08.03.2020

Internationaler Frauentag: Akteurinnen im Klimaschutz stärken

Kleinbäuerinnen in Mali

Die Berücksichtigung von Genderaspekten bei Maßnahmen gegen den Klimawandel, wie bei diesen Kleinbäuerinnen aus Mali, ist von entscheidener Bedeutung. Foto: Emile Dakouo

Frauen sind weltweit besonders stark vom Klimawandel betroffen, aber in klimarelevanten Entscheidungsprozessen unterrepräsentiert. Ihre Perspektiven, Erfahrungen und Kompetenzen fehlen entsprechend in den Ergebnissen. Das soll sich ändern, damit Klimapolitik wirksamer, gerechter und nachhaltiger wird.

Ein Beispiel: Auf lokaler Ebene spielen Frauen eine zentrale Rolle für den Klimaschutz in den Bereichen Energie und Landwirtschaft, weil sie oftmals die Verantwortung für die alltägliche Versorgung ihrer Familie tragen. Hier hat die Einbeziehung von Frauen in die Führungsebene bereits nachweislich zu verbesserten Ergebnissen klimapolitischer Projekte und Maßnahmen geführt.

Der Gender Action Plan: Frauenkompetenzen für eine erfolgreiche Klimapolitik nutzen

Dass die Perspektive von Frauen Gehör finden muss, um eine erfolgreiche Klimapolitik zu entwickeln und umzusetzen, bekräftigte die Staatengemeinschaft auf der Klimakonferenz 2017 in Bonn (COP 23) mit der Verabschiedung des „Gender Action Plan“ (GAP). Der Gender Action Plan war im Rahmen des „Lima Work Programme on Gender“ erarbeitet worden, das 2019 bei der Klimakonferenz in Madrid (COP 25) um weitere fünf Jahre verlängert wurde.

Ziel ist es, Frauen auf allen Ebenen stärker an Entscheidungsprozessen im Klima- und Biodiversitätsschutz zu beteiligen. Zudem sollen Gender-Aspekte bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen stärker berücksichtigt werden. Dazu gehören die verbesserte Verfügbarkeit von nach Geschlecht aufgeschlüsselten Daten, die Organisation von Expertengruppensitzungen zum Thema Gender-Budgeting oder der Einsatz geschlechtergerechter technologischer Lösungen zur Bewältigung des Klimawandels. Zudem sollen Frauen und Mädchen in den Bereichen Wissenschaft, Technik, Ingenieurwesen und Mathematik sowie Forschung und Entwicklung gefördert werden.

Gender-Mainstreaming: NDC Unterstützungsprogramm berät bei der Umsetzung

Das NDC-Unterstützungsprogramm, das von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) gefördert und vom United Nations Development Programme (UNDP) durchgeführt wird, unterstützt seine 31 Partnerländer unter anderem dabei, Maßnahmen zur Geschlechtergerechtigkeit in ihre nationalen Klimaschutzbeiträge (NDCs) einzubeziehen und in der Praxis umzusetzen. Derzeit ist ein günstiger Zeitpunkt für dieses Vorhaben, weil die Mitgliedsländer im Laufe des Jahres 2020 neue oder aktualisierte NDCs einreichen müssen.

Fokus auf inklusive, geschlechtergerechte und entwicklungsorientierte Klimamaßnahmen

Das IKI-Projekt unterstützt derzeit zehn Länder sehr umfassend dabei, die Gleichstellung der Geschlechter in ihren Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen zu verankern. Ansatzpunkte dafür sind Maßnahmen für eine effektive Regierungsführung, für inklusive Planungsprozesse und für integrierte politische Rahmenbedingungen.

Frau an KonferenztischIm Rahmen dieses Prozesses erfolgt ein Gender-Mainstreaming, das die Analyse des Ist-Status fördert und die institutionellen Mechanismen stärkt. Damit werden die Voraussetzungen für geschlechtergerechte Klimamaßnahmen und die Verbreitung von „Best Practice-Beispielen“ geschaffen -  was zum Aufbau von Know-how und Ressourcen auf nationaler Ebene beiträgt. Im Mittelpunkt des Gender-Mainstreamings der Partnerländer stehen die Sektoren Energie, Landwirtschaft, Abfall, Verkehr, Forstwirtschaft und Wasser.

