15.12.2020

Ideenwettbewerb für Schutz des Klimas und der Biodiversität in Peru

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Das Bundesumweltministerium hat im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) einen neuen Förderaufruf veröffentlicht, gesucht sind Ideen für zwei bilaterale Projekte mit Peru. Mit der neuen Förderrunde setzt das BMU die langjährige enge Zusammenarbeit der beiden Länder im Klima- und Biodiversitätsschutz fort.

Das Auswahlverfahren hat am 15. Dezember 2020 begonnen, die Ausschreibung läuft bis zum 7. April 2021. Finanziert werden zwei ambitionierte Projekte mit einem Gesamtfördervolumen von bis zu 30 Millionen Euro. Die erste Phase des Verfahrens ist als Ideenwettbewerb konzipiert: Interessierte Durchführungsorganisationen sind aufgerufen, innovative Projektskizzen einzureichen. Das BMU bewertet die eingereichten Vorschläge gemeinsam mit dem peruanischen Umweltministerium und trifft eine Vorauswahl. Zu den ausgewählten Skizzen können in der zweiten Projektphase ausführliche Projektvorschläge eingereicht und eine Förderung beantragt werden.

Alle Informationen zur Ausschreibungen finden Sie hier.

Die Förderschwerpunkte

Umsetzung der nationalen Klimaschutzziele (NDCs) voranbringen

Peru hat 2018 im Rahmen seines Fahrplans zur NDC-Erreichung 62 Minderungs- und 92 Anpassungsmaßnahmen identifiziert. Ziel des ersten Förderschwerpunktes ist es, diese Maßnahmen in den Sektoren Wassermanagement, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sowie Transport und Energie weiterzuentwickeln, zu institutionalisieren und auf regionaler und lokaler Ebene umzusetzen. Hierfür sollen einzelne Maßnahmen zu integrierten Maßnahmenpaketen kombiniert werden, um sowohl Anpassung als auch Minderung zu adressieren.

Biodiversitätsschutz und lokale Gemeinschaften durch naturbasierte Lösungen stärken

Der zweite Förderschwerpunkt unterstützt den peruanischen Ansatz zur integrierten Umsetzung der drei Rio-Konventionen zu Klimawandel, Biodiversität und Desertifikation durch die Anwendung naturbasierter Ansätze (Nature-based Solutions). Ziel ist es, mit einem nachhaltigen Land- und Biodiversitätsmanagement die Widerstandsfähigkeit der ländlichen Bevölkerung zu stärken. Gleichzeitig wird ein Beitrag zum Erhalt und zur Wiederherstellung degradierter Ökosysteme geleistet. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Förderung von biodiversitätsfreundlichen Produkten und Unternehmen.

Hintergrund: Klima- und Biodiversitätspolitik in Peru

Das wirtschaftliche Wachstum Perus beruht größtenteils auf der Nutzung der natürlichen und mineralischen Ressourcen. Die Entwicklung führt somit zum Verlust der biologischen Vielfalt und einem exponentiellen Anstieg der klimaschädlichen Emissionen.

Die Auswirkungen des Klimawandels, Abholzung, Brandrodungen und illegaler Bergbau bedrohen schon heute den wirtschaftlichen und sozialen Wohlstand der Menschen in Peru. Steigende Temperaturen und Dürreperioden gefährden die Ernährungssicherung und die Wasserversorgung. Extreme Wetterereignisse wie El Niño werden häufiger und hefiger, sie treffen insbesondere die ländlichen und armen Teile der Bevölkerung.

Angesichts dieser Herausforderungen hat Peru begonnen, einen inklusiven und nachhaltigen Entwicklungspfad einzuschlagen. Klimawandel und Biodiversität sind eng mit dem menschlichen Wohlergehen und Wohlstand verbunden. Gefordert sind daher integrierte Lösungsansätzen. Der institutionelle und rechtliche Rahmen für die Klima- und Biodiversitätspolitik in Peru ist ambitioniert und einzigartig: In beiden Bereichen verfolgt das Land einen ganzheitlichen, partizipativen und übersektoralen Ansatz, der darauf bedacht ist, alle Ebenen der Regierung miteinzubeziehen.

Anknüpfend an diese politischen Prozesse trägt das IKI-Förderprogramm dazu bei, die politischen Ziele weiterzuentwickeln und umzusetzen.