15.06.2015

Indien: Solarenergie versorgt Kricketstadion

Solarzellen auf Stadion

Solaranlage auf dem Dach des Kricketstadions. Foto: MRO-TEK

Kricket ist Nationalsport in Indien. Das große Interesse der Zuschauer für diesen Sport bietet gleichzeitig eine sehr gute Möglichkeit auch auf umweltbewusste Stromerzeugung aufmerksam zu machen. Mit der Installation einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Chinnaswamy Stadion in Bangalore zeigt die Karnataka State Cricket Association (KSCA), dass Umweltbewusstsein und Wirtschaftlichkeit sehr gut in Einklang zu bringen sind.

Die Anlage ist eine der ersten großen netzgebundenen PV Dachanlagen im Bundesstaat Karnataka. Sie besteht aus 1422 Modulen, hat eine Leistung von 400kW und ist im April dieses Jahres von der indischen Firma MRO-TEK aufgebaut worden. Im jährlichen Durchschnitt hat sie das Potenzial etwa ein Drittel des Strombedarfs des Stadions abzudecken. Bei längerer Sonneneinstrahlung, d.h. zu Spitzenbetriebszeiten kann sogar überschüssig erzeugter Strom über ein Net Metering-System in das Netz der Bangalore Electricity Supply Company Ltd. (BESCOM) eingespeist werden. Vertreter von MRO-TEK sagen, dass die Anlage bereits nach vier Jahren rentabel sein wird.

Die technischen und wirtschaftlichen Machbarkeitsstudien wurden von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums (BMUB) im Rahmen eines Projekts gefördert. Das Projekt „Vermarktung von Sonnenenergie in städtischen Regionen und Industriegebieten in Indien (ComSolar)" wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführt und ist Teil des Indisch-deutschen Energieprogrammes (IGEN). Politischer Partner von ComSolar ist die indische Regierung und das indische Ministerium für Neue und Erneuerbare Energie (MNRE). Durch das Programm wird u.a. auch die "Jawaharlal Nehru National Solar Mission" unterstützt, die Teil des indischen "National Action Plan on Climate Change" ist und es sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2022 Solarenergiekapazitäten von 100 GW aufzubauen.

Die KSCA plant das Stadion sukzessive zu einem „grünen Stadion" umzubauen. Das dazugehörige "Green Wicket"-Konzept wurde vom IKI-Projekt ComSolar in Zusammenarbeit mit dem Indo-German Environment Partnership Programme (IGEP) erarbeitet. Dazu gehört, die Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 850kW weiter auszubauen, ein Abfallmanagement einzuführen sowie Regenwasser aufzufangen und zu nutzen.