationalen Klimaschutzbeitrag formuliert hat.

Für jeden Förderschwerpunkt ist in der aktuallen Ausschreibung jeweils ein Projekt vorgesehen, das Gesamtfördervolumen umfasst 30 Millionen Euro. Die erste Phase des Verfahrens, die am 21. April 2020 begonnen hat, ist als Ideenwettbewerb konzipiert: Interessierte Durchführungsorganisationen sind aufgerufen, Projektskizzen einzureichen. Das BMU bewertet die eingereichten Vorschläge und trifft eine Vorauswahl. Zu den ausgewählten Skizzen können in der zweiten Projektphase ausführliche Projektvorschläge eingereicht und eine Förderung beantragt werden.