12.04.2019

Interview mit der Projektdurchführungsorganisation Humboldt Viadrina Governance Platform gGmbH

Bild: ©Humboldt-Viadrina Governance Platform GmbH

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Worum geht es bei "Klimatransparenz"?

Das IKI-Projekt "Climate Transparency: Aktivitäten in sieben G20-Ländern" wurde im März 2018 gestartet. Es handelt sich um eine globale Partnerschaft, in der Experten von Forschungseinrichtungen und NGOs aus den meisten G20-Ländern daran arbeiten, ambitionierte Klimaschutzmaßnahmen in diesen Ländern zu fördern. Dazu geben wir den politisch Verantwortlichen entscheidungsrelevante Informationen an die Hand und fördern eine landesweite Debatte.

Einer unserer größten Erfolge war die Veröffentlichung des "Brown to Green Report 2018: The G20 Transition to a low-carbon economy", den wir mit Unterstützung der Internationalen Klimaschutzinitiative des BMU erarbeitet haben. Dieses Dokument ist der weltweit umfassendste Jahresbericht über die Klimaschutzmaßnahmen der G20. Wir stellen präzise und vergleichbare Daten für 80 Indikatoren zur Verfügung. Diese beziehen sich auf Aspekte wie Klimaminderung, Klimafinanzierung und Klimastrategien sowie die Resilienz gegenüber den Klimawandelfolgen. Der Bericht steht auf der Website von Climate Transparency zur Verfügung und kann kostenlos heruntergeladen werden.  

Wer sind die Zielgruppen des Brown to Green Report, der jedes Jahr herausgegeben wird?

Der Bericht richtet sich in erster Linie an die Regierungen der beteiligten Länder (Argentinien, Brasilien, Indien, Indonesien, Südafrika und Mexiko) und der übrigen G20-Staaten, in denen wir Partner haben. Zu den weiteren Hauptzielgruppen zählen Politikwissenschaftler, Denkfabriken, wissenschaftliche Einrichtungen, die Zivilgesellschaft und die Medien.

Wir legen großen Wert auf Kommunikation. Der Brown to Green Report 2018 wurde den Partnerländern auf einem internationalen Webinar und darüber hinaus auf der UN-Klimakonferenz in Kattowitz (Polen) vorgestellt und gut aufgenommen. 

Was ist das Besondere an diesem Projekt?

Wir führen Informationen aus zahlreichen Quellen zusammen, berücksichtigen dabei die meisten Aspekte der Klimadebatte, präsentieren unsere Erkenntnisse in attraktiver Form und suchen den direkten Kontakt zu den wichtigsten Entscheidungsträgern. Dadurch gewährleisten wir, dass die Informationen die Zielgruppe auch erreichen. Unsere Partner wiederum bringen ihre Sichtweise ein, so dass der Bericht eine globale Sicht widerspiegelt.

Wer entwickelt die Struktur des Berichts und wer ist an seiner Erarbeitung beteiligt?

Alle Partner beteiligen sich mit großem Engagement an der Erstellung des Berichts, wobei die Arbeit vom Climate Transparency Secretariat koordiniert wird. Wichtige Entscheidungen werden in den monatlich stattfindenden Sitzungen der Lenkungsgruppe getroffen, an denen alle Partner teilnehmen.

Wie sehen die nächsten Schritte bzw. Maßnahmen des Projekts aus?

Drei unserer Partner (Südafrika, Indonesien und Indien) haben eine Gruppe gebildet, um im Vergleich festzustellen, welche Möglichkeiten diese drei Länder für einen Kohleausstieg haben. Sie werden ihre Ergebnisse in den nächsten Monaten vorstellen und an den Veranstaltungen der jeweils anderen beiden Länder teilnehmen. Auch die Partner aus Argentinien, Brasilien und Mexiko arbeiten bei der Energiewende zusammen und werden ihre Ergebnisse in den kommenden Monaten präsentieren.

Das Projekt wird sich auch an den Veranstaltungen rund um den G20-Gipfel in Japan beteiligen. Außerdem arbeiten wir bereits an unserem Bericht für 2019 und führen intensive Gespräche darüber, wie wir den Bericht weiter verbessern können.