Viele Länder sehen in der Aktualisierung der nationalen Klimaschutzbeiträge die Chance, dort künftig verstärkt partizipatorische und inklusive Ansätze zu berücksichtigen. Derzeit werden am häufigsten gendergerechte Klimamaßnahmen im NDC-Planungs- und Umsetzungsprozess berücksichtigt. Daneben fließen Gender-Aspekte auch in die Überarbeitung von politischen Strategien, Rechtsvorschriften und Haushaltsreformen ein. Peru hat beispielsweise vier gendergerechte „Roadmaps“ für die Sektoren Landwirtschaft, Wohnungsbau, Verkehr und Forstwirtschaft entwickelt, die in die überarbeiteten nationalen Klimaschutzbeiträge des Landes integriert werden. Darüber hinaus haben alle zehn Länder im Rahmen der Gender-Komponente des NDC-Unterstützungsprogramms eine Gender-Analyse zur Planung und Umsetzung ihrer NDCs durchgeführt.

Sechs Länder – Ghana, Chile, Ecuador, Kenia, der Libanon und Uganda – haben ihre Analysen bereits abgeschlossen. Außerdem haben Côte d’Ivoire und Trinidad und Tobago ihre Gender-Analysen fertiggestellt – ebenfalls mit Hilfe des NDC-Unterstützungsprogramms. Die Ergebnisse werden genutzt, um Empfehlungen für die Aktualisierung von politischen Strategien zu formulieren und um relevante Institutionen gezielt zur Institutionalisierung der Gender-Thematik zu schulen.


Länderübersicht: Gender-Mainstreaming in NDCs, Strategien und Plänen

Ecuador: Verankerung der Gleichstellung der Geschlechter im NDC, dem nationalen Umweltgesetz, der nationalen Klimastrategie sowie den Verfahren des interinstitutionellen Klimaausschusses. Bei der Berücksichtigung des Genderaspekts im NDC standen vor allem Maßnahmen im Energiesektor im Mittelpunkt der Überlegungen. Das Umweltministerium und der Nationale Rat für die Gleichstellung der Geschlechter unterzeichneten eine Absichtserklärung, mit der beide Akteure auf den bestehenden institutionellen Vereinbarungen aufbauen wollen. Außerdem richten sie eine ständige Beratungsstelle beim Unterstaatssekretär für Klimafragen ein, deren Aufgabe darin besteht, den Genderaspekt zu analysieren und in öffentlichen Strategien, Plänen, Programmen und Projekten zu verankern. Das NDC-Unterstützungsprogramm entwickelt derzeit eine nationale Gendermethodik für Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen, die in einem Schlüsselsektor des NDC erprobt werden soll. Außerdem entwickelt das Projekt-Team einen gendersensiblen Ansatz für die Methodik zur Überwachung der Klimafinanzierung durch öffentliche Haushalte.

Vietnam: Durchgehend gendersensible Formulierung des verbesserten NDC. Das Programm unterstützte 2018 die Bildung einer UN-NGO-Arbeitsgruppe zu den Themen Gender und Klima (UN-CCWWG), um einen Beitrag zur Überarbeitung des NDC zu leisten. Diese wird voraussichtlich Anfang 2020 abgeschlossen sein. Die Arbeitsgruppe entwickelt aufeinander abgestimmte Botschaften zur Förderung einer gendersensiblen Formulierung von NDCs und fördert den Austausch von bewährten Methoden in den Bereichen Gender und Klimawandel. Der UN-CCWWG gehören Nichtregierungsorganisationen sowie die Vietnamesische Frauenunion an. Bei der Überarbeitung des NDC werden Genderfragen berücksichtigt. Gleichzeitig ist es gelungen, die institutionellen Kapazitäten und die Koordination zu verbessern. So beteiligen sich inzwischen auch nichtstaatliche Akteure und Fraueninstitutionen, die normalerweise nicht in diese Prozesse eingebunden sind.

Bhutan: Gendersensible Klimamaßnahmen als fester Bestandteil der Klimastrategie und der NDC-Sektoren. Die Verfasser des Entwurfs für die Klimastrategie haben gendersensible Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen in das Papier aufgenommen, das noch von der "Kommission für Bruttonationalglück" verabschiedet werden muss. Unterstützt wurde der Prozess von der Nationalen Kommission für Frauen und Kinder (NCWC), der Nationalen Umweltkommission (NEC) und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP). Außerdem arbeitet Bhutan an einer Genderanalyse für wichtige NDC-Sektoren, zu denen insbesondere die Abfall-, die Energie- und die Landwirtschaft zählen. Die NCWC und das UNDP entwickeln derzeit ein Schulungshandbuch für das Gender-Mainstreaming sowie eine Sammlung an Werkzeugen für ausgewählte NDC-Sektoren. Das Schulungshandbuch wird in Zusammenarbeit mit Genderbeauftragten sowie Vertreterinnen und Vertretern aus den Bereichen Abfall, Energie, Landwirtschaft, Planung, Finanzen und Politik entwickelt, darunter insbesondere die NCWC, die NEC und das UNDP.

