20.10.2016

Kigali-Abkommen: Nutzung von FKW wird beendet

Abgeordnete im Sitzungssaal blicken aufs Podium

Delegierte während der Abschlusssitzung; Foto: IISD/ENB | Kiara Worth

Beim 28. Treffen der Vertragsstaaten des Montrealer Protokolls in Ruanda vom 10.-14. Oktober wurde ein Meilenstein für den Klimaschutz beschlossen. Das Abkommen von Kigali sieht einen langfristigen und schrittweisen Abbau der Fluorkohlenwasserstoffe (HFKWs) für Industrie- und die Entwicklungsländer vor. Eine Reduktion ist bei Industrieländern um 85 Prozent bis 2036 und bei Entwicklungs- und Schwellenländer von 80 bzw. 85 Prozent im Zeitraum von 2024 bis 2047 vorgesehen. Kigali erweitert damit das Montrealer Protokoll, in dem 1987 bereits ein Verzicht auf die Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) zum Schutz der Ozonschicht vereinbart wurde.

Die HFKW’s sind überwiegend chlorfrei und daher nicht ozonschädigend, aber als Treibhausgas sind sie um ein vielfaches schädlicher als Kohlendioxid. HFKW dient als Ersatzstoff zu den ozonschädigenden FCKWs, die überwiegend Anwendung in Kühlschränken und Klimaanlagen finden.

Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) unterstützt seit 2008 Entwicklungs- und Schwellenländer beim phasenweisen Abbau von ozonschädigenden Substanzen und bei der Umsetzung ihrer Verpflichtungen aus dem Montrealer Protokoll. Im Mittelpunkt steht auch die Förderung energieeffizienter Technologien, die auf der Nutzung von natürlichen Kälte- und Treibmitteln basieren. So soll der Verbrauch von synthetischen Substanzen wie HFKW vermieden werden, um so das Klima nachhaltig zu schützen. Damit können in 20 Jahren nachweislich über 100 Mio tCO2äq vermieden werden.

Neben dem historischen Beschluss fanden in Kigali auch verschiedene Side-Events zum Thema umweltfreundliche Ersatzstoffe für den Kältesektor statt. Dabei spielte das Programm Proklima, das von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH umgesetzt wird, eine bedeutende Rolle. Es setzt sich mit von der IKI geförderten Projekten seit vielen Jahren für eine Beschränkung der Verwendung der HFKW ein.

Auf einer der Veranstaltungen wurde über das bereits abgeschlossene IKI-Projekt „Umrüstung einer Produktionsanlage auf die Herstellung von klimafreundlichen Klimageräten“ in Indien berichtet. Hierbei wurde ein indischer Klimagerätehersteller bei der modellhaften Umstellung seiner Produktion auf umweltfreundliche Kohlenwasserstoffe als Kältemittel sowie auf energieeffiziente Technologie unterstützt. Das Projekt wurde mit über zwei Millionen Euro durch die IKI des BMUB gefördert.

Ebenfalls vorgestellt wurde das Projekt „Umstellung der Produktion von kommerziellen Kältegeräten auf natürliche Kältemittel“ das in Swasiland den lokalen Kühlgeräteherstelle Palfridge unterstützte. Im Rahmen der Green Cooling Initiative ist auf einem weiteren Side-Event das Kühlmittel Propan (R290) als natürliche und klimafreundliche Alternative für den Kühlsektor präsentiert worden. Gefördert durch die IKI setzt sich die Green Cooling Initiative dafür ein, Treibhausgasemissionen aus dem Kühlungssektor zu verringern. Sie verfolgt dabei drei Ansätze: Verbreitung natürlicher Kältemittel, Erhöhung der Energieeffizienz und Förderung von nachhaltigem Konsum.

Foto: IISD/ENB | Kiara Worth



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