25.02.2021

IKI-Schnittstellenworkshop 2021 in Kolumbien

Blick auf dem Tatama Nationalpark - Kolumbien ist ein Hotspot der Artenvielfalt. Foto: Shutterstock

Am 16. und 17. Februar 2021 organisierte das NDC Policy Programme den zweiten IKI-Schnittstellenworkshop in Kolumbien. Die jährliche Veranstaltung dient dem Austausch zwischen den IKI-Projekten im Land, dem kolumbianischen Umweltministerium (MinAmbiente) und dem Bundesumweltministerium (BMU) über Projektaktivitäten und aktuellen Themen in den Bereichen Klimaschutz und Biodiversität. Aufgrund der derzeitigen Einschränkungen durch die COVID-19-Pandemie fand die Veranstaltung dieses Mal nicht in Bogotá, sondern virtuell statt. Rund 60 Teilnehmende nutzen den Workshop, um Erfahrungen und Herausforderungen in Bezug auf die Umsetzung ihrer Projektaktivitäten, insbesondere im Kontext Pandemie, zu diskutieren. 

Green Recovery: Möglichkeiten für einen nachhaltigen Neustart in Kolumbien

Neben aktuellen Entwicklungen zum strategischen und politischen Rahmen für Klimaschutz und Biodiversität lag der thematische Fokus des ersten Tages auf den Möglichkeiten eines nachhaltigen Wiederaufbaus („Green Recovery“). Die kolumbianische Regierung stellte im Herbst 2020 eine neue Strategie vor, um den wirtschaftlichen Aufschwung nach der COVID-19-Pandemie fair und nachhaltig zu gestalten. Die Strategie unterstreicht die Rolle von erneuerbaren Energien, den Er-halt und Schutz von natürlichen Ressourcen sowie die Schaffung von „Green Jobs“ zur Erreichung dieser Ziele. 

Die Beiträge zum IKI-Corona-Response-Paket und zu Neuigkeiten aus der IKI von Dr. Philipp Behrens, Leiter des BMU-Referats „Internationale Klimaschutzinitiative“, und Stephan Contius, Leiter des BMU-Referats „Vereinte Nationen, 2030-Agenda; Entwicklungs- und Schwellenländern“, waren deshalb von besonderer Relevanz für die IKI-Durchführungsorganisationen. Aktuell sind vier Projekte in Kolumbien sowie ein ökonomischer Berater im kolumbianischen Planungsministerium (DNP) Teil des Förderpakets. Francisco Charry, Abteilungsleiter „Klimaschutz und Risikomanagement“ des kolumbianischen Umweltministeriums, beleuchtete die Fortschritte in der nationalen Klimaschutzpolitik und die kolumbianische Perspektive auf die Chancen und Herausforderungen von Green Recovery. Insbesondere kann das neue Ziel des aktualisierten kolumbianischen Beitrags zum Klimaschutz (NDC) hervorgehoben werden, das mit einer Reduzierung von 51 Prozent der Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Business-as-usual-Szenario mehr als doppelt so hoch ist wie im ersten NDC. 

Erfahrungsaustausch und Kooperationsmöglichkeiten 

Im Mittelpunkt des zweiten Tages stand der Austausch von „Best Practices“ aus den Projekten. In thematischen Untergruppen stellten verschiedene Projekte zu diesem Zweck ihre Erfahrungen in Bezug auf bestimmte Ansätze oder Werkzeuge vor. Auf verschiedenen digitalen Plattformen identifizierten die Teilnehmenden, welche Anknüpfungspunkte mit den vorgestellten Themen für ihre Projekte bestehen und wo sich Kooperationsmöglichkeiten ergeben.  

Die große Bandbreite an Ideen, die im abschließenden Plenum für nächste Aktivitäten der Schnittstelle vorgeschlagen wurden, unterstreicht die thematische Diversität des Portfolios und das große Engagement der Projekte. Trotz der bestehenden Herausforderungen, die durch COVID-19 weiter verstärkt wurden, ist der Ausblick in die Zukunft der deutsch-kolumbianischen Zusammenarbeit im Bereich Klimaschutz und Biodiversität deshalb positiv zu bewerten.