Kenia: Entwicklung eines gendersensiblen nationalen Klimaplans für den Zeitraum 2018 bis 2022 zur Umsetzung des NDC. Der Nationale Klimaplan (NCCAP) umfasst sieben vorrangige Maßnahmen in den Bereichen Klimaschutz und Klimaanpassung, die von der Regierung – sowohl auf nationaler Ebene als auch auf Ebene der Countys –, dem Privatsektor und anderen Stakeholdern umgesetzt werden müssen. Der NCCAP bringt die Nachhaltigkeit voran und räumt gleichzeitig der Klimaanpassung und der Stärkung der Klimaresilienz besonders gefährdeter Gruppen Vorrang ein. Zu diesen Zielgruppen gehören insbesondere Frauen, Jugendliche, Menschen mit Behinderungen sowie Angehörige von Randgruppen und Minderheiten. Kenia gelang es durch die systematische Berücksichtigung von Analyse- und Konsultationsergebnissen, den NCCAP gendergerecht zu gestalten. Dazu skizzierten die Verantwortlichen im NCCAP konkrete Maßnahmen, um Genderaspekte bei der Umsetzung des NDC zu berücksichtigen.

Kenia: Einrichtung technischer Arbeitsgruppen mit einem ausgewogenen Geschlechterverhältnis. Die Arbeitsgruppen haben die Aufgabe, eine eingehende Genderanalyse für die Umsetzung des NDC durchzuführen und ein Schulungshandbuch zur Kodierung des Klimabudgets und Überwachung der Klimafinanzierung zu entwickeln. Im Rahmen der Genderanalyse richtete das Ministerium für Umwelt und Forstwirtschaft eine technische Arbeitsgruppe (TWG) ein, in der die wichtigsten Ministerien und Behörden (mit Expertinnen und Experten für Gender- und Klimafragen), Organisationen der Zivilgesellschaft, der Privatsektor sowie die Wissenschaft vertreten sind. Die TWG zur Genderanalyse soll künftig eine neue Aufgabe erhalten und Klimamaßnahmen und Genderthemen koordinieren. Auch das State Department für Genderangelegenheiten und die nationale Gleichstellungskommission (NGEC) bringen sich verstärkt in die Klimadebatte ein. Außerdem wurden vier Beamte der Direktion für Klimaschutz und Klimaanpassung im Gender-Mainstreaming bei der Planung und Umsetzung von Klimamaßnahmen geschult. In Zukunft unterstützt das Programm auch den gezielten Aufbau von Wissen und Ressourcen zu verschiedenen Themen, um die Gleichstellung der Geschlechter im NDC zu fördern.

Peru: Berücksichtigung von Genderaspekten bei der Entwicklung von vier Roadmaps für die Sektoren Landwirtschaft, Wohnungsbau, Verkehr und Forstwirtschaft.  Zusammen mit Expertinnen und Experten für Genderfragen unterstütze das zuständige Ministerium die Planung der Maßnahmen zur Förderung der Geschlechtergerechtigkeit. Vor allem die zwei Themen „Stromversorgung aus erneuerbaren Energien in netzfernen Gebieten“ und „Management von Viehhaltungssystemen auf natürlichen Hochlandweiden in den Anden zur Verringerung des Treibhausgasausstoßes“ weisen eine sehr starke Genderkomponente auf.

Kolumbien:  Integration von gendersensiblen Elementen in drei Sektorstrategien und Institutionen. Im Rahmen der Entwicklung der kolumbianischen Strategie für 2050 wurden durch den interinstitutionellen Koordinierungsmechanismus verschiedene Beiträge zur Genderthematik entwickelt. Das Programm sorgte dafür, dass sich alle Sektorministerien für Genderthemen einsetzen. Dadurch erreichten die Projektpartner, dass mindestens drei Ministerien Genderfragen inzwischen systematisch in ihren Prozessen berücksichtigen. Außerdem entwarfen die Projektbeteiligten ein Programm zum Aufbau von Wissen und Ressourcen zu den Themen Gender und Klimawandel, das von den Sektorministerien umgesetzt werden soll.

