01.06.2016

Indien treibt Ressourceneffizienz und Recycling voran

Elektroschrott

Wertvolle Rohstoffe landen als Elektroschrott auf dem Müll; Foto: Ishan Khosla/flickr

Indien ist eines der bevölkerungsreichsten Länder der Erde mit einem stetig wachsenden Ressourcenbedarf. Prognosen für Indien gehen von einer Vervierfachung des Materialverbrauchs bis 2050 aus. Zurzeit findet die Verwertung zum Beispiel von Elektroschrott, Verpackungen und Altfahrzeugen mehrheitlich im informellen Bereich statt, sodass wertvolle Rohstoffe lediglich downgecycled1 werden und  darüber hinaus ein erheblicher Anteil der verwertbaren Rohstoffe deponiert statt in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt wird. Eine Verbesserung dieser Situation könnte zur Senkung des Ressourcenverbrauches und zu einer erheblichen Einsparung an Treibhausgasen führen. Das im Rahmen der IKI vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) finanzierte Projekt „Ressourceneffizienz und Sekundärrohstoffmanagement als Beitrag zum Klimaschutz“ berät seine indischen Partner bei der Stärkung einer Abfallwirtschaftspolitik, die ein intelligentes Management zur effizienten Nutzung von Rohstoffen und den vermehrten Einsatz von Sekundärrohstoffen durch Recycling vorsieht.

Vom 12. bis 13. Mai 2016 fand in Neu-Delhi hierzu ein internationaler Workshop zur erweiterten Herstellerverantwortung (EPR; Extended Producer Responsibility) statt. Über 100 Teilnehmer aus den Bereichen Politik, Industrie, Verbände, Gesellschaft und Wissenschaft tauschten ihr Wissen, Erfahrungen und ihre Vorstellungen zu EPR aus und diskutierten über die Einführung des Systems in Indien und im indischen Kontext. EPR ist ein zentrales Instrument zur Abfallvermeidung, bei der der Hersteller eines Produkts auch für dessen nachhaltiges Design und dessen Entsorgung verantwortlich gemacht wird und somit Abfall vermieden und die Kreislaufwirtschaft angeregt wird.

Die Veranstaltung wurde gemeinsam von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), dem indischen Umweltministerium (MoEFCC) und der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH organisiert.
Internationale und nationale Sprecher referierten zum Management und Recycling der Materialien aus unterschiedlichen Bereichen, z.B. elektronischem Abfall, Fahrzeugverwertung und Plastikverpackungen.

Mit der Gründung eines Indischen Ressourcenpanels (InRP) als erstes nationales Beratungsgremium zur Ressourceneffizienz im Oktober 2015 hat das Projekt einen wichtigen Meilenstein erreicht. Die Handlungsempfehlungen des InRP zu Rohstoffproduktivität und Sekundärrohstoffmanagement sollen von der indischen Regierung angenommen werden, um die industrielle Entwicklung Indiens mit Klima- und Umweltschutz in Einklang zu bringen.  Das BMUB fördert seit 2014 das dreijährige Projekt in Indien mit einem Volumen von drei Millionen Euro.

 

1 Material erreicht nicht mehr die ursprüngliche Qualität oder deren Verarbeitbarkeit wie bei der Primärherstellung vor dem Recyclingprozess.


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