29.02.2012

Innovative Internetplattform und Methoden zur Anpassung an den Klimawandel

Um dem Klimawandel effektiv entgegentreten zu können, benötigt es allen voran Informationen über dessen lokale, regionale und nationale Auswirkungen. Diese Informationen dienen nicht nur der Politik als Entscheidungsgrundlage für klimapolitische Maßnahmen, sondern sind Basis für die Förderung von Aktivitäten zur Anpassung an den Klimawandel. Doch gerade in Entwicklungs- und Schwellenländern sind solche Informationen rar, da es an frei zugänglichen, nutzerfreundlichen und systematischen Übersichten fehlt.

Informationen sammeln und Akteure vernetzen

Deshalb förderte die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) das Projekt "Climate Impacts: Global and Regional Adaptation Support Platform" (ci:grasp). Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung e.V. (PIK) schufen hier eine frei zugängliche und interaktive Informationsplattform im Internet, die Daten zum Klimawandel bereitstellt und anhand von Klimaparametern wie Temperatur, Extremniederschlägen und Meeresspiegelanstieg die Auswirkungen auf die jeweilige Region unter Berücksichtigung sozio-ökonomischer Effekte ermittelt. Zudem präsentiert sie abgestimmte Anpassungsmaßnahmen für Entwicklungs- und Schwellenländer und verweist auf bereits laufende Projekte.

Die Nutzer können selber Informationen einspeisen und den Informationsstand der Webseite kontinuierlich erweitern. So werden die verschiedenen Akteure untereinander vernetzt und lernen voneinander. Der so entstandene Wissensspeicher versorgt Entscheidungsträger mit den nötigen Informationen für ihre Klimapolitik und stärkt die lokalen Fähigkeiten für die Analyse der Folgen des Klimawandels sowie für die Umsetzung entsprechender Anpassungsprojekte. Die bereitgestellten Informationen helfen dabei, Anpassungsmaßnahmen gezielt dort anzuwenden, wo sie den größten Nutzen bringen.

Entscheidungen unterstützen und Methoden entwickeln

Ein Nachfolgeprojekt erarbeitet zusätzlich ein Methodeninventar zur Identifizierung, Analyse und Priorisierung von Maßnahmen zur Klimaanpassung und nutzt dazu ebenfalls ci:grasp als Kommunikationsplattform. Das Projekt entwickelt auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und praktischer Herausforderungen nutzerorientierte Anpassungsmethoden und informiert darüber online oder in Schulungen für relevante Akteure in den Partnerländern. Zudem vernetzt es Entscheidungsträger und Experten aus Partnerländern zum Erfahrungsaustausch und berät sie bei der Anwendung von Methoden in konkreten Politik- und Planungsprozessen.

Wirkung und Verbreitung

Im Januar 2012 waren 315 Projekte aus der ganzen Welt auf der Website von ci:grasp registriert. Sie tauschen sich untereinander intensiv aus und stellen Praxisbeispiele vor. Verschiedene Statistiken informieren über Art, Ziele und regionale Verteilung der unterschiedlichen Projekte. Darüber hinaus können über 800 Karten mit Klimadaten, 125 Karten zu Auswirkungen des Klimawandels und 24 Karten zum Emissionsausstoß eingesehen werden. Jeder interessierte Nutzer kann sich so über Parameter und Auswirkungen des Klimawandels sowie über entsprechende Maßnahmen informieren und selbst aktiv werden. Damit leistet ci:grasp einen wichtigen Beitrag zum Wissensmanagement und effektiven Mitteleinsatz in Klimaprojekten. 

Im Vorfeld der Klimakonferenz in Durban 2011 kamen 50 Entscheidungsträger und Fachleute aus aller Welt zum Auftakt einer Community of Practice für Anpassungsmethoden zusammen. Sie identifizierten prioritäre Arbeitsfelder wie nationale Klimainformationssysteme, Verwundbarkeitsanalysen oder Klimarisikoindizes, an denen nun auf Länderebene und im internationalen Austausch weitergearbeitet wird.