09.07.2019

Global Landscapes Forum Bonn 2019 - Mehr Rechte für Indigene!

Landschaft in Brasilien mit kleiner Farm; Foto: Kate Evans/CIFOR

Landschaft in Brasilien mit kleiner Farm; Foto: Kate Evans/CIFOR

"Wir kämpfen um Boden, Land, Nahrung, Bäume, Wasser, Vögel. Wir kämpfen um unser Leben." brachte es Gregorio Mirabal, Koordinator des Dachverbands der indigenen Organisationen des Amazonasbeckens (COICA), während des diesjährigen Global Landscapes Forums (GLF) eindringlich auf den Punkt.

Bei der Veranstaltung, die am 22. Und 23. Juni im Maritim Hotel in Bonn stattfand, kamen mehr als 600 Teilnehmende aus 83 Ländern zusammen, mehr als 14.000 Zuschauerinnen und Zuschauer beteiligten sich online an dem Programm und 14 Millionen Menschen wurden durch Social-Media-Kanäle wie Twitter über Inhalte und Ergebnisse des Forums informiert.

Das vom Center for International Forestry Research (CIFOR) organisierte GLF ist die größte wissensbasierte Plattform zum Thema nachhaltige Landnutzung. Seit 2013 haben bereits über 3.900 Organisationen und rund 150.000 Menschen an den Veranstaltungen des Forums persönlich und online teilgenommen.

Dieses Jahr ging es in Bonn vor allem um die Bedeutung von Rechten indigener Bevölkerungsgruppen als Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel. Laut Amnesty International gibt es weltweit schätzungsweise 370 Millionen Indigene, die etwa 5.000 verschiedene Völker bilden. Sie leben in über 70 Staaten und machen etwa 4 Prozent der Weltbevölkerung aus. Diese Menschen verfügen über wertvolles traditionelles Wissen zu den Landschaften ihrer Heimat und es ist wichtiger denn je, sie an Entscheidungsprozessen über die Nutzung und den Schutz natürlicher Ressourcen zu beteiligen.

Global Landscapes Forum Bonn 2019 Plenum: Stimmen des Naturraums; Foto: Pilar Valbuena/GLF

An beiden Tagen wurde die Bedeutung von Rechten aus diversen Perspektiven untersucht. Akteure aus den Bereichen Finanzen, Forschung, Werbung, Journalismus, Kunst, Lobbyarbeit, Recht, Jugend, der LGBTQ-Community sowie von zahlreichen indigenen Gemeinschaften aus aller Welt tauschten sich im Rahmen vielfältiger interaktiver Plenarsitzungen, Workshops und weiteren Side Events zu diesen Themen aus. Es wurden Geschichten über Herausforderungen und Bedrohungen geteilt, denen indigene Gemeinschaften ausgesetzt sind und darüber diskutiert, wie die Rechte der betroffenen Menschen zukünftig gesichert werden können.

Auch durch die IKI geförderte Projekte haben aktiv zu Veranstaltungen beim GLF beigetragen. So war zum Beispiel die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH an der Organisation und Umsetzung der interaktiven Session „Ecosystem-based adaptation and wildlife conservation in mountain landscapes“ beteiligt und gab Einblicke in die Arbeit des IKI-Regionalvorhabens „Ökosystem-basierte Anpassung an den Klimawandel in Hochgebirgsregionen Zentralasiens,“ das in Kasachstan, Kirgistan und Tadschikistan eng mit lokalen Bevölkerungsgruppen kooperiert, um Waldflächen zu restaurieren und  den Nutzungsdruck auf die Ökosysteme zu verringern. In diesem Rahmen wurden in Tadschikistan bereits 75 Hektar aufgeforstet und rehabilitiert.Christiane Paulus, BMU, spricht im Plenum des GLF Bonn 2019 über die Dekade der Ökosystem-Wiederherstellung; Foto: Pilar Valbuena/GLF

„Was wird Ökosysteme wiederherstellen?", fragte Jeffrey Campbell, Manager der Forest and Farm Facility der FAO in seiner Rede am Sonntag das Publikum und ergänzte dann: „Die Wiederherstellung von Rechten." Weiterhin betonte Christiane Paulus, Leiterin der Abteilung „Naturschutz und nachhaltige Naturnutzung“ im Umweltministerium: "Nach einem Jahrzehnt der Zerstörung brauchen wir ein Jahrzehnt der Wiederherstellung."

Die nächsten Veranstaltungen im Rahmen des Global Landscapes Forums finden am 28.September in New York City, vom 29. Bis 30. Oktober in Accra, vom 28. Bis 30. November in Luxemburg und am 8. Dezember in Santiago de Chile statt.