Thailand: Start einer umfassenden, genderbezogenen Studie zum potenziellen Nutzen des Klimawandels. Durch die Studie entsteht eine Koordinations- und Diskussionsplattform für die Entwicklung von Klimaprojekten, die eine soziale Dimension aufweisen und Genderfragen berücksichtigen. Mit der Studie zum potenziellen Nutzen des Klimawandels wollen die Verfasser die Grundlage für eine Verknüpfung des NDC mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDG) legen und ermitteln, welche Auswirkungen für die Bearbeitung von Problemen vor Ort entstehen. Dadurch soll das Vertrauen zwischen der Regierung und der lokalen Bevölkerung gefördert werden. Auf der ersten Sitzung des Projektlenkungsausschusses im Juni 2019 wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die die Arbeit an einer inklusiven, gendersensiblen Studie zum potenziellen Nutzen des Klimawandels überwachen soll.

Philippinen: Einführung von gendersensiblen Arbeitsweisen im NDC-Unterstützungsprogramm sowie im UNDP-Länderbüro. Im Juli 2018 führte die Klimakommission eine Gender-Capacity-Schulung durch und unterzog das Projektdokument einer ausführlichen Bewertung. Die Kommission bewertete das Dokument mit 17 von 20 Punkten und gelangte zu dem Schluss, dass es gendersensibel gestaltet wurde. Die Bewertung dient als Basis für die Projektplanung, denn in ihr spiegelt sich der Stand des Gender-Mainstreamings in den Plänen, Maßnahmen und Programmen des NDC-Prozesses wider.

Guatemala: Entwicklung eines konzeptionellen Modells und einer „Theory of Change“ für die Gender-Mainstreaming-Strategie. Die Strategie soll dazu beitragen, die Genderthematik in den Institutionen zu verankern, die für die Umsetzung des NDC zuständig sind.

Länderübersicht: Genderanalyse

Ghana: Erstellung einer Genderanalyse für die NDC-Schlüsselsektoren Energie und Landwirtschaft und Aufnahme des Gender-Mainstreamings. Das NDC-Unterstützungsprogramm förderte eine gründliche Genderanalyse in den beiden wichtigsten NDC-Sektoren Energie und Landwirtschaft. Die Analyse identifizierte sektorübergreifende Lücken und Herausforderungen, mit denen staatlichen Institutionen konfrontiert sind. Ghana ist derzeit dabei, ein Gender-Mainstreaming-Toolkit/-Handbuch zu entwickeln und folgt damit einer Empfehlung aus der Genderanalyse. Dieses Instrumentarium wird über intelligente Indikatoren verfügen, die die Berücksichtigung von Genderfragen in den für den NDC relevanten Sektoren Wasser, Gesundheit, Landwirtschaft, Abfall, Energie, Verkehr, Katastrophenvorsorge und Klima unterstützen. Ferner soll das Handbuch dazu beitragen, ein gezieltes Capacity Building für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu etablieren, die in diesen Sektoren wichtige Funktionen haben. Darüber hinaus richtet Ghana aktuell im Rahmen des nationalen Lenkungsausschusses für Klimaschutz und Klimaanpassung einen Unterausschusses zum Thema Gender und Klimawandel ein, der die gendersensible Umsetzung der NDCs koordinieren soll. Weitere Informationen hier

Chile:  Bewertung der Integration eines gendergerechten Ansatzes in Klimapolitik und Regierungsführung. Das NDC-Unterstützungsprogramm förderte eine eingehende Genderanalyse, die die Klimapolitik und Regierungsführung gendergerecht gestalten soll. Derzeit wird geprüft, inwieweit die aus der Analyse hervorgehenden Empfehlungen in das neue Klimagesetz übernommen werden sollen. Durch die Einbindung Institutionen, die in Genderfragen kompetent sind, in formelle Entscheidungsstrukturen (wie das interministerielle technische Team zu Fragen des Klimawandels) kann eine bessere Koordination in Genderfragen erreicht werden. Außerdem tragen diese Institutionen dazu bei, dass die Regierungsvertreterinnen und –vertreter künftig besser in der Lage sind, Genderaspekte in ihren klimapolitischen Entscheidungen zu berücksichtigen. Darüber hinaus schulte das Unterstützungsprogramm rund 42 Fachkräfte, darunter Mitglieder des interministeriellen technischen Teams, zu Fragen des Klimawandels und zur Integration des Genderkonzepts in die Klimapolitik.

