13.02.2020

IKI auf dem World Urban Forum

SDG-Würfel auf dem WUF10

Die Erreichung der SDGs sind für die nachhaltige Entwicklung von Städten unerlässlich.

Städte bieten schon heute ein Zuhause für mehr als die Hälfte aller Menschen auf der Erde. Der Anteil steigt nach Schätzung von Expertinnen und Experten bis 2050 auf knapp 70 Prozent. Dieser Urbanisierungsschub wird überwiegend in Ballungsräumen von Schwellen- und Entwicklungsländern stattfinden.
Besonders sensibel für die Auswirkungen des Klimawandels

Aktuell sind Städte für mehr als zwei Drittel der weltweiten von Menschen verursachten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Ein Großteil davon entsteht in vielen Sektoren durch den Verbrauch fossiler Brennstoffe. Der Bau von Infrastruktur und die damit oft einhergehende Versiegelung von Flächen bedrohen zudem die Artenvielfalt. Gleichzeitig sind Städte besonders sensibel für die Auswirkungen des Klimawandels. So liegen viele Metropolen an Küsten und sind daher stark von ansteigenden Meeresspiegeln betroffen. Aber auch andere Folgen des Klimawandels wie Extremwetterereignisse und Wasserknappheit bedrohen in Städten viele Menschen auf kleinem Raum.

Urbane Räume sind deshalb ein Schlüssel zu einem erfolgreichen Klima- und Artenschutz. Dies spiegelt sich auch in den internationalen Vereinbarungen wider. So begreift beispielsweise das Pariser Klimaabkommen Städte als Schlüsselakteure. In der Agenda 2030 ist die Gestaltung widerstandsfähiger und nachhaltiger Städte im Ziel 11 der Nachhaltigen Entwicklung festgehalten. Mit der New Urban Agenda wurden 2016 auf dem UN-Gipfel Habitat III konkrete Ziele zu nachhaltiger Stadtentwicklung beschlossen.

Nachhaltige Stadtentwicklung als Förderschwerpunkt der IKI

Bereits seit 2015 ist die nachhaltige Stadtentwicklung ein bereichsübergreifender Förderschwerpunkt der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI). Die IKI-Projekte unterstützen die Partnerländer dabei, Strategien zu nachhaltiger und klimafreundlicher Stadtentwicklung zu entwickeln. Im Fokus steht zum einen die Minderung der Treibhausgasemissionen. Aber auch die Widerstandsfähigkeit gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels ist ein wichtiger Aspekt, den IKI-Projekte ebenso fördern wie den Erhalt der biologischen Vielfalt.

Zehntes World Urban Forum in Abu Dhabi

Eine wichtige Veranstaltung für eine nachhaltige Zukunft in Städten ist das World Urban Forum (WUF). Gegründet im Jahr 2001 von den Vereinten Nationen treffen sich Expertinnen und Experten hier in regelmäßigen Abständen, um die dringendsten Probleme zu diskutieren, die die immer schneller fortschreitende Urbanisierung verursacht. Ziel des WUF ist es zudem durch den Austausch von Erfahrungen, Methoden und Politiken, die nachhaltige Stadtentwicklung voranzutreiben. Der Klimawandel ist deshalb jedes Mal ein wichtiger Aspekt des WUF, dessen zehnte Ausgabe vom 8. bis 13. Februar in Abu Dhabi stattfindet.

Das WUF10 steht unter dem Titel: „Städte der Möglichkeiten: Die Verbindung von Kultur und Innovation“. Beides ist eine wichtige Grundlage, um integrative, sichere, widerstandsfähige und nachhaltige Städte und damit die städtische Dimension der Agenda 2030 zu verwirklichen.

Logo des 10. World Urban Forum (WUF)

Energiewende in den Städten

Das Bundesumweltministerium (BMU) ist auf dem WUF10 unter anderem auf einer Veranstaltung zum Thema Erneuerbare Energien in Städten von REN21 (Renewable Energy Policy Network for the 21st Century) vertreten. Urbane Gebiete sind zentrale Bausteine für eine Energiewende hin zu emissionsfreier Energieversorgung und damit zu saubereren, lebenswerteren Städten. Darüber hinaus organisiert das BMU ein Netzwerktreffen, auf dem das Potenzial von Multi-Level-Governance für ehrgeizigere Klimamaßnahmen und nachhaltige Stadtentwicklung diskutiert wird.

Zudem veranstaltet die vom BMU mitfinanzierte „Cities Climate Finance Leadership Alliance (CCFLA)“ als Co-Organisatorin ein Panel zum Thema Klimafinanzierung in Städten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutieren, wie es gelingen kann, klimafreundliche urbane Infrastrukturprojekte in Städten zu entwickeln und zu finanzieren. Im Fokus steht dabei auch die 2019 ins Leben gerufene „Leadership for Urban Climate Investment (LUCI)“-Initiative. Sie hat das Ziel, bestehende Lücken in der regionalen Klimafinanzarchitektur zu schließen und entlang der gesamten Investitions- sowie Infrastruktur-Wertschöpfungskette die Bereitstellung von Klimafinanzierungsmitteln für Städte zu beschleunigen und zu skalieren. Das IKI-Projekt „Beratungsfazilität für Städte und Kommunen zur Finanzierung von Minderungsmaßnahmen im Bereich nachhaltiger Energieversorgung (Financing Energy for Low-carbon Investment - Cities Advisory Facility (FELICITY))“ ist Mitglied in der CCFLA und Partner-Initiative im Rahmen von LUCI.

IKI-Projekte auf dem World Urban Forum

Darüber hinaus sind IKI-Projekte auch bei anderen Nebenveranstaltungen des WUF10 aktiv. So organisiert unter anderem das Vorhaben „URBAN PATHWAYS: Unterstützung von Niedrigemissionsplänen für städtische Grundversorgung im Kontext der New Urban Agenda“ als Mitveranstalter die Events „Aufbau einer stärkeren Innovationskultur im öffentlichen Verkehr“ und „Globaler Dialog und lokale Beteiligung: innovative Ideen für einen aktiven Lebensraumprozess“. Ebenfalls auf zwei Veranstaltungen vertreten ist das „Institute for Transportation & Development Policy (ITDP)“, das aktuell mit „Growing Smarter: Nachhaltige Mobilität in Ostafrika“ und „Initiative für nachhaltige Mobilität in Indien“ zwei IKI-Projekte durchführt. Auf der WUF10 diskutiert das ITDP unter anderem das Potenzial des Transit-orientierten Entwicklungsstandards (Transit Oriented Development) und über die Möglichkeiten einer emissionsarmen Beförderung von Kindern. Das Projekt „Gender into Urban Climate Change Initiative (GUCCI)“ ist außerdem mit der Veranstaltung zum Thema geschlechtergerechte Stadtklimapolitik vertreten.