12.09.2016

Inselstaaten der Karibik wollen effizienter kühlen

Mann erklärt Zuhörern eine Klimatechnologie

Ausbildung im Bereich Kühl-, Klimatisierungs- und Treibgas (RAC&F)-Technologien; Foto: GIZ/Proklima

Mehr als 50 politische Vertreter von 15 Karibischen Inseln treffen sich auf Saint Kitts & Nevis, um Einblicke in die wirtschaftlichen und finanziellen Aspekte energieeffizienter Technologien und national angepasster Maßnahmen (NAMAs) zur Minderung des Treibhausgasausstoßes im Kühlsektor zu bekommen.

An der Veranstaltung nehmen u.a. Vertreter der National Ozone Units (NOU) zusammen mit den Klimaschutzbeauftragten der Umweltministerien teil.

Die Schulung befasst sich mit nationalen Klimastrategien und den Sektoren Kühlung und Klimatisierung in der Karibik. Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH führt diesen  ergebnisorientierten Workshop für politische Entscheider im Namen des globalen IKI-Projekts „Entwicklung von NAMAs für die Sektoren Kühlung und Treibgase (RAC NAMA)“ auf der Karibikinsel St. Kitts & Nevis durch. Das Projekt wird von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums (BMUB) gefördert.

Diese Ausbildung ist der letzte eines dreiteiligen NAMA-Trainingpakets zum NAMA Entwicklung im Kälte-, Klima- und Schaumsektor und konzentriert sich in erster Linie auf die Finanzierung und die wirtschaftliche Machbarkeit sowie Kostenberechnung von Kühlsystemen und deren Aufstockungspotenzial.

Die weltweit steigende Nachfrage nach Kühl-, Klimatisierungs- und Treibgas (RAC&F)-Technologien bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Klimaerwärmung, die kleine Inseln am stärksten gefährdet.
Die Inselstaaten der Karibik müssen ihre Infrastruktur an eine erhöhte Nachfrage nach Kühlleistung anpassen, die durch die stetig steigenden Temperaturen verursacht wird. Obwohl die Inselstaaten über enorme Ressourcen an erneuerbaren Energien verfügen, sind sie nach wie vor unverhältnismäßig stark auf importierte fossile Brennstoffe angewiesen. Dadurch sind die Länder von schwankenden Ölpreisen abhängig und werden in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung gehemmt. Überdies belastet diese Form der Energieerzeugung die natürlichen Ressourcen vor Ort. Obwohl Strom sehr teuer ist, wird er meistens nicht effizient genutzt. So gehen 40 Prozent des Stromverbrauchs in der Karibik auf das Konto von Kühlgeräten und Klimaanlagen. Wegen der geringen Energieeffizienz und der Tatsache, dass ein großer Teil der Kühlgase mit hohem Treibhauspotenzial durch Lecks entweicht, ist der RAC&F-Sektor für einen großen Teil der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Laut Prognosen wird dieser Anteil bis 2030 um 13 Prozent steigen. Die schnell wachsende Mittelklasse und Änderungen des Lebensstils führen dazu, dass die Nachfrage nach Kühlgeräten und Klimaanlagen steigt. Um sowohl die direkten als auch die indirekten Emissionen aus dem Kühlsektor zu mindern, ist die Einführung und Verbreitung von ökologischen Kühltechnologien von größter Bedeutung.
Im ersten Teil der Schulung liegt der inhaltliche Schwerpunkt auf NAMAs. Dabei handelt es sich um Maßnahmen unter dem Dach einer nationalen Initiative der Regierung, die darauf abzielen, den Treibhausgasausstoß gegenüber einem business-as-usual (BAU)-Emissionsszenario zu verringern. Die Struktur, die Logik und die Finanzierungsmöglichkeiten im karibischen RAC&F-Sektor sollen im Mittelpunkt der Diskussion stehen. Der erste Teil der NAMAs gehört zu einem größeren Schulungspaket, das von GIZ Proklima entwickelt wurde und zwei zusätzliche Module zu NAMAs im Kühlsektor umfasst.
Im zweiten Teil geht es um Investitionsrechnungen, Analysen und die finanzielle Modellierung von Energieeffizienzprojekten.  Zu den Hauptkomponenten gehören hier beispielsweise wirtschaftliche Berechnungen und Berechnungswerkzeuge sowie die Präsentation von Marketing- und Finanzierungsoptionen.
Die Präsentationen, aber auch die Diskussionen, Gruppenarbeiten und Matchmaking-Session sorgen für abwechslungsreiche Lernmöglichkeiten, fördern den Austausch zwischen den Teilnehmern und bieten die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen.
Die Schulungen werden organisiert vom Sekretariat der Karibischen Gemeinschaft (CARICOM), in Zusammenarbeit mit der Karibischen Entwicklungsbank (CDB) und der GIZ, sowie durch das Programm Renewable Energy and Energy Efficiency Technical Assistance (REETA), dem Sektorprogramm Technologiekooperation im Energiesektor und dem IKI-Projekt.

12.-16. September 2016, Saint Kitts

 

 


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