Libanon: Gestaltung des verbesserten NDC auf der Grundlage einer Genderanalyse. Das NDC-Unterstützungsprogramm förderte die Fertigstellung von Standardarbeitsanweisungen (SOPs). Die SOPs tragen dazu bei, gendergerechte Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen in allen Ministerien sowie den im Libanon durchgeführten Programmen des UNDP zu verankern. Das UNDP entwickelte die SOPs in Zusammenarbeit mit der Nationalen Kommission für libanesische Frauen. Die Kommission ist im Präsidialamt angesiedelt und bringt gute strategische Voraussetzungen mit, um die SOPs in den Ministerien einzuführen. Darüber hinaus sind weitere SOPs geplant. Diese dienen dazu, das Gender-Mainstreaming in alle Projekte, die nationale Kommunikation und die Entwicklungspläne zu integrieren und UNDP Lebanon bei der Schaffung der Voraussetzungen für ein Gender-Label zu unterstützen. Ferner ist vorgesehen, eine Reihe von Schulungen mit der Nationalen Frauenkommission und den Gender- und SDG-Beauftragten aller Ministerien durchzuführen. Im Oktober 2019 wurde der erste Workshop zum Thema Gender-Mainstreaming im Abfallsektor durchgeführt.

Uganda: Erstellen einer Genderstudie für den NDC. Die Autoren der Studie bewerteten die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Klimapolitik und der Klimastrategie Ugandas und entwickelten einen Genderaktionsplan. Dieser zielt darauf ab, Genderfragen bei der Umsetzung des NDC verstärkt zu berücksichtigen und in den für den NDC zuständigen Institutionen sowie in den verschiedenen Sektoren entsprechende Wissen und Ressourcen aufzubauen. Uganda hat bereits ein technisches Team für das Thema Gender und Klimawandel gebildet, dem Vertreterinnen und Vertreter von staatlichen Stellen, Organisationen der Zivilgesellschaft, privaten Unternehmen, wissenschaftlichen Einrichtungen und UN-Organisationen angehören. Dieses Team hat die Aufgabe, den Prozess des Gender-Mainstreamings in den NDCs des Landes voranzubringen. Die fertige Studie wurde den Projektpartnern vorgelegt, zu denen insbesondere das Ministerium für Wasser und Umwelt gehört.

Elfenbeinküste: Basline-Studie über die Integration des Genderkonzepts in Klimastrategien und -programmen. Das NDC-Unterstützungsprogramm hat eine Studie zu "Gender und Klimawandel" initiiert. Unterstützt wurde die Arbeit an der Studie vom NDC-Helpdesk, LEDS GP und dem Clean Energy Solution Center. Die darin festgelegten gendersensiblen Kriterien und Indikatoren sollen in den verbesserten NDC einfließen. Ferner beabsichtigt das Planungsministerium, sowohl den NDC als auch die gendersensiblen Kriterien und Indikatoren in den nächsten Nationalen Entwicklungsplan zu integrieren, der im kommenden Jahr ausgearbeitet werden soll.

Trinidad & Tobago: Erstellung einer umfassenden Genderanalyse (Juni 2019). Zurzeit befindet sich die Entwurfsfassung der Genderanalyse in der finalen Abstimmung. Die Autoren der Analyse identifizierten Lücken bei der  Berücksichtigung der Geschlechtergerechtigkeit im Klimaschutz. Diese bestehen sowohl in den politisch-strategischen Überlegungen und im Planungsrahmen als auch in den institutionellen Mechanismen und Kapazitäten. Außerdem beleuchten die Autoren Faktoren und Möglichkeiten, die dazu beitragen könnten, diese Lücken zu schließen. Dabei gehen sie auf die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen ein – insbesondere im öffentlichen Sektor und den für den NDC entscheidenden Sektoren Industrie, Verkehr und Energieerzeugung. Zudem sprechen sie Empfehlungen für die weitere Planung der NDCs aus.

Philippinen: Erarbeitung einer Genderanalyse zum NDC-Prozess und eines Genderaktionsplans für den Energie- und den Verkehrssektor. Bereits im August 2019 fand ein nationaler Workshop statt, um die relevanten Stakeholdergruppen zu validieren. Außerdem wurde eine Gender-Scoping-Studie auf dem National Business Climate Action Summit durchgeführt, die in die Genderanalyse zum NDC-Prozess eingeflossen ist. Die philippinische Frauenkommission ist Mitglied des nationalen Projektlenkungsausschusses. In dieser Funktion gewährleistet sie, dass die Genderthematik im NDC-Prozess angemessen berücksichtigt wird und dass alle Maßnahmen und Pläne gendersensibel gestaltet werden.