17.12.2012

Klimaanpassungsplan für Santiago de Chile vorgestellt

Menschengruppe sitzt an einem Konferenztisch und betrachtet eine Präsentation

Quelle: Lorena Medina

Am 27.11.2012 übergaben Wissenschaftler einen umfangreichen Klimaanpassungsplan für die Metropolregion Santiago an die Regionalregierung in der chilenischen Hauptstadt. Dieser Plan ist das Ergebnis des von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) geförderten Forschungsprojekts "ClimateAdaptionSantiago" (CAS), an dem deutsche und chilenische Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ), des Karlsruher Instituts für Technologie und zwei chilenischen Universitäten seit 2009 gemeinsam gearbeitet haben.

Der Anpassungsplan enthält eine Reihe von Maßnahmen zum Umgang mit den prognostizierten Auswirkungen des Klimawandels für die Region Santiago, die ebenfalls im Rahmen dieses Projekts erarbeitet und konkretisiert werden konnten. Die Wissenschaftler erwarten unter anderem einen signifikanten Temperaturanstieg sowie einen Rückgang der Niederschläge in der subtropischen Zentralregion Chiles, die in einem Talkessel, eingebettet zwischen zwei Gebirgsketten der Anden, liegt. Faktoren, die gemeinsam mit einer fortschreitenden Expansion der Megastadt Santiago zu ernsthaften Problemen führen werden, beispielsweise in der Wasser- und Energieversorgung. Im städtischen sowie landwirtschaftlichen Bereich ist Santiago vom Wasser aus den Anden abhängig. Angesichts schmelzender Gletscher sind somit Versorgungsengpässe absehbar.

Ergänzt wird der Anpassungsplan zudem durch einen Leitfaden, der die Implementierung der einzelnen Maßnahmen erleichtern soll. Er bietet konkrete Handlungsanleitungen für die öffentlichen Institutionen, die den Prozess während der letzten drei Jahre partizipativ begleitet haben. Darüber hinaus wurden noch weitere Ergebnisse des CAS-Projekts vorgestellt und an lokale Akteure übergeben. Darunter auch ein Manual mit Hintergrundinformationen zum Klimawandel, seinen Ursachen sowie konkreten Anpassungsstrategien und deren praktische Umsetzung

Santiago ist das politische und wirtschaftliche Zentrum Chiles und mit seinen rund sechs Millionen Einwohnern eine der kontinuierlich wachsenden Megastädte Lateinamerikas. Die im CAS-Projekt dort gewonnenen Erkenntnisse und ihre Umsetzung sollen auf sechs weitere südamerikanische Megastädte übertragbar sein. Dazu kooperiert das Projekt mit der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Lateinamerika und die Karibik (ECLAC). ECLAC fördert ein regionales Lernnetzwerk auf dem Kontinent, in dem praktische Erfahrungen und Best-Practice-Beispiele untereinander kommuniziert und ausgetauscht werden. Wie im Beispiel Chile sollen die jeweiligen Anpassungspläne für andere Ballungsräume in enger Kooperation zwischen Politik, Praxis und Wissenschaft umgesetzt werden.


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