21.09.2016

Grosse Beteiligung von IKI Projekten beim World Conservation Congress

Strand und schwimmende Menschen im Meer auf Hawaii

Waikiki Strand in Honolulu Hawaii; Foto: Kanaka Rastamon/flickr (CC BY-NC 2.0)

Die weltweit größte Naturschutzorganisation IUCN (International Union for Conservation of Nature) lädt alle vier Jahre zum World Conservation Congress (Weltumweltschutzkongress) ein. Dieses Jahr fand der Kongress vom 1.-10. September auf Hawaii statt und endete mit der Verabschiedung der Hawaii Verpflichtungserklärung. Unter dem Motto „Planet am Scheideweg“ haben mehr als 10000 Experten über eine nachhaltige und umweltbewusstere Zukunft des Planeten beraten.

Inhalt der Erklärung sind Ergebnisse aus Empfehlungen und Debatten von Teilnehmern aus 192 Ländern, die die größten Herausforderungen wie die Erwärmung der Ozeane und den Erhalt und Schutz seltener Spezies umfassen. Wichtige Empfehlungen beinhalten die Schließung von Binnenmärkten für Elfenbein, die Dringlichkeit zum Schutz der Hochsee, die Notwendigkeit des Erhalts von Urwäldern, das Verbot von industriellen Aktivitäten in Schutzzonen und eine offizielle IUCN Richtlinie für den Fortbestand der Biodiversität.

Nach Hawaii kamen neben Regierungen auch viele Organisationen, die sowohl die Mitgliederversammlung, als auch Austauschforen, Ausstellungen, thematische Pavillons und  Exkursionen vorbereiteten. An dem zehntägigen Programm des Kongresses beteiligten sich auch einige Projekte der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums (BMUB).

Publikum hört Vortrag zu Die IKI-Projekte „Ökosysteme - Schutz für Infrastruktur und Gemeinschaften“ und „Ökosystembasierte Anpassung an den Klimawandel in Hochgebirgsregionen Zentralasiens“, welche vom BMUB mit jeweils vier Millionen Euro unterstützt werden, stellten in einem Workshop ihre Erfahrungen und die Durchführung von EbA-Ansätzen in der Praxis vor. Auch Filme aus der Projektumsetzung in Thailand und Chile wurden als Beispiele für ökosystembasiertes Katastrophenrisikomanagement präsentiert.

Im „Protected-Planet“ Pavillon  nahm das IKI-Projekt „Protected Area Solutions for Biodiversity and Climate Change: Achieving quality elements of Aichi Target 11”, ein Vorhaben zur Standardisierung von Kriterien für Schutzgebiete, an mehreren Veranstaltungen zur IUCN Green List teil. Hierbei geht es um die Entwicklung von Messmethoden, die Schutzzonen anwenden können, um ihre Gebiete effektiver zu verwalten und zu planen und Ergebnisse der Schutzmaßnahmen festhalten zu können. Das BMUB fördert dieses Projekt über die IKI mit knapp 3,5 Millionen Euro. Die Bedeutung von Schutzgebieten wurde durch die Ankündigung des US-Präsidenten Barack Obama verdeutlicht, der zusagte, das Papahānaumokuākea Marine National Monument im Norden Hawaiis zu vergrößern und damit zur größten Schutzgebietszone der Welt zu machen.

In einem weiteren Workshop konnten sich Teilnehmer aus Lateinamerika, Afrika und Asien über effektiven Küsten- und Meeresschutz austauschen. Organisiert wurde der Workshop zu lokalem Handeln und globalem Lernen vom IKI-Projekt „Blue Solutions - Umsetzung des Strategischen Plans der Biodiversitätskonvention in Meeres- und Küstenökosystemen“. Der Aufbau dieses Netzwerk-Projekts wird vom BMUB mit 6,3 Millionen Euro gefördert. Ziel des Workshops war es Lösungen zu Naturherausforderungen in verschiedenen Regionen zu vergleichen und einen Süd-Süd-Wissensaustausch zu ermöglichen.

Viele weitere IKI-Projekte waren auf dem Kongress vertreten und beteiligten sich auf verschiedene Art und Weise am Gelingen des Kongresses. Die Generaldirektorin von IUCN, Inger Andersen, betonte, dass einige der wichtigsten Köpfe und engagiertesten Experten sich auf dem Kongress getroffen haben, um über die drängendsten Dinge zu entscheiden, die das langfristige Überlegen auf der Erde und unsere Versorgung durch den Planeten sichern können.

Während des Kongresses auf Hawaii kam es auch zu einer weiteren Zusage für die von der Bundesregierung angestoßene „Bonn Challenge“. Mit den zuletzt von Malawi und Guatemala angekündigten Zusagen, übertreffen die Versprechen von Regierungen, Organisationen und Unternehmen zur Waldrestaurierung nun über 113 Millionen Hektar.

Der nächste IUCN Weltnaturschutzkongress findet 2020 statt.