16.05.2018

Grenada: Vorreiter bei der Klimaanpassung

Grenadapts-Flagge am Strand von Grenada; Foto: GIZ

Grenadapts-Flagge am Strand von Grenada; Foto: GIZ

Grenada ist das erste Land der Karibischen Gemeinschaft (CARICOM), das seinen vom Kabinett beschlossenen Nationalen Anpassungsplan fertiggestellt hat. Nachdem das Umweltreferat des Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Fischerei und Umwelt zusammen mit dem deutsch-grenadinischen Pilotprogramm „Integrate Climate Change Adaptation Strategies“ (ICCAS) intensiv an dem Dokument gearbeitet hatte, wurde der Nationale Anpassungsplan in Vorfeld der 23. UN-Klimakonferenz angenommen.

Mit der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen wurde der Prozess der Erstellung von Nationalen Anpassungsplänen eingeführt, die häufig als NAPs bezeichnet werden. Dabei handelt es sich um ein Instrument, mit dem die Länder die Risiken mindern können, die sich für sie aus dem Klimawandel ergeben. Zu diesem Zweck sehen die NAPs die Stärkung von Anpassungsfähigkeit und Resilienz vor. Der NAP ist dabei kein Selbstzweck, sondern ein kontinuierlich fortschreitender iterativer Prozess, der auf eigenen Entscheidungen der Länder und einer geschlechtersensiblen, partizipativen und vollkommen transparenten Strategie zur Stärkung der Klimaresilienz beruht. Der NAP von Grenada stützt sich auf die wichtigsten nationalen Entwicklungsziele des Landes, den Entwurf des Nationalen Plans für nachhaltige Entwicklung 2030, die Sektorpläne sowie das Investitionsprogramm für den öffentlichen Sektor (PSIP). Damit bietet der NAP eine solide Grundlage für den Klimaschutzplan der CARICOM für den Zeitraum 2011-2021 und entspricht der Überarbeiteten Nationalen Klimaschutzstrategie Grenadas sowie den Treibhausgasminderungsbeiträgen (NDCs) des Landes.

Mangrovenaufforstung zum Schutz der Bevölkerung gegen Naturkatastrophen; Foto: GIZ

Merina Jessamy, Ständige Staatssekretärin im Umweltreferat des Landwirtschaftsministeriums von Grenada, erklärt: „Bei der Entwicklung des NAP wurden zahlreiche Konsultationen durchgeführt, an denen mehr als 160 Vertreter der Regierung (ca. 11 Ministerien) und privater Akteure teilnahmen. Vertreten waren unter anderem die Sektoren Wasser, Ernährungssicherheit, Küstenzonenmanagement, Infrastruktur, Katastrophenvorsorge und Krankheitsprävention. Die Entwicklung des NAP dauerte über zwei Jahre, was zeigt, dass es sich wirklich um einen partizipativen Prozess handelt, in den alle Stakeholder eingebunden werden.“

Der von Grenada entwickelte NAP sieht eine Reihe von Maßnahmen und Projekten vor, die auf eine Minderung der mit dem Klimawandel zusammenhängenden Risiken abzielen, mit denen der Inselstaat konfrontiert ist. In dem Nationalen Anpassungsplan wird aufgezeigt, welche konkreten Möglichkeiten Geber haben, um Maßnahmen zur Stärkung der Klimaresilienz zu finanzieren. Die Kosten für die verschiedenen Maßnahmenpakete wurden mit etwa 260 Mio. USD angesetzt. Mit Fertigstellung des NAP ist Grenada das erste Land der Karibik, das sich einen Zugang zu Finanzmitteln für die Umsetzung der verschiedenen Projekte erschlossen hat. Auf Grundlage der im NAP festgelegten Schwerpunkte haben die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, die Nationale Wasserbehörde und das Finanzministerium ein umfassendes Projekt zur Stärkung der Resilienz des Wassersektors entwickelt, das im Februar 2018 vom Grünen Klimafonds genehmigt wurde. Dieter Rothenberger, Leiter des ICCAS-Projekts bei der GIZ GmbH, dazu: „Im Rahmen des ICCAS-Projekts hat sich Grenada außerdem die Finanzierung für ein Climate Finance Readiness-Programme im Rahmen des Grünen Klimafonds gesichert und damit den ersten Schritt getan, um Zugang zu Mitteln der Klimafinanzierung zu erhalten. Die Veröffentlichung des NAP stellt einen weiteren Fortschritt dar und bietet den anderen Inselstaaten der Karibik die Chance, von der Strategie Grenadas zu lernen.“

Das ICCAS-Projekt wird im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums (BMU) finanziert und gemeinsam von der GIZ, dem Umweltreferat des grenadinischen Landwirtschaftsministeriums und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) umgesetzt.