16.08.2016

IKI unterstützt Brasiliens Klimapolitik

Feuerwehrmann löscht Feuer

Brände für den Klimaschutz und für den Erhalt der Biodiversität; Foto: Leonardo Milano

In Brasilien finden zur Zeit die Olympischen Sommerspiele 2016 statt. Das südamerikanische Land mit seinen über 200 Millionen Einwohnern ist eines der wichtigsten Partnerländer für die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums. Innerhalb von acht Jahren sind 25 Projekte mit einem Fördervolumen von insgesamt 101 Millionen Euro auf den Weg gebracht worden. Kern der Kooperation sind klimawirksame Vorhaben zum Schutz der Wälder und der Biodiversität. Weitere Projekte arbeiten in den Bereichen Emissionsminderung durch Erneuerbare Energien, nachhaltige Stadtentwicklung, Abfallwirtschaft und alternative Kraftstoffe.

Nicht weit von der Olympia-Stadt Rio de Janeiro liegt einer der weltweit fünf wichtigsten Biodiversitäts-Hotspots: der Küstenregenwald Mata Atlântica. Die Ostküste Brasiliens ist mit 120 Millionen Einwohnern aber auch das Herzstück der brasilianischen Wirtschaft. Im Spannungsfeld zwischen Umweltschutz und Wirtschaftswachstum ist es eine große Herausforderung, die letzten verbliebenen acht Prozent des Küstenwaldes zu erhalten. Die IKI unterstützt Brasilien daher seit 2009 im Bereich Wald-und Landschaftsrestaurierung (Forest Landscape Restoration – FLR) mit knapp 25 Millionen Euro. Im Nationalpark Pau-Brasil werden zum Beispiel die letzten gleichnamigen Baumarten geschützt und junge Bäume wieder angepflanzt.

Blick auf Sandbank

Der Cerrado gilt als artenreichste Savannenlandschaft der Welt und ist zweitgrößtes Biom Brasiliens. Er beherbergt bis zu 12.000 heimische Pflanzen- und Tierarten, ist Quellregion der drei größten Flussgebiete Südamerikas und hat eine hohe sozio-ökonomische Bedeutung für die indigenen und traditionellen Bevölkerungsgruppen. Mit einer Fläche von mehr als zwei Millionen km² ist er fast sechsmal so groß wie Deutschland.
2013 stand bereits die Hälfte seiner Fläche unter menschlicher Nutzung, und die jährlichen Entwaldungsraten waren höher als die des Amazonas. Im Jahr davor entstanden rund 60% der landnutzungsbedingten CO2-Emissionen Brasiliens im Cerrado. Das IKI-Vorhaben „Prävention, Kontrolle und Monitoring von Bränden im Cerrado“ trägt mit einem verbesserten Feuermanagement sowie der Entwicklung neuer Feuer- und Entwaldungsmonitoringsysteme dazu bei, den Cerrado als globalen Kohlenstoffspeicher zu erhalten und die Biodiversität zu schützen.

Das von der IKI geförderte brasilianisch-deutsche Projekt "Schutz und integriertes Management von Meeres- und Küstenbiodiversität - TerraMar" arbeitet im über 400.000 Hektar großen Meeresschutzgebiet APA (Área de Preservacao Ambiental) an der Costa dos Corais. Dieser etwa 135 Kilometer lange Küstenabschnitt an der Nordostküste Brasiliens vor der Küste der Bundesstaaten Pernambuco und Alagoas gilt als einer der größten Korallenriffe Südamerikas. Ebenfalls geschützt werden soll die vorgelagerte Inselgruppe Abrolhos, die zwischen den Bundesstaaten Bahia und Espírito Santo liegt. Das Projekt unterstützt die Erarbeitung einer integrierten Umweltraumplanung im Küsten- und Meeresraum in diesen beiden Regionen.

Die IKI hat die brasilianische Regierung signifikant bei der Erarbeitung seiner nationalen Klimaschutzbeiträgen (Nationally Determined Contributions - NDCs) unterstützt. Im Rahmen des Projektes „REDD Policy Assessment Center“ wurde ein Modell entwickelt, das verschiedene zukünftige Szenarien für die Entwicklung von Emissionen im Landnutzungssektor berechnet. Dieses Modell fungierte als wichtige Datengrundlage für die Erstellung der INDCs. Das Projekt wurde nun von der brasilianischen Regierung gebeten, die weitere Ausarbeitung der INDC eng zu begleiten.

Blick in den RegenwaldNeben einem Nationalen Klimaaktionsplan entwickelt Brasilien auch Strategien für relevante Branchen, etwa Energie, Landwirtschaft, Industrie und Bergbau. Bei diesen Strategien handelt es sich um sogenannte Sektorpläne, in denen das nationale Minderungsziel auf spezifische Ziele und konkrete Maßnahmen in verschiedenen Sektoren heruntergebrochen wird. Auf das brasilianische Umweltministerium kommt bei der Umsetzung dieser fortschrittlichen Ziele eine Fülle neuer Aufgaben zu, wofür es Unterstützung und Beratung sucht. Deutschland unterstützt das brasilianische Umweltministerium daher bei der Koordination und Umsetzung der zurzeit acht bestehenden Sektorpläne. Dazu fördert es die technischen und personellen Kapazitäten des Umweltministeriums, das für die Koordinierung der Pläne der Fachministerien sowie der gesamten nationalen Klimapolitik zuständig ist.

Im Bereich Erneuerbare Energien unterstützte ein IKI-Projekt Brasilien durch eine Kombination aus technischer und finanzieller Zusammenarbeit bei der Errichtung einer innovativen 1MW-Photovoltaikanlage. Die brasilianische Energieplanungsbehörde EPE geht davon aus, dass die kumulierte installierte PV-Leistung von 9,8 MW in 2015 auf 1400 MW in 2020 steigt.
Zudem unterstützte ein IKI-Beratungsprojekt (1000 Dächer-Projekt) die Verbreitung von solarthermischen Anlagen im sozialen Wohnungsbau in ausgewählten Regionen. Ergebnis der Beratung war, dass die brasilianische Entwicklungsbank CAIXA in der ersten Phase des Sozialwohnungsbauprogramms 43.000 solarthermische Anlagen für einkommensschwache Familien förderte. In der zweiten Phase werden 200 Millionen Euro aus dem brasilianischen Bundeshaushalt für die Förderung von bis zu 250.000 solarthermischen Einheiten zur Verfügung gestellt.

Neue IKI-Projekte werden Brasilien außerdem in den Bereichen Abfallpolitik, Nachhaltige Stadtentwicklung und alternative Kraftstoffe unterstützen.



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