15.10.2018

Innovative Ansätze zur Förderung der NDC-Implementierung

Workshopteilnehmende; Foto: © GIZ

Workshopteilnehmende; Foto: © GIZ

Viele Länder unternehmen mittlerweile Schritte, um die in ihren national bestimmten Klimaschutzbeiträgen (Nationally Determined Contributions, NDCs) festgelegten Ziele zu erreichen. Doch sie sehen sich mit Herausforderungen konfrontiert, die den Umsetzungsprozess verlangsamen. Mit der Bewältigung dieser Herausforderungen beschäftigte sich eine Workshop-Reihe, die das NDC Support Cluster (kurz: Cluster) der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) im zweiten Quartal des Jahres 2018 in seinen vier thematischen Arbeitsgruppen Governance, Sektoransätze, Finanzierung und Transparenz durchführte. Die IKI-Durchführungsorganisationen des Clusters diskutierten hier gemeinsam mit renommierten Expertinnen und Experten aus Klima- und Entwicklungsorganisationen, Länderregierungen, Think Tanks und der Wissenschaft folgende Frage: In welchen Bereichen gelingt die schnelle und effektive Umsetzung der NDCs und wo wird Unterstützung benötigt? Die Reihe endete mit einem Syntheseworkshop am 20. September 2018, auf dem die Durchführungsorganisationen des Clusters übergreifende Ergebnisse und das weitere Vorgehen diskutierten.

Design Thinking für die Klimapolitik

Die Workshops basierten auf einer innovativen Design Thinking-Methode, dem sogenannten Prototyping. Diese Methode eröffnete zahlreiche Möglichkeiten, zur Diskussion nicht nur der zentralen Herausforderungen, mit denen sich die Partnerländer bei der Umsetzung ihrer NDC konfrontiert sehen, sondern auch zum Austausch von Ideen und Erfahrungen, wie sie diese überwinden können. Das führte zur Erarbeitung von Lösungen und schließlich zur Entwicklung einer umfassenden Sammlung von "NDC-Umsetzungsansätzen", die die Erkenntnisse bündelten und aufzeigten, wie die Umsetzung der NDCs in unterschiedlichen Bereichen optimiert werden kann. Die Umsetzungsansätze werden Ende 2018 auf der Webseite des Clusters veröffentlicht.

Anwendung der Design Thinking-Methode beim Workshop in Berlin im April 2018; Foto: © GIZ

Vier Workshops – vier Themen: Governance, Finanzierung, Sektoransätze und Transparenz

Wie können die NDCs den Wandel im Energiesektor vorantreiben? Diese Frage stand im Mittelpunkt des thematischen Workshops zu Sektoransätzen, der im April 2018 in Berlin stattfand. Die Teilnehmenden diskutierten drei zentrale Herausforderungen: die Rolle der verschiedenen Interessengruppen bei der NDC-Umsetzung, die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für diesen Prozess und das Mainstreaming der NDCs im Energiesektor.

Workshop zum Thema Sektoransätze in Berlin im April 2018; Foto: © GIZ

Der Workshop der Arbeitsgruppe Finanzierung, der im Juni 2018 in Kapstadt stattfand, befasste sich mit der Frage, wie Finanzmittel des Privatsektors zum Erreichen der Ziele der NDCs mobilisiert werden können. Im Mittelpunkt standen die Mobilisierung von Finanzmitteln zur NDC-Umsetzung im Energiesektor, die Förderung der Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen und die Integration von Klimaaspekten in privater Investitionen.

Die beiden Workshops zu den Themen Governance und Transparenz fanden im Juni 2018 parallel in Washington D.C. statt, was die gemeinsame Durchführung einer Reihe von Sitzungen ermöglichte. Die übergreifende Frage für beide Themen lautete: Wie können wir die Rahmenbedingungen bezüglich Governance und Transparenz für eine integrierte NDC-Umsetzung verbessern? Die Teilnehmenden des Governance-Workshops diskutierten zwei Hauptthemen: vertikale Integration sowie horizontale Koordination der NDC-Umsetzung und übergreifende Koordinationsfragen. Der Transparenz-Workshop konzentrierte sich auf drei Themen: effektive Zielvorgaben, die Bewertung der Treibhausgas (THG)- und Nicht-THG-Wirkungen subnationaler Klimapolitiken und -maßnahmen sowie integrierte Ansätze zum Nachverfolgen von Fortschritten.

Workshop zum Thema Klimafinanzierung in Kapstadt, Südafrika im Juni 2018; Foto: © GIZ

Blick in die Zukunft

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Umsetzung der NDCs ist es, die Herausforderungen und Hindernisse für die Partnerländer zu identifizieren. Doch das Ziel, das sich das NDC Cluster mit dieser Workshop-Reihe gesetzt hatte, ging darüber hinaus: Es sollten Wege gefunden werden, um diese Hürden zu bewältigen. Um konkrete Lösungen entwickeln zu können, diskutierten und formulierten die Workshops NDC-Umsetzungsansätze für alle vier Themen. Diese Ansätze sollen als wertvolle Beiträge für weitere Diskussionen im Rahmen internationaler Netzwerke und Initiativen wie z.B. der NDC-Partnerschaft dienen. Darüber hinaus können Ländervertreterinnen und Ländervertreter sowie weitere Partnerinnen und Partner aus den Ländern diese Ansätze als Ausgangspunkt für die weitere Unterstützung nationaler NDC-Prozesse nutzen.

Die Durchführungsorganisationen des Clusters geben der Konzeption dieser Ansätze nun gemeinsam mit weiteren Workshop-Teilnehmenden, die an der Entwicklung der Ansätze beteiligt waren, den Feinschliff und suchen nach Möglichkeiten, einzelne Elemente zu pilotieren. In anstehenden Veranstaltungen des Clusters – darunter die zweite Global NDC Conference im Juni 2019 in Berlin – verbreiten die Partnerinnen und Partner die Ansätze und informieren über die nächsten Schritte. Darüber hinaus plant das NDC Cluster ein Strategiepapier veröffentlichen, das die zentralen Erkenntnisse und Botschaften aus der gesamten Workshop-Reihe zusammenfasst.

Die in dieser Workshop-Reihe angewandte Design Thinking-Methode hat sich als so erfolgreich erwiesen, dass das NDC Cluster sie auch nach der Veranstaltungsreihe weiter anwendet – zum Beispiel beim Workshop zur Förderung der nationalen Anpassungsplanung und -umsetzung zur Erreichung der Anpassungsziele des Pariser Klimaabkommens, Anfang Oktober in Bangkok.

Im Jahr 2015 hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) das IKI NDC Support Cluster gegründet. Als Zusammenschluss verschiedener Organisationen unterstützt das Cluster weltweit Länder bei der zeitnahen und umfassenden Umsetzung ihrer national bestimmten Klimaschutzbeiträge (NDCs).