25.09.2018

Katastrophenvorsorge auf den Philippinen und in Bangladesch

Mayon Vulkan auf den Philippinen; Foto: Pixabay, https://pixabay.com/en/volcano-mayon-philippines-nature-659640/

Mayon Vulkan auf den Philippinen; Foto: Pixabay, https://pixabay.com/en/volcano-mayon-philippines-nature-659640/

Dank einer neuen Open-Source-Plattform zur Modellierung von Katastrophen werden sich Überschwemmungen auf den Philippinen und Wirbelstürme in Bangladesch schon bald besser versichern lassen. Im Rahmen eines auf zwei Jahre angelegten Projekts, das im Juni gestartet wurde, plant das gemeinnützige Unternehmen Oasis Loss Modelling Framework (Oasis) den Aufbau einer Open-Source-Modellierungsplattform sowie begleitende Capacity-Building-Maßnahmen, damit Stakeholder in der Region, die Modelle effektiv einsetzen können.

Die Philippinen und Bangladesch gehören zu den besonders vom Klimawandel bedrohten Ländern. Bereits in der Vergangenheit hatte Bangladesch die weltweit höchsten Opferzahlen infolge von Naturkatastrophen zu beklagen. Aus diesem Grund hat das Land erhebliche Investitionen in Frühwarnsysteme und Zyklonschutzbunker getätigt, um die Bevölkerung besser schützen zu können. Allerdings sind die Infrastruktur des Landes und das Sachvermögen der Bevölkerung durch den steigenden Meeresspiegel nach wie vor stark gefährdet. Die Philippinen wiederum liegen im Westen eines Meeresgebiets, in dem sich die stärksten Wirbelstürme der Welt bilden. So fegte der Taifun Haiyan (Yolanda) 2013 mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 270 km/h über die Inselgruppe hinweg. Im Global Assessment Report on Disaster Risk Reduction 2009 werden die Philippinen in Bezug auf die Zahl der jedes Jahr von Überschwemmungen betroffenen Menschen weltweit an achter Stelle geführt.

See in Bangladesch; Foto: Pixabay, https://pixabay.com/en/bangladesh-landscape-nature-tourism-3673378/

Das neue Projekt Oasis Platform for Climate and Catastrophe Risk Assessment – Asia fördert ein besseres Verständnis von Extremwetterereignissen und unterstützt die Entwicklung von transparenten und standardisierten Modellen, mit denen Naturkatastrophen, deren Auswirkungen und die dadurch verursachten Schäden simuliert werden können. Anhand dieser Modelle lassen sich anschließend die Eintrittswahrscheinlichkeit von Extremwetterereignissen und die dadurch verursachten Sachschäden bewerten. Diese Bewertung wiederum kann als Grundlage für Investitionen der Finanzmärkte in (Rück)Versicherungen verwendet werden.

Eine kostenlose Open-Source-Modellierungsplattform für die Simulierung der finanziellen Katastrophenfolgen soll Ergebnisse für zwei neue Katastrophenmodelle liefern, in denen auch die Auswirkungen des Klimawandels berücksichtigt werden. Darüber hinaus will das Projekt die inländischen Kapazitäten auf dem Gebiet der Entwicklung, Nutzung und Analyse von Katastrophenrisikomodellen fördern und die internationalen Rückversicherer mit der Nachfrage nach entsprechenden Leistungen im jeweiligen Land zusammenbringen. Außerdem stellt des Projekts den Anwenderinnen und Anwendern vor Ort Instrumente zur Verfügung, mit denen sie die Modelle auch nach Ende der Projektlaufzeit langfristig aktualisieren und pflegen können. 

Cordillera Central auf den Philippinen; Foto: Pixabay, https://pixabay.com/en/cardillera-mountain-range-region-3132446/

Allan Santos, President und CEO der National Reinsurance Corporation of Philippines (Nat Re) schätzt den neuen Ansatz des Projekts: „Wir freuen uns, dass wir die Gelegenheit erhalten, uns an diesem innovativen Projekt zu beteiligen. Es ist das erste seiner Art in einem Entwicklungsland und bündelt das Fachwissen einflussreicher Stakeholder auf dem Gebiet der Katastrophenvorsorge und des Katastrophenmanagements. Dazu gehören Akteure aus dem öffentlichen Sektor, der Wissenschaft und dem Versicherungswesen, die das Ziel eint, die Bevölkerung besser vor Naturkatastrophen zu schützen.“

Wintersturm; Foto: Pixabay https://pixabay.com/en/winter-storm-hurricane-cyclone-58025/Die Idee zur Plattform wurde in der Vergangenheit bereits ausgezeichnet von „The Lab – Driving Sustainable Investment“, ein Netzwerk, das Regierungen und Akteure aus der Privatwirtschaft zusammenbringt, um gemeinsam größere Anstrengungen im Bereich der Klimafinanzierung zu unternehmen. Im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) werden nun der Aufbau der Plattform sowie die begleitenden Maßnahmen auf den Philippinen und in Bangladesch vom Bundesumweltministerium (BMU) mit 2,98 Millionen Euro gefördert. 

 

 

Gewitter über der Stadt; Foto: Pixabay https://pixabay.com/en/lightning-city-night-sky-weather-1082080/