08.06.2015

Intakte Ozeane - intakter Planet

Die Ozeane sind das größte Ökosystem unseres Planeten und bedecken 71 Prozent der Erdoberfläche. Sie dienen den Menschen als Nahrungsquelle und Transportwege, sie sind Energieträger, Heimat unzähligen Lebens, produzieren Sauerstoff, beeinflussen das Klima und noch vieles mehr. Allerdings sind sie auch immer mehr den Gefahren wie Verschmutzung, Überfischung, Erwärmung und Versauerung ausgesetzt.

Mangrovenwurzeln im Sand

Mangroven verleihen durch ihre Wurzeln dem Sediment an der Küste Halt. Foto: Patric Schwab, ACCCoast

Seit 2009 wird nun auf der ganzen Welt der 8. Juni als Tag des Meeres ("World Oceans Day") von den Vereinten Nationen begangen, um auf den Wert und die Bedrohung der Weltmeere aufmerksam zu machen. 2015 steht dieser Tag unter dem Motto "Healthy Oceans, healthy planet" ("Gesunde Ozeane, gesunder Planet").

Der im Rahmen des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) beschlossene Strategische Plan 2011-2020 beinhaltet unter anderem ein Kernziel, das festschreibt, dass 10 Prozent der Meeres- und Küstengebiete bis 2020 unter Schutz gestellt werden sollen (Aichi-Ziel 11).

Das Bundesumweltministerium (BMUB) unterstützt durch die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) mit einem Gesamtvolumen von fast 107 Millionen Euro weltweit 26 Projekte, die den Küsten- und Meeresschutz sowie die nachhaltige Nutzung mariner Ressourcen zum Ziel haben. In Entwicklungs- und Schwellenländern fördern diese Projekte die Einrichtung, Verbesserung und Vernetzung von marinen und Küstenschutzgebieten sowie die Wiederherstellung degradierter Ökosysteme. Dabei stehen Politikberatung und Kapazitätsaufbau bei Planung, Management und Governance von Meeres- und Küstenräumen sowie die Förderung von Netzwerken zum Austausch von Lernerfahrungen und Sensibilisierungskampagnen im Fokus der Förderung.

Das globale IKI-Projekt "Blue Solutions" zum Beispiel baut ein Netzwerk auf, das sich für den Schutz, die nachhaltige Nutzung und die Wiederherstellung von Meeres- und Küstenökosystemen einsetzt. Die Teilnehmer des Netzwerks tauschen sich über Konzepte, Instrumente und Erfahrungen in diesem Bereich aus und entwickeln und testen Pilotmaßnahmen. Dafür organisiert das Projekt unter anderem Workshops und richtet eine Online-Plattform ein.

Das Projekt "Schutz und nachhaltige Nutzung der Meeres- und Küstenbiodiversität im Golf von Kalifornien, Mexiko" will bis 2018 zusammen mit den lokalen Partnern Bedingungen schaffen, damit Schutzgebiete oder Sondernutzungszonen von 460.000 Hektar und einer Küstenlänge von 1000 Kilometer eingerichtet werden können.

Neben der Vernetzung von verschiedenen nationalen Meeresschutzgebieten spielt auch eine stabile Finanzierung des Schutzgebietsmanagement eine große Rolle. In manchen Projekten werden innovative Finanzierungsinstrumente wie zum Beispiel Zahlungen für Ökosystemdienstleistungen speziell für den Kontext von Meeres- und Küstenschutzgebieten umgesetzt.

Die IKI unterstützt nicht nur die Erhaltung bedrohter Meeres- und Küstensysteme, auch degradierte Ökosysteme werden durch verschiedene Maßnahmen wiederhergestellt, damit sie ihre Funktionen und Leistungen erneut gewährleisten können.

In der vietnamesischen Provinz Bac Lieu wurden zum Beispiel 100 Hektar Küstenstreifen unter Berücksichtigung der biologischen Vielfalt aufgeforstet. Dadurch werden natürliche Funktionen zur Gewährleistung des Hochwasserschutzes gestärkt bzw. wieder hergestellt. Bei der Wiederherstellung von Mangrovenwäldern, die in der Vergangenheit für die Garnelenproduktion zerstört wurden, wird darauf geachtet endemische Mangrovenarten anzupflanzen. Sie spielen eine wichtige Rolle beim Reproduktionszyklus vieler Fischarten, dienen als Kohlenstoffspeicher, schützen in Küstenregionen vor den Folgen des Klimawandels und bewahren die biologische Vielfalt. Zudem nutzt die lokale Bevölkerung das harte Holz der Mangroven als Brenn- und Baumaterial.

Auf den Philippinen zum Beispiel werden Korallenriffe durch die Ausweisung neuer und die Verbesserung bestehender Schutzgebiete erhalten. Die Riffe dienen als natürliche Wellenbrecher und übernehmen daher eine wichtige Küstenschutzfunktion. Eines der IKI-Vorhaben unterstützte 17 Meeresschutzgebiete mit einer Fläche von 90.000 Hektar und trug dadurch wesentlich zur Verbesserung des Managements bei.

Der Tag des Meeres betont einmal mehr die Bedeutung von Meeren und Küsten für die Erreichung nachhaltiger Entwicklungsziele und unterstreicht ihre wichtige Rolle, die sie für Gesundheit, Ernährung und Einkommenssicherung vor allem der lokalen Bevölkerung spielen.