16.12.2019

IKI-Auftaktworkshop in Kolumbien zu Klimaschutz und Biodiversität

Fluss in Kolumbien

Das Projekt MIMAC unterstützt in den Regionen La Guajira und Chocó nachhaltige Fischerei und die Implementierung von Pilotprojekten der ökosystembasierten Anpassung. Foto: David Fayad, Till Groth/GIZ

Am 15. November 2019 fand in Bogotá der erste Vernetzungsworkshop für Projekte der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) in Kolumbien statt. Rund 60 Vertreterinnen und Vertreter von IKI-Durchführungsorganisationen, aus dem kolumbianischen Umweltministerium sowie dem Bundesumweltministerium und der deutschen Botschaft diskutierten potenzielle Synergien zwischen den IKI-Projekten sowie Möglichkeiten, die Kommunikation untereinander zu stärken.

Kolumbien: Schwerpunktland der IKI

Bis heute unterstützte das Bundesumweltministerium über die IKI bereits 77 Klima- und Biodiversitätsprojekte in Kolumbien. Aktuell werden 45 bilaterale, regionale und globale Projekte von mehr als 20 verschiedenen Durchführungsorganisationen umgesetzt. Sie verteilen sich auf die vier Themenbereiche Minderung von Treibhausgasemissionen (19 Projekte), Anpassung an den Klimawandel (10 Projekte), Natürliche Kohlenstoffsenken/REDD+ (6 Projekte) sowie Biologische Vielfalt (10 Projekte). Das Fördervolumen der aktuellen Projekte liegt insgesamt bei über 381 Millionen Euro. 

Als Schwerpunktland der IKI und verfügt Kolumbien über ein sogenanntes „Schnittstellenprojekt“. Dieses unterstützt den Erfahrungs- und Informationsaustausch zwischen den Projektdurchführern und kommuniziert aktuelle Entwicklungen rund um das IKI-Portfolio an das Bundesumweltministerium. Als Schnittstelle agiert das 2019 beauftragte NDC Policy Program, welches ebenfalls für die Organisation des Vernetzungsworkshops zuständig war.

Treibhausgasemissionen und Ressourcenverbrauch sind große Herausforderungen

Kolumbien hat sich in den letzten Jahren als wichtiger Akteur in den internationalen Klimaverhandlungen etabliert und ist bestrebt, einen kohärenten und signifikanten Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 zu leisten. Gleichzeitig stellen hohe Treibhausgasemissionen sowie starker Ressourcenverbrauch in Schlüsselsektoren wie Landwirtschaft, Transport und Energie große Herausforderungen für die kolumbianische Klima- und Umweltpolitik dar. Ebenfalls ein zentraler Aspekt: die starke Zunahme der Entwaldung. Dies betrifft insbesondere die Amazonas-Region, wo 75 Prozent der entwaldeten Flächen liegen.

Teilnehmer auf dem IKI-Vernetzungsworkshop

Der Nationale Entwicklungsplan („Plan Nacional de Desarrollo“, PND) als zentrales Planungs- und Koordinierungsinstrument Kolumbiens legt deshalb einen starken Fokus auf das Thema „Grünes Wachstum“ und setzt auf Niedrigemissionsstrategien sowie die Stärkung klimaresilienter Produktionsformen. Auch in seinen 2016 eingereichten national festgelegten Klimaschutzbeiträgen (NDCs) verfolgt Kolumbien ehrgeizige Ziele in allen relevanten wirtschaftlichen Sektoren. So sollen bis zum Jahr 2030 mindestens 20 Prozent an Treibhausgasemissionen eingespart werden (mit internationaler Unterstützung sogar 30 Prozent) im Vergleich zum Business-As-Usual-Szenario (BAU). Außerdem soll die Anpassungskapazität landesweit, z.B. in den oben genannten Schlüsselsektoren erhöht werden. Erschwert wird die Umsetzung der Ziele jedoch durch eine starke Zentralisierung und komplexe Kapazitätsverhältnisse an der NDC-Umsetzung beteiligten öffentlichen Akteure, wodurch Koordinierungsprobleme und Verzögerungen von Entscheidungen entstehen.

IKI unterstützt Kolumbien gezielt beim Klima- und Umweltschutz

Das breit gefächerte IKI-Portfolio in Kolumbien ist direkt auf die Ambitionen und Herausforderungen Kolumbiens im Bereich Klima- und Umweltschutz abgestimmt. Es agiert auf der nationalen, regionalen und lokalen Ebene, um eine nachhaltige Entwicklung herbeizuführen. Verschiedene IKI-Projekte unterstützen die kolumbianische Regierung bei der Umsetzung der NDCs, National angemessener Minderungsmaßnahmen und Nationaler Anpassungspläne und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu den übergeordneten Zielen Kolumbiens. Andere IKI-Projekte sind in den Bereichen Green Finance, „Klimafreundliche Kühlungselemente“ , nachhaltige Nutzung von Ökosystemen, Küstenzonenmanagement, Landnutzungsplanung, nachhaltige Agroforstwirtschaft und nachhaltiger Verkehr tätig.

Durch die vielfältigen Ansätze unterstützt das IKI-Portfolio die kolumbianische Regierung umfassend und nachweisbar bei der angestrebten Transformation zu einer kohlenstoffarmen und klimaresilienten Gesellschaft sowie bei der Erreichung der Ziele der Agenda 2030. In der Zukunft soll die Zusammenarbeit zwischen den Projekten des Portfolios weiter vertieft werden, um Maßnahmen noch gezielter aufeinander abzustimmen. Neben dem jährlich stattfindenden IKI-Vernetzungsworkshop sind ab 2020 auch verschiedene andere Aktivitäten der Schnittstelle wie z.B. ein IKI-Newsletter einen regelmäßigen Informationsaustausch geplant.