19.01.2021

IKI-Schnittstellen-Workshop Südafrika 2020

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Der jährliche IKI-Schnittstellen-Workshop für Südafrika dient dem trilateralen Austausch zwischen dem deutschen Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), den IKI-Projekten und dem südafrikanischen Ministerium für Umwelt, Forstwirtschaft und Fischerei (DEFF). Der Workshop bietet den Beteiligten eine Plattform für Synergien im Umgang mit dem Klimawandel und für abgestimmte Maßnahmen in der globalen COVID-19-Pandemie.

Am 30. November und 1. Dezember veranstaltete das „Programm zur Unterstützung der Weiterentwicklung und Umsetzung der Klimapolitik Südafrikas“ (CSP – Climate Support Programme) den Schnittstellen-Workshop 2020. Die Veranstaltung fand aufgrund der Reisebeschränkungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie virtuell statt. Es kamen mehr als 50 Fachleute zusammen, um ihre Ideen, Erfahrungen, Ziele, Erfolge und Herausforderungen in Bezug auf die IKI und vor allem in Bezug auf einen nachhaltigen Wiederaufbau (Green Recovery) nach der COVID-19-Pandemie auszutauschen. 

In Südafrika gibt es derzeit 36 Projekte, mit denen die IKI das Land bei seinen Verpflichtungen zum Klimaschutz, zur Anpassung an den Klimawandel und zum Biodiversitätsschutz unterstützt. Die südafrikanischen Partner auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene äußerten sich positiv zu den IKI-Initiativen und berichteten über die Umsetzung der Projekte, die Südafrikas Klimaziele wirksam unterstützt und verstärkt haben.

Green Recovery in Südafrika

Die South African Reserve Bank – die südafrikanische Zentralbank – geht für 2020 von einem tiefgreifenden Konjunkturabschwung in Höhe von -7,3 Prozent des BIP aus. Infolge der wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19, die sich in hohen Arbeitslosenzahlen und Arbeitsplatzverlusten niederschlagen, hat sich in Kombination mit der weltweiten Umweltzerstörung für das Krisenmanagement der Ansatz einer Green Recovery herausgebildet. 

Im Oktober 2020 stellte die südafrikanische Regierung den neuesten Plan zur Reaktion auf die durch die Pandemie ausgelöste Gesundheits- und Wirtschaftskrise vor, den South African Economic Reconstruction and Recovery Plan (ERRP). Dieser skizziert die Umwandlung der südafrikanischen Wirtschaft in den nächsten Jahren, wahrscheinlich sogar über 2030 hinaus. Der ERRP sieht einen Wiederaufbau durch das Konzept einer Green Economy vor, und stellt so eine Verbindung zu den Empfehlungen führender multilateraler Institutionen her. Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) „haben Regierungen durch eine Green Recovery die Möglichkeit, Innovationen freizusetzen, eine weitreichende und grundlegende Umstrukturierung kritischer Sektoren vorzunehmen, bestehende Umweltpläne zu beschleunigen und ökologisch nachhaltige Projektpipelines einzusetzen.“ So gibt es eine Chance, Resilienzen aufzubauen, um diese und mögliche zukünftige Krisen  zu bewältigen. 

„Green Recovery“ ist eine Strategie der wirtschaftlichen Reaktion angesichts der COVID-19-Pandemie. Die daraus resultierenden Maßnahmen, Pläne und Strategien sind sowohl kurz-, mittel- als auch langfristig angelegt. Um das Rad nicht ‚neu erfinden‘ zu müssen, können die Erkenntnisse aus Projekten  im Zusammenhang mit der Green Economy, Kreislaufwirtschaft, nachhaltigen Entwicklung, einem gerechten Übergang und der Wiederherstellung von Ökosystemen als Grundlage dienen. 

Angesichts des beispiellosen Rückgangs der Binnenkonjunktur und des internationalen Handels geht der Climate Action Tracker davon aus, dass Südafrikas Treibhausgasemissionen 2020 um neun bis elf Prozent niedriger sein werden als im Jahr 2019. Dies ist eine Chance, die Weichen für grünes Wachstum und eine Green Economy zu stellen. Andernfalls werden wir trotz der positiven Nebeneffekte der Pandemie schnell wieder auf das alte Emmissions-Niveau zurückkehren, sobald sich die Wirtschaft erholt. Das sich abzeichnende Engagement für eine Green Recovery ermöglicht, dass diese Diskussionen jetzt geführt werden, und genau dazu wollen die südafrikanischen IKI-Projekte beitragen. 

Enge Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Südafrika

Der südafrikanische IKI-Schnittstellen-Workshop 2020 betonte die langjährige Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Südafrika in Klimafragen. Die IKI engagiert sich seit etwa 13 Jahren in Südafrika und hat es geschafft, dauerhafte Partnerschaften mit südafrikanischen Akteuren aufzubauen. Wie der Workshop deutlich machte, bleiben die Herausforderungen für eine erfolgreiche Klimapolitik sowie deren Umsetzung bestehen und werden durch die Pandemie noch verschärft.  

Angesichts der guten Beziehungen zwischen Deutschland und Südafrika in der Klimafrage und mit Blick auf das Green Recovery-Konzept schloss der Workshop jedoch mit einer positiven Bilanz und zahlreichen Plänen für 2021 und darüber hinaus. 


Einblicke: IKI in Südafrika

Hier finden Sie eine Auswahl an IKI-Projekten, die in Südafrika mit verschiedenen Schwerpunkten aktiv sind: 

Klimaneutraler Städtebau 

NDC-Unterstützung 

Meeresschutz 

Finanzierung von Biodiverstiät 

Ökosystembasierte Anpassung

Informationssysteme für NDC-